Weihnachtskekse backen geht ganz leicht mit den Tipps von Johanna Aust. © Foto: Sonja Priller

Geh’ mir auf den Weihnachtskeks!

O du wohlschmeckende, süße Keksbackzeit – wir freuen uns, dass du endlich wieder da bist! Die ersten Schneeflocken fallen und draußen wird es früher dunkel, aber unsere Augen leuchten freudig auf, wenn wir den Duft von Zimt und Schokolade gierig aufsaugen. Damit sich unsere Küche aber in eine Weihnachtsbäckerei verwandeln kann, in der wir himmlische Weihnachtskekse mit unseren Liebsten backen, verrät uns Johanna Aust ein paar ihrer Geheimnisse. Also, alle Nussverfechter, Schokoliebhaberinnen und Spritzgebäckfans, spitzt die Kekse, äh, die Ohren: 

Vorspiel zum Weihnachtskeksebacken

Bevor du deine Weihnachtskekse backen kannst, musst du dich ein bisschen in Geduld üben. Die richtige Planung ist auch beim Backen wichtig. Drei Dinge, die du auf jeden Fall jetzt schon machen kannst:

  1. Die Butter aus dem Kühlschrank holen. Wenn du sie verarbeitest, sollte sie bereits Zimmertemperatur haben.
  2. Den Backofen einschalten. Ob deine Kekse gelingen, hängt auch davon ab, ob sie es fein kuschlig warm haben – und zwar (in den meisten Fällen) genau bei 180 °C Heißluft.
  3. Alle Zutaten abwiegen und sie griffbereit auf die Arbeitsfläche stellen. Beim Verarbeiten und Kneten muss es oft schnell gehen, da ist es nützlich, wenn du schon alles parat hast.
Am besten gleich zu Beginn alle Zutaten griffbereit auf die Arbeitsfläche stellen – So steht dir beim Backen deiner Weihnachtskekse nichts mehr im Weg stehen. © Foto: Sonja Priller
Am besten gleich zu Beginn alle Zutaten griffbereit auf die Arbeitsfläche stellen – So steht dir beim Backen deiner Weihnachtskekse nichts mehr im Weg stehen. © Foto: Sonja Priller

Du hast die Wahl: Welcher Teig wird dein Herzblatt?

Manche sind ein bisschen anspruchsvoller als andere. Sie wollen das volle Verwöhnprogramm und sich so richtig durchkneten lassen. Andere wiederum reagieren plötzlich empfindlich auf unsere Berührungen. Die Rede ist natürlich von den Keksteigen. Hier stellen sich diejenigen vor, die sich nach gemeinsamen Stunden mit dir sehnen – für welchen Teig wirst du dich entscheiden?

Der Wählerische: Mürbteig

„Zugegeben: Manchmal habe ich schon eine gewisse sadistische Ader. Und mache gerne anderen das Leben schwer. Du musst wissen: Nach einer gewissen Zeit habe ich einfach genug. Und wenn du mich dann noch weiter bearbeiten willst, dann mache ich einfach nicht mehr mit. Dann kann ich auch schon mal patzig werden. Ach ja, und gegen einen Schuss Alkohol habe ich oft auch nichts einzuwenden. Ich hoffe, das ist kein Problem für dich. Vielleicht können wir zwei es einmal miteinander versuchen?“

Die Schönheit: Spritzgebäck

„Ich würde mich schon als schön bezeichnen. Die Blicke bin ich gewohnt: Ich habe eben meine Kurven, Ecken und Kanten – und das ist auch gut so. Aber wenn du möchtest, dass ich mich so richtig in Form bringe, dann musst du mir schon zur Hand gehen. Oft werde ich als quirlig beschrieben, weil ich ja gerne so lange angerührt werde. Das musst du dir merken: Ich bin nicht ganz pflegeleicht. Aber ich habe nun mal andere Qualitäten. Wie wär’s mit uns beiden?“

Der Genießer: Blätterteig

„Manche sagen, ich lebe zu ungesund. Ich bin zu fett, meinen sie. Dabei habe ich doch nur ein großes, buttriges Herz! Außerdem bin ich schon sportlich. Touren gehören zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Aber ich gebe zu, danach bin ich wieder ganz schön faul und muss erst kurz rasten, bevor es weitergeht. Zumindest, habe ich gehört, hätte ich einen guten Charakter. Ich bin sehr verständnisvoll und gar nicht nachtragend. Ich habe eben viele Schichten. Willst du sie kennenlernen?“

Kekse mögen’s kuschlig warm!

Backe, backe, lieber Weihnachtskeks: Geh’ schön auf und verströme deinen tollen Duft in der ganzen Wohnung. Aber werd’ mir ja nicht zu dunkel! Damit deine Plätzchen sich eine gleichmäßige Winterbräune holen können, verwendest du am besten das Heißluft-Programm deines Backofens. So wird die Hitze im Ofen durch das Gebläse verteilt. Manche Kekse aber mögen’s heiß bei Ober- und Unterhitze. Und manche Backöfen tun ohnehin so, wie es ihnen gefällt. Also: Beobachte dein Keks-Solarium regelmäßig.

