Christina Bauer auf der Alm mit Kühen
BEITRAGSAUTORIN: Katharina Schaller | KATEGORIE: Natürlich & nachhaltig leben | 17.11.2020

Wie lebt es sich eigentlich mit Milchkühen, Christina Bauer?

Gemischt mit Honig zum Einschlafen, verrührt mit Kakaopulver zum Frühstück oder als Zutat zum Backen von Laugenbrötchen – Milch gibt’s bei Christina Bauer eigentlich jeden Tag. Wie gut, dass sie täglich frische Milch zur Verfügung hat, und zwar von ihren 35 Fleckvieh-Rindern. Wir haben Christina Bauer und ihre Damen besucht und nachgehakt: Warum geben Kühe Milch, was machen sie den ganzen Tag und was haben wir garantiert noch nicht über sie gewusst?

Inhalt
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8 kuhle Fragen an Christina Bauer
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8 kuhle Fragen an Christina Bauer

Auf dem Bramlhof im Lungau lebt Christina Bauer mit ihrem Mann, ihren Kindern Thomas und Magdalena, sowie 35 Milchkühen – die im Moment aber gar nicht zu Hause im Stall sind: Denn jedes Jahr im Juni kommen Rosine, Trixi und Co. – ja, jede Kuh hat natürlich einen Namen – hinaus auf die Weide. Das ist immer ein besonderes Ereignis, sogar die älteren Damen hüpfen aufgeregt auf der Wiese herum, erzählt uns Christina Bauer lachend.

Am Abend geht’s zum Melken zurück in den Stall. Im Juli und August sind die Ladies dann auf der Alm zu finden. Denn: Kühe fühlen sich am wohlsten bei 15 °C, im Tal wäre ihnen einfach zu heiß. Welche spannenden Geschichten uns Christina Bauer noch über ihre Ladies erzählt hat, liest du hier:

Wie sieht ein typischer Morgen mit Kühen aus?

Christina: „Unser Tag beginnt immer sehr früh: Tagwache bei uns am Bauernhof ist um 5 Uhr morgens. Und verschlafen gilt nicht, denn im Stall werden wir schon sehnsüchtig erwartet. Wenn wir dann dorthin kommen, begrüßen uns unsere Ladies freudig. So ein Start in den Morgen ist einfach toll!

Und unsere Damen wissen: Wenn sie uns sehen, gibt’s für sie ein köstliches Heu-Frühstück, frisches Wasser und ein paar Streicheleinheiten – zumindest für die Kühe, die gestreichelt werden wollen.“

Christina und Magdalena mit Kühen auf der Alm
Ach, auf der Alm ist es besonders schön – das finden auch die Kühe! Foto: © Katharina Mühlbacher

Es gibt also Kühe, die wollen gar keine Streicheleinheiten?

Christina: „Ja, man kann sich das vorstellen wie bei uns Menschen. Die eine Kuh ist ängstlich, die andere stur, manche sind sehr selbstsicher und wollen immer vor allen anderen das beste Futter, andere wiederum halten sich zurück und meiden den Kontakt zu Menschen und ihren Kuhgenossen. Also gibt’s für die kuschelbedürftigen unter unseren Kühen ein paar Streicheleinheiten. Natürlich schauen wir auch die anderen Kühe ganz genau an: Geht es ihnen gut? Fressen sie brav? Sind sie gesund?“

Christina, Magdalena und Thomas mit Kuh
Nicht alle Kühe freuen sich über Streicheleinheiten – diese hier aber schon! Foto: © Katharina Mühlbacher

Was macht eine Kuh eigentlich den ganzen Tag?

Christina: „Fressen und Wiederkäuen (lacht). Zwar sind unsere Kühe keine Arbeitstiere, den ganzen Tag faulenzen tun sie aber trotzdem nicht. Obwohl es manchmal wirklich so aussieht: Unsere Ladies grasen den ganzen Tag auf der Wiese und lassen sich dann zum Wiederkäuen lässig ins weiche Gras fallen. Was man von außen aber nicht sehen kann: Die Kühe produzieren laufend wertvolle Milch.“

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Warum gibt eine Kuh überhaupt Milch?

