Frostig, knackig und voller Vitamine: Wintergemüse
BEITRAGSAUTORIN: Julia Zachenhofer | KATEGORIE: Garten & Balkon | 27.11.2017 | aktualisiert: 15.10.2020

Gesundes Wintergemüse: Deine Vitaminspender bei Frost & Schnee!

Nanu – was lugt denn da unter der dicken, weißen Schneedecke hervor? Es ist der liebe Kohlrabi, knackiger und frischer noch, als er im Sommer je schmecken würde. Er ist nur einer von unzähligen regionalen Gemüsearten, die sich von Minusgraden nicht abschrecken lassen. Möchtest du ab jetzt auch gerne den Salat für dein Weihnachtsmenü aus dem eigenen Garten holen? Hier erfährst du, welche Lieblings-Wintergemüse du in dein Beet einziehen lassen kannst. Ganz unten findest du noch einen praktischen Wintergemüse-Kalender mit allen Infos rund um Aussaat und Ernte.

Inhalt
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Was gilt als Wintergemüse?
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Typisches Wintergemüse: Liste mit unsere Lieblingssorten
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Wintergemüse: 8 heimische Sorten für dein Beet
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Wintergemüse-Kalender: Wann wächst was?
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Wintergemüse – lässt garantiert niemanden kalt!

Was gilt als Wintergemüse?

Viele Gemüsearten sind wesentlich frostfester, als wir es ihnen zutrauen. Sie trotzen Temperaturen bis -10 °Celsius, manche setzen die Latte sogar noch tiefer. Vorausgesetzt, du säst sie zur rechten Zeit aus (siehe Tabelle weiter unten). Diese Wintergemüse wachsen also unbeirrt in der kalten Jahreszeit und erlauben noch dazu eine üppige Ernte! Unter den Wintergemüsen finden sich Vertreter der Kreuzblütler, Doldenblüter, Zwiebelgewächse und viele mehr. Lerne die coolsten aller Gemüse kennen!

Typisches Wintergemüse: Liste mit unseren Lieblingssorten

  • Kreuzblütler
    • Butterkohl
    • Asia-Salate
    • Kohlrabi
    • Grünkohl
    • Palmkohl/Schwarzkohl
    • Zierkohl
    • Rosenkohl/Sprossenkohl
    • Rucola
    • Radieschen
  • Korbblütler
    • Zuckerhut
    • Winterendivie
    • Gartensalate
  • Doldenblütler
    • Blattpetersilie
    • Pastinake
    • Karotte
  • Fuchsschwanzgewächse
    • Mangold
    • Spinat
  • Zwiebelgewächse
    • Winterheckenzwiebel
    • Schnittknoblauch
    • Porree/Lauch
    • Frühlingszwiebel
Da liegen sie, unsere liebsten Wintergemüse
Im Herbst ist Schluss mit Ernten? Nichts da! Diese Wintergemüse zählen allesamt zu unseren absoluten Favoriten. Foto: © Daniel Zangerl

Wintergemüse: 8 heimische Sorten für dein Beet

Du hast Lust, dich gleich ins Winterbeet zu stürzen? Perfekt! Überleg dir zuerst, welche der Gemüsesorten deine absoluten Favoriten sind. Wir helfen dir ein bisschen und nehmen ein paar dieser winterfesten Vitaminbomben genauer unter die Lupe. Denn das sind die Wintergemüse, die du auch ganz easy bei dir zuhause in Österreich, Deutschland und der Schweiz anbauen kannst – ohne Transportkilometer oder energieverschwendende Gewächshaus-Glühbirnen.

Du möchtest das leckere Wintergemüse selbst anbauen? Dann lies doch diesen Beitrag mit Tipps von Wolfgang Palme! Noch mehr Infos findest du im Buch „Ernte mich im Winter“!

Karotten

Die orangen Alleskönner haben ein besonderes Wintergeheimnis: Je kälter es wird, desto süßer werden sie. Damit spielen sie in einer gänzlich anderen Liga als die gängigen gewaschenen Karotten im Supermarkt, die aus der Kühllagerung stammen.

  • Lagerung: 2–3 Wochen im kühlen Keller
  • Verwendung in der Küche: gegart, gedünstet, gegrillt, als Beilage, in Suppen oder Aufläufen, als knackiger Snack zwischendurch
  • Inhaltsstoffe und gesundheitliche Wirkung: Beta-Carotin (unterstützt den Aufbau von Hautzellen), Pektin für die Darmgesundheit
Bundkarotten aus dem Winterbeet
Diese knackigen Vitaminbomben lieben die Kälte und passen in jedes Wintergericht: Bundkarotten. Foto: © Wolfgang Palme

Asia-Salate

Sie stammen, wie ihr Name schon sagt, aus Fernost und bestehen aus einer bunt gemischten Gruppe von Blattkohl- und Senfkohlarten. Dazu zählen etwa Pak Choi, Tatsoi, Mizuna und Blattsenfe. Ihnen gemeinsam ist ihr würziger, pikanter, einfach einzigartiger Geschmack.