Verwende am besten das Heißluft-Programm deines Backofens, damit sich deine Weihnachtskekse eine gleichmäßige, wunderschöne Ofenbräune holen können. © Foto: Sonja Priller
Verwende am besten das Heißluft-Programm deines Backofens, damit sich deine Weihnachtskekse eine gleichmäßige, wunderschöne Ofenbräune holen können. © Foto: Sonja Priller
  • Kleingebäck mit Heißluft backen: So kannst du mehrere Bleche gleichzeitig in den Ofen schieben. Achtung: Mehrere Bleche gleichzeitig beaufsichtigen!
  • 180 °C Heißluft passt für fast jedes Kleingebäck. 
  • Die Backzeit richtet sich nach der Teigdicke und danach, wie oft du den Backofen öffnest. Die in den Rezepten angegebene Backdauer ist ein ungefährer Richtwert, daher immer wichtig: auf Sicht backen!
  • Backöfen haben so ihre Eigenheiten – zum Beispiel unterschiedliche Temperaturen an verschiedenen Stellen. Bleche während des Backvorgangs eventuell drehen oder die Einschubschiene wechseln.

Bei dir schmelze ich dahin, Schokolade!

Ab ins warme Schokobad – deine Kekse werden sich herrlich wohlfühlen. © Fotos: Sonja Priller
Ab ins warme Schokobad – deine Kekse werden sich herrlich wohlfühlen. © Fotos: Sonja Priller

Kekse mit Schokoglasur überziehen – so geht’s:

  • Du brauchst: Gebäck, Palette, Löffel, spitzes Messer, Butterbrotpapier, Kochtopf, Schüssel
  • Gewünschte Glasur auf ca. 35 °C bzw. Körpertemperatur erwärmen und glattrühren 
  • Das vorbereitete Keks auf eine Palette legen
  • Mit einem Löffel die Glasur darübergießen
  • Vorsichtig die Palette am Schüsselrand abklopfen. So rinnt die überschüssige Glasur ab und kann weiterverwendet werden.
  • Mit einem spitzen Messer glasiertes Gebäck auf ein vorbereitetes Butterbrotpapier schieben 
  • Das getrocknete Gebäck lässt sich vom Butterbrotpapier gut ablösen.
  • Vorgang wiederholen, bis alles glasiert ist.

Ein neues Zuhause für deine Weihnachtskekse

Wie geht es nach dem Backen & Glasieren weiter? Erst mal ein Keks probieren. Worüber du dir jetzt noch Gedanken machen musst, ist die richtige Lagerung deiner Kekse. Du kannst natürlich alle auf einmal aufessen. Aber davon ist aus gesundheitlicher Sicht wohl eher abzuraten. Besser ist es, die Kekse ganz ruhig und sanft abkühlen zu lassen und sie ein bisschen schläfrig werden zu lassen. Um sie dann in ihr neues Zuhause, eine möglichst kitschig bemalte Keksdose, zu betten. Das musst du beachten: 

  • Nach dem Backen flach liegend auskühlen
  • Nach dem Auskühlen die Plätzchen in Frischhaltedosen luftdicht verschlossen aufbewahren. So bleibt das Gebäck mehrere Wochen frisch.
  • Jede Sorte separat aufbewahren. Viele Sorten geben Geruch bzw. Geschmack an weniger intensive Sorten ab (z. Bsp.: Kokos, Kaffee).
  • Butterbrotpapier zwischen die Kekslagen legen.
  • Gebäck mit Butter- oder Schokoladencreme nur kurze Zeit aufbewahren und eventuell in einen kühlen Raum stellen.
  • Windgebäck, Zwieback, Lebkuchen und Anisbögen sind besonders gut lagerfähig.
  • Bei Regenwetter werden alle Kekse weich.
  • Mit Schokolade glasierte Kekse nur kurz angreifen und in die Frischhaltedose legen. Fingerabdrücke sind sichtbar und werden bei längerer Lagerung weiß.
Spekulatiuskrapferl, Walnussmonde & Co. sind fertig – wie kannst du sie aufbewahren? © Fotos: Sonja Priller
Spekulatiuskrapferl, Walnussmonde & Co. sind fertig – wie kannst du sie aufbewahren? © Fotos: Sonja Priller

Jetzt steht deinem Weihnachtskekse-Wunder nichts mehr im Weg: Mit diesen Tipps und Tricks bist du bereit, so richtig loszulegen und kannst herrliche Weihnachtskekse backen. Aber Moment, welche Kekse sollen dir die Adventszeit überhaupt versüßen? Johanna Aust hat in Die besten Weihnachtskekse 111 himmlische Rezepte für dich: Von Vanillekipferl und Zimtsterne bis hin zu Kürbiskerntütchen und Windbusserln – jeder Keksfan findet seinen Lieblingskeks!

  • 111 Rezepte, die – vom Anfänger bis zur Keksmeisterin – niemanden im Stich lassen
  • Johanna Aust verrät ihre Backgeheimnisse rund um Vorbereitung, Backzeit, Verzierung und Haltbarkeit
  • Einfache Anleitungen garantieren  Backvergnügen für die ganze Familie
  • Von traditionellen Rezepten für Linzer Augen, Spritzgebäck und Lebkuchen bis hin zu neuen Kreationen wie Kastanienpralinen und Orangentrüffel
  • Backen heißt fühlen: mit allen Sinnen den perfekten Teig erkennen
  • Hier kommen alle auf ihre Kekskosten, ob SchokoliebhaberKokosanhänger oder Spritzgebäckfans
  • Und sollte doch mal etwas schiefgehen: No-Waste-Tipps für die Teigüberbleibsel