Kränze selber binden

Herbstliche Kränze selber binden

Mit dieser einfachen Schritt-für-Schritt-Anleitung gar kein Problem!


Je nach Jahreszeit und Zutat gibt es unzählige Möglichkeiten, um einen Kranz zu gestalten: ob als Adventkranz, als herbstlicher Türkranz oder feines Blütenkränzchen als Haarschmuck – die Technik des Bindens bleibt die gleiche. Es ändern sich lediglich die Zutaten und die technischen Hilfsmittel.
Und das Beste daran ist, man findet die schönsten Materialien überall um uns herum in der Natur!

Mit dieser Anleitung von Slow-Flower-Gärtnerin Margrit De Colle kannst du ganz einfach selber kreativ werden und wunderschöne Deko aus der Natur herstellen. Deinen Ideen sind dabei keine Grenzen gesetzt!

Gestaltung von Kränzen

Der Form des Kranzes liegt immer der Kreis zugrunde. Der Kranz ist pure Symmetrie.

Beim Werkstück Kranz ist die Form der Gestaltung klar. Es gibt genaue Vorgaben. In der Werkstatt wird der Inhalt, wird das gedankliche Projekt handwerklich umgesetzt. Der Kranz symbolisiert den Anfang ohne Ende, Unendlichkeit wird damit verbunden. So sollte dieses Werkstück gestaltet werden: ohne Schwerpunkte und ohne Unterbrechungen. Der Kranz muss fließen.

Die verwendeten Materialien ergänzen den Inhalt. Schwierig sind große, aufmerksamkeitsheischende Blüten, lange Rispen, alle Farben und Formen, die den Lauf des Kranzes zu sehr unterbrechen oder von seiner Kreisform ablenken.

Das Kranzkörperprofil kann unterschiedlich sein. Vollrund werden frei gehängte Kränze gestaltet. Bei liegenden Kränzen gestaltet man ein zu Dreivierteln rundes Profil, an der Wand hängende Kränze passen gut halbrund.

Das Verhältnis von Kranzdurchmesser zur Kranzöffnung muss ausgewogen, muss in Proportion sein. Je nach Farbe, Material und Verarbeitungsweise kann die Öffnung in Relation zum Durchmesser mit Hilfe des Goldenen Schnittes berechnet werden.

Verschiedenste Kranzunterlagen sind denkbar. Je dünner die Unterlage selbst, desto eher gelingen feine Kränze, und man ist selbst in der Lage, die genau gewünschte Proportion zu gestalten.

 

Kränze aus Zweigen und Ranken winden

Von Spätherbst bis Vorfrühling eignen sich gewundene Kränze aus Zweigen und Ranken besonders gut.

Von Spätherbst bis Vorfrühling: gewundene Kränze aus Zweigen und Ranken

Von Spätherbst bis Vorfrühling: gewundene Kränze aus Zweigen und Ranken


Zeitraum

Wenn die Zweige ihr Laub verlieren bis zu dem Zeitpunkt, wo die ersten Knospen sichtbar werden, etwa von November bis Februar

Zutaten

Einjährige Zweige von Weide (Salix), Hartriegel (Cornus) oder Ranken vom Wilden Wein, Echten Wein, Hopfen oder Klematis

Schritt für Schritt

Man beginnt mit einem langen Zweig, mit dem man den Umfang des Kranzes bestimmt. Der fertige Kranz wird noch etwas größer als dieser erste Ring. Die ersten beiden und auch die nächsten fünf Zweige müssen gehalten werden. Man braucht keine zusätzlichen Hilfsmittel außer Vertrauen und Geduld. Jeder Zweig wird einzeln in den Ring gewunden, vom Anfang bis zum Ende. Sobald der Kranz von selbst hält, ist das Schwierigste geschafft. Zweig um Zweig wird weiter angesetzt und bis zum Ende verwunden. Der Kranz wächst – und auch die Festigkeit. Weitere Zweige werden nun mit dem dicken Ende voran im Kranzkörper verankert und dann bis zum Ende in den Kranz verwunden. Man windet einen Zweig nach dem anderen, bis die gewünschte Größe und Proportion erreicht ist.

 

Kränze aus Blüten, Blättern und Samenständen binden

Im Winter eignen sich  gebundene Kränze aus verschiedenen Koniferen, Beeren und Samenständen.

Zeitraum
Außer im Winter bei geschlossener Schneedecke finden sich für dieses Werkstück ganzjährig gute Kombinationen.

Zutaten
Frische oder bereits getrocknete Zutaten werden gemeinsam verwendet. Mit einer guten Balance von verzweigten, wuscheligen und einfachen Zutaten entsteht ein harmonisches Ganzes. Zu wählen sind Blüten, Beeren und Blätter, die gut zum Trocknen geeignet sind.

Farbenfrohe Zutaten kontrastreich kombiniert und interessant arrangiert, Orange und Pink in der Kombination mit Blautönen, die sich im Farbkreis gegenüberliegen: ein Komplementärkontrast, der harmonisch und gleichzeitig spannend wirkt.

Farbenfrohe Zutaten kontrastreich kombiniert und interessant arrangiert, Orange und Pink in der Kombination mit Blautönen, die sich im Farbkreis gegenüberliegen: ein Komplementärkontrast, der harmonisch und gleichzeitig spannend wirkt.

Schritt für Schritt
Alle Zutaten werden vorbereitet, geteilt und auch zerlegt. Je kleiner die einzelnen Zutaten sind, umso genauer und kompakter kann der Kranz werden. Wilde, strahlenförmige Kränze erhält man bei längeren Zutaten.
Man wählt eine dem Material und der gewünschten Proportion entsprechende Kranzunterlage. Der Materialaufwand bei Strohunterlagen wird höher sein als bei Drahtringen. Auf Ringen entstehen leichter schmälere Kränze.
In der fertigen Gestaltung werden alle Zutaten überall zu finden sein. So werden bereits bei Arbeitsbeginn die Zutaten gemischt verwendet.
Gemischte Sträußchen werden innen beginnend an die Unterlage gebunden. Zum Binden eignet sich dünner Wickeldraht.
Es ist zu entscheiden, ob der Kranz halbrund oder rund gebunden werden soll. Hat man die gewünschte Stärke und das Profil des Kranzes an einer Stelle erreicht, rutscht man mit den nächsten Sträußchen einfach weiter.
Beim Abschluss werden die letzten Stiele der Sträußchen unter die ersten geschoben und sorgfältig fertig gebunden.
Bei gebundenen Kränzen gibt es immer eine eindeutige Fließrichtung.

Kränze binden: Schritt für Schritt

Kränze binden: Schritt für Schritt

Diese Anleitungen sowie viele weitere praktische Tipps zum Thema Bio-Schittblumen aus dem eigenen Garten. Die besten Anbautipps und die schönsten Gestaltungsideen fürs ganze Jahr“ findet ihr im Buch von Margrit de Colle.

Sie ist Slow-Flower-Gärtnerin aus Leidenschaft. Ihre Passion für heimische Blumen entdeckte sie bereits in ihrer Kindheit. In der Südoststeiermark hat sie 2011 ihren Traum von einer Bio-Blumenlandwirtschaft verwirklicht und kultiviert unter dem Namen „Vom Hügel“ Schnittblumen, Zweige, Kräuter und essbare Blüten. Ihr umfangreiches Knowhow gibt sie in Seminaren und Workshops an BlumenliebhaberInnen weiter. http://www.vomhuegel.at