Wie ein to go Kochbuch mein Leben verändert hat … oder zumindest meine Mittagspause!

Gemüse to go kann mehr, als Gemüsesticks mit Dip. Zugegeben, als ich den Titel des Buches zum ersten Mal gehört habe, dachte ich wirklich an Rohkost. An Gurken- und Karotten-Sticks mit Humus, um genau zu sein.

Ich war leicht skeptisch, denn ganz allgemein gesagt: Essen zur Arbeit mitnehmen? Das war nie mein Ding. Mittagspausen wären schließlich dazu da, um zelebriert zu werden, oder? Die kurze Erholungspause, in der ich absolut nichts tun muss, außer zu essen.

Also gingen wir essen. Fünf Mal die Woche. Jede Woche. Dieses Essengehen, das anfangs noch richtig toll war, endete schlussendlich immer öfters beim Bäcker um die Ecke, wo ich mir belegte Brötchen geholt habe (von Gönnung kann hier keine Rede sein).

Der anfängliche Vorsatz, nicht zu denen zu gehören, die immer ihr Essen in Tupperdosen mithaben, fing an zu bröckeln. Und wie es mit nicht durchdachten Vorsätzen einmal so ist, lässt man schnell wieder davon ab und sich eines Besseren belehren. Und es müssen ja nicht unbedingt Tupperboxen sein. So ein Glas ist schon cool.

Ich habe mich dann auf dieses Konzept eingelassen und hey, heute bin ich stolz darauf, meinen ArbeitskollegInnen zu erklären, was ich mir wieder Leckeres zubereitet habe. „Gemüse to go“ gehört mittlerweile zu meinen absoluten Lieblingskochbüchern.

Das sind fünf Gründe dafür:

Es darf auch gerne geteilt werden! Foto: (c)Thomas Apolt

1 | Kaltes Essen schmeckt mir nicht.

Wirklich nicht. Was nicht kalt gehört, soll auch nicht kalt gegessen werden. Ich hab’s versucht, aber nach dem ersten Bissen stand fest: Einmal und nie wieder. Damit das Essen nämlich frisch bleibt, wanderten die Gnocchi mit Tomatensauce am Morgen in den Bürokühlschrank. Ihr müsst wissen, bei uns im Verlag gibt es keine Mikrowelle. Als ich sie zu Mittag herausgeholt hab und essen wollte – naja … habt ihr schon mal fast gefrorene Gnocchi probiert? Es war kein Erlebnis. Wie ich schmerzlich feststellte, entfalten sich der herrliche Duft von Basilikum und die Süße der Tomaten erst ab einer gewissen (warmen) Temperatur. Die kalten Teigklöße waren weder schmackhaft noch appetitlich. Jede Italienerin wäre beleidigt.

Leckere Instant-Suppen to go - warm und gesund Essen im Büro leicht gemacht! Foto: (c)Thomas Apolt

Was „Gemüse to go“ für mich besonders macht, sind die richtig guten Rezepte für Instantsuppen. Ihr könnt euch das so vorstellen, dass ihr zuhause aus frischem Gemüse eine Paste herstellt, die ihr dann in ein Glas gebt, zusammen mit z.B. Glasnudeln, Gemüseraspeln und frischen Kräutern. Im Büro gießt ihr dann kochendes Wasser dazu und voilà: Eure gesunde, selbstgemachte Instantsuppe wärmt euch von innen.

2 | Ich fühl mich satt – auf angenehme Art und Weise

Das Nachmittagstief. Kennt ihr es? Nach deftigen Mahlzeiten wünschen wir uns oft nichts sehnlicher, als ein Nickerchen einzulegen. Wenn wir viel und schwer essen, hat unser Körper mit der Verdauung zu tun. Zwischen selbstgemachter Pizza (die esse ich übrigens auch gern kalt) und der beim Italiener liegen kalorientechnisch Welten. Das Vergnügen, meine Lieblingspizzeria zu besuchen, hebe ich mir auf, wenn ich danach nichts mehr vorhabe und mich dem Völlegefühl ganz und gar hingeben kann. Wenn ich selbst zubereitetes Essen mithabe, kann ich diesem Tief besser entgegenwirken. Auch gesunde und leichte Rezepte machen nämlich satt. Jetzt im Frühjahr freue ich mich neben selbstgemachter Pizza besonders auf den Wildkräutersalat mit geröstetem Pita, Bulgur-Wrap mit Ziegenkäse und die Gemüsetortilla mit bunten Blüten.

Verführerisch: Gemüsetortilla mit bunten Blüten (auch kalt sehr lecker); Foto: (c)Thomas Apolt
Perfekt für den Sommer: erfrischender Wildkräutersalt mit geröstetem Pita; Foto: (c)Thomas Apolt

3 | 15 Minuten zur Vorbereitung sind auch morgens drin

Die Zubereitung dieses Taboulé dauert gerade mal 15 Minuten. Foto: (c) Thomas Apolt

Zeit ist eine wertvolle Ressource. Vor allem am Morgen kann man gar nicht genug davon haben. Dass man nicht eine Stunde früher aufstehen möchte, um sich was herzurichten, findet ihr sicher nachvollziehbar. Aber ein Viertelstunde ist drin. Die Rezepte dauern in der Zubereitung tatsächlich nur zwischen 15 und 45 Minuten. Die etwas Aufwendigeren – wobei wirklich alle einfach hinzukriegen sind – mach ich dann einfach am Vorabend. So hab ich ein leckeres Abend- und Mittagessen zugleich. Die verschiedenen Aromapasten, von denen ich vorher schon geschwärmt habe, mach ich übrigens einmal in großer Menge. Durch den hohen Salzgehalt halten sie ziemlich lange: luftdicht im Kühlschrank bis zu einem halben Jahr. Dann geht die Zubereitung gleich noch viel schneller!

4 | Nicht nur fürs Büro – auch für Partys und Picknicks

Arbeit ist das halbe Leben – aber eben nur das halbe. Meine Freizeit verbringe ich gern draußen. Wir wandern, schwimmen, und genießen die letzten Sonnenstrahlen eines Tages gern in vollen Zügen. Was käme da gelegener, als das Badetuch zur Picknickdecke umzufunktionieren und draußen zu Mittag oder zu Abend zu essen? So wird ein perfekter Tag noch schöner. Die Zubereitung der Snacks muss auch nicht bei euch allein liegen. Fragt eure Freunde! Mit ein bisschen Motivation und Inspiration nimmt sicher jeder gern was mit. Wenn dann auch noch das Wetter mitspielt, steht einem gemeinsamen Festmahl im Freien nichts mehr im Weg. Ein paar leckere Fingerfood-Rezepte findest du übrigens in unserem Magazin!

Egal wohin ich gehe - mein Essen habe ich jetzt immer dabei! Foto: (c)Thomas Apolt

Andere sammeln Briefmarken - ich richtig schöne Bücher

Es ist wirklich nicht schwierig, mich glücklich zu machen. Zwei Dinge, die das garantiert schaffen, sind richtig gutes Essen und – richtig schöne Kochbücher. Wenn wir am Vormittag im Verlag an unseren Büchern arbeiten, läuft mir beim Anblick vieler Gerichte das Wasser im Mund zusammen. Meine Mittagspause vorzuverlegen, ist daher längst keine Ausnahme mehr. Bei „Gemüse to go“ passt einfach alles. Wie das Buch in der Hand liegt und das Gefühl der matten, dicken Seiten beim Durchblättern. Die knalligen Illustrationen, die schönen Fotos … 

Was mir immer gut gefällt, ist auch, wenn die Speisen schön angerichtet sind und so aussehen, als würde ich das ebenfalls hinbekommen. Keine Hemmschwelle ist größer, als utopisch gestylte Gerichte, für die ich Pinzette und Pipette zum Anrichten brauche. Für ein to go Kochbuch wäre das ohnehin unpraktisch. 

Ein weiterer Pluspunkt: Die Rezepte gelingen und die Zutaten, die ich dafür brauche, habe ich meistens schon zuhause. Auch wenn ich das Rezept nicht immer 1:1 übernehme, mag ich es einfach, mich beim Durchblättern inspirieren zu lassen.

Gemüse to go ist sicher ein Kochbuch, das ich noch ganz oft zur Hand nehmen werde und allen Gemüseliebhaberinnen und Selbstkochenden wirklich sehr empfehlen kann!

Wenn du jetzt Lust bekommen hast, ab und zu dein Mittagessen mitzunehmen: Mit Gemüse to go findest du bestimmt die Inspiration und Motivation, es auch auszuprobieren! 

Eines der über 100 köstlichen Rezepte hat sicher das Potential, dein neues Lieblingsgericht zu werden!

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