Christina: „Einmal im Jahr bringt eine Kuh normalerweise ein Kälbchen auf die Welt. Und für dieses produziert sie ihre Milch. Diese Milch können wir aber auch für uns nützen. Die Melkbewegungen fühlen sich für die Kuh ähnlich an wie die Saugbewegungen ihres Kälbchens, so gibt sie ihre Milch auch an uns ab. Die Biestmilch, die allererste Milch, bekommt aber nur das Kleine. Diese Milch ist eine wichtige Starthilfe für das Kälbchen, denn die ist voll mit Abwehrstoffen.“

Wie funktioniert das Melken von Kühen? Man stellt sich das ja immer so einfach vor …

Christina: „Nein, mit der Hand ist das Melken gar nicht so einfach und man braucht schon ein bisschen Übung dazu. Man muss aufpassen, dass die Kuh beim Melken nicht erschrickt, sonst kann es schnell passieren, dass man Hinterbein oder Schwanz zu spüren bekommt.

Wie die meisten anderen Bäuer*innen auch verwenden wir heute eine Melkmaschine. Bevor wir diese anschließen, müssen wir prüfen, ob bei der Kuh und der Milch alles passt. Dieses Vormelken funktioniert so: Wir melken die ersten Strahlen der Milch in einen Eimer und untersuchen sie genau. Erkennen wir darin Flocken oder hat die Milch eine andere Farbe, stimmt etwas nicht. Dann dürfen wir diese Milch nicht mit der von anderen Kühen lagern. Ist alles okay, säubern wir gut die Zitzen und schließen diese an die Melkmaschine an. An alle vier Zitzen kommen sogenannte Melkbecher, die die Saugbewegungen eines Kälbchens nachahmen. Die Milch kommt über eine Milchleitung in einen Tank, wo sie sofort auf 5 °C gekühlt wird.“

zuerst wird mit der Hand vorgemolken
Kühe mit der Hand melken? Ist gar nicht so einfach! Christina Bauer weiß aber genau, wie es funktioniert! Foto: © Christina Mühlbacher

Was passiert, wenn alle Kühe gemolken sind?

Christina: „Nach dem Melken reinigen wir die Maschine. Alle zwei Tage holt ein Kühlwagen die Milch ab. Er bringt sie dann in eine Molkerei, wo aus der Milch zum Beispiel Käse, Butter und Joghurt hergestellt werden.“

Magdalena und Thomas genießen frische Milch
Ist der Durst von Magdalena und Thomas besonders groß, hilft nur ein Glas mit frischer Milch! Foto: © Katharina Mühlbacher

Was fressen eure Kühe eigentlich am liebsten?

Christina: „Gräser, Kräuter und Klee – davon können sie auf den Almen so viel fressen, wie das Herz begehrt. Und das ist eine ordentliche Menge! Insgesamt können Kühe bis zu 80 Kilogramm Futter von den Wiesen abgrasen und trinken zwischen 80 und 150 Liter Wasser – pro Tag! Und dann sind sie immer noch nicht ganz satt. Kaum zu glauben, oder? Damit sie satt werden, gibt’s also noch ein bisschen Kraftfutter in Form von Getreide wie Weizen oder Mais, Rübenschnitzel, Erbse oder Ackerbohne vermischt mit wichtigen Mineralstoffen obendrauf. Und quasi als würzigen Nachtisch: Salz! Das schlecken sie dann mit ihrer großen Zunge von einem Leckstein ab.“

Magdalena füttert Pauline
Leckerschmecker! Pauline frisst Magdalena sogar aus der Hand. Foto: © Katharina Mühlbacher

Eine letzte Frage: Was haben wir garantiert noch nicht über Kühe gewusst?

Christina: „Kühen schlafen nicht, sie dämmern und dösen nur vor sich hin. Insgesamt ruhen sie so 3–4 Stunden. Da sie nämlich Fluchttiere sind, können sie so jederzeit fliehen – ein Urinstinkt aus früheren Zeiten, als Kühe noch wild waren. Der Instinkt hat sich aber bis heute gehalten. Und weil sie in der Nacht wach sind, fressen sie eben auch dann. “

Vielen Dank fürs Interview, Christina!

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