  • Lagerung: 3–4 Tage im Kühlschrank, locker geschichtet in einer Frischhaltedose
  • Verwendung in der Küche: als Baby-Leaf in Salaten; in Aufstrichen, auf Butterbroten und allem, das noch den richtigen Pep verdient; ausgewachsene Exemplare lieben Pfanne und Wok
  • Inhaltsstoffe und gesundheitliche Wirkung: Senföle mit jeder Menge ungesättigter Fettsäuren, die dein Immunsystem boosten
Ein Korb voller Freude: scharf-würzige Asia-Salate
Asia-Salate peppen jeden Wintersalat auf und sind dank ihrer Senföle nicht nur wunderbar würzig, sondern auch gesund. Foto: © Wolfgang Palme

Mangold

Der Pfau unter den Wintergemüsen, der gerne mal seine bunten Blätter auffächert und sie uns entgegenstreckt. Man unterscheidet zwischen dem Stielmangold mit seinen gelben, roten, weißen oder lilafarbenen Stielen und dem Blattmangold, der etwas zarter bestielt ist, dafür aber umso blattreicher wächst.

  • Lagerung: am besten gleich nach der Ernte schnabulieren (bei längerer Lagerung sowie bei mehrmaligem Aufwärmen und langem Warmhalten verwandelt sich das im Mangold enthaltene Nitrat in potentiell schädliches Nitrit!); maximal 2–3 Tage in ein feuchtes Tuch gewickelt im Kühlschrank
  • Verwendung in der Küche: ideal als Blattspinat; sorgt auch in der Pfanne für bunte Abwechslung
  • Inhaltsstoffe und gesundheitliche Wirkung: A-, B- und C-Vitamine, Magnesium und Eisen
  • Für den Anbau beachten: Mangold ist perfekt für alle Garteneinsteiger; er wächst unkompliziert, anspruchslos und in großen Mengen und Blättern
Leuchtend orange und supergesund: der Mangold
Der Hingucker in jedem Beet und auf jedem Teller: der farbenprächtige Mangold. Foto: © Wolfgang Palme

Kohlrabi

Auch der Kohlrabi schmeckt im Winter süßer und zarter als im Frühling, in dem er sonst Saison hat. Hast du gewusst: Dieser ganz spezielle Kohlabkömmling wird hauptsächlich in und für Deutschland und Österreich angebaut. Er ist so stark bei uns verwurzelt (im wahrsten Sinne des Wortes!), dass andere Länder wie Großbritannien oder Russland sogar die Bezeichnung „Kohlrabi“ in ihr Vokabular aufgenommen haben.

  • Lagerung: maximal 2 Wochen im Kühlschrank in ein feuchtes Tuch gewickelt, bei längerer Lagerung wird er holzig
  • Verwendung in der Küche: überall – ob als Suppe, Beilage, Püree oder für Füllungen und Aufläufe; auch roh ein toller Snack!
  • Inhaltsstoffe und gesundheitliche Wirkung: Vitamin C in rauen Mengen; Ballaststoffe und Magnesium
Er trotzt Schnee und Wetter: der Kohlrabi
Was für eine Kugel: Der Kohlrabi zählt zu den besonders gesunden Wintergemüsen. Und: Im Winter schmeckt er gar nicht so scharf! Foto: © Wolfgang Palme

Radieschen

Die knackigen Knöllchen schmecken im Winter nicht scharf, sondern ebenfalls süß – das musst du probieren! Woher die kugelrunden, roten Winterwunder genau stammen, ist nicht geklärt, ab dem 16. Jahrhundert tauchen sie in den europäischen Gärten und Speisekarten auf.

  • Lagerung: 4–5 Tage im Kühlschrank oder im kühlen Keller; Blätter und Wurzeln vorher entfernen bzw. abschneiden (entziehen Wasser und machen so die Knollen schrumpelig)
  • Verwendung in der Küche: als Snack, im Salat, für Partys und Kinderbrotdosen; am besten schnabulierst du sie roh, so schmecken sie einfach am besten
  • Inhaltsstoffe und gesundheitliche Wirkung: stecken voller Vitamin A, B, C, Eisen, Calcium, Kalium und Mineralstoffe; wirken harntreibend und regen deine Organe an
Klein, rund und wahnsinnig gesund: Radieschen
Unsere kleinen Lieblinge: Radieschen sind der ideale gesunde Snack und machen es sich liebend gern im Winterbeet gemütlich. Foto: © Wolfgang Palme

Rucola

Der Wilde Rucola eignet sich für das Winterbeet ganz besonders. Schon in der Antike wurde er als Salatpflanze angebaut. Nachdem er lange Zeit in Vergessenheit geraten war, wurde er erst im letzten Jahrhundert wieder so richtig modern. Heute erfreut er sich großer Beliebtheit:

  • Lagerung: maximal 2–3 Tage im Kühlschrank; gewaschen und getrocknet, locker geschichtet in einer Frischhaltedose
  • Verwendung in der Küche: sein scharf-nussiger Geschmack darf in keinem Salat fehlen; als würzige Ergänzung eignet er sich ausgezeichnet für Pizza, Sandwich, Risotto oder Pesto
  • Inhaltsstoffe und gesundheitliche Wirkung: Senföle, die wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe enthalten; Beta-Carotin, Vitamin C, Mineralstoffe und Folsäure (wichtig für den Stoffwechsel)
Rucola: würzig, gesund und einfach gut
Wer sehnt sich nicht nach ein bisschen Dolce Vita im Winter? Der Rucola macht's möglich! Foto: © Wolfgang Palme

Grünkohl

Den krausen Kopf gibt es schon seit vielen Jahrhunderten, bereits die alten Griechen und Römer haben ihn geschätzt. Heute ist das coole Wintergemüse ganzjährig in Norddeutschland, Dänemark und Schweden Kult. In Nordamerika ist der „kale“ der Star der jungen vegetarischen Szene und wird als Rohkost geknabbert oder zu Green Smoothies verarbeitet.

  • Lagerung: 4–5 Tage im Kühlschrank; kann auch eingefroren werden
  • Verwendung in der Küche: kurz blanchieren, dann ist er nicht so bitter; als Beilage, in Aufläufen oder in jede Gemüsepfanne
  • Inhaltsstoffe und gesundheitliche Wirkung: basisch; liefert Calcium, Eisen, Vitamin K und C; seine Ballaststoffe unterstützen Darmfunktionen, seine Antioxidantien wirken sich positiv auf die Zellbildung aus
Grünkohl: gesund und kalorienarm, das perfekte Wintergemüse
Er zählt zu den härtesten Wintergemüsen: Grünkohl machen Minusgrade nichts aus! Foto: © Wolfgang Palme

Winterendivie

Die Endivie kommt aus dem mitteleuropäischen Raum und lässt sich hierzulande aus keinem Beet mehr wegdenken. Meist wird sie aber im Herbst vom Beet geräumt. Damit ist jetzt Schluss, denn sie hat auch nichts gegen kältere Temperaturen.

  • Lagerung: bis zu 5 Tage im Kühlschrank; kühl und trocken
  • Verwendung in der Küche: schnell hinein in den nächsten Salat oder den nächsten Wok; auch gedünstet ganz wunderbar, am besten zu heißen Kartoffeln
  • Inhaltsstoffe und gesundheitliche Wirkung: Carotinoide, B-Vitamine, Niacin, Kalium, Calcium, Eisen und Folsäure – ein richtiger Gesundmacher!
  • Für den Anbau beachten: mit einer Hochbeethaube vor Feuchtigkeit schützen, damit sie nicht verfault; Tipp: Stülpe 2 bis 3 Wochen vor der Ernte Blumentöpfe über sie – durch den Lichtentzug verfärben sich die Blätter gelb und werden milder und aromatischer
Supergesund und der Superstar im Winterbeet: die Winterendivie
Von wegen bitter: Im Winter entwickelt die Endivie ein zartes, weiches Herz. Foto: © Wolfgang Palme
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Wintergemüse-Kalender: Wann wächst was?

Hast du deine Lieblingsgemüse gefunden? Dann fehlt nur noch der passende Anbauplan! Um den zu erstellen, hilft dir unser praktischer Wintergemüse-Kalender mit Anbau- und Erntezeiten. Los geht’s!

Gemüseart: Aussaat – Pflanzung – Ernte

  • Asia-Salate: Ende Sept. – Anfang Okt. – Ende Okt. bis Ende Nov.
  • Blattpetersilie: Mitte Juli bis Anfang Aug. – / – Nov. bis Dez.
  • Butterkohl: Mai – Ende Juni bis Anfang Juli – Nov. bis März
  • Frühlingszwiebel: Ende Juni/Ende Juli bis Ende Aug. – / – Nov. bis März
  • Gartensalate: Anfang Aug. – Ende Aug. – Nov. bis Jän.
  • Grünkohl: Mai – Juni bis Mitte Aug. – Nov. bis März
  • Karotten: Anfang bis Mitte Aug. – / – Nov. bis März
  • Kohlrabi: Ende Juli – Mitte bis Ende Aug. – Nov. bis Jänner
  • Mangold: Mai – Juni – Juli bis März
  • Palmkohl/Schwarzkohl: Mitte Apr. bis Ende Mai – Juni bis Anfang Juli – Nov. bis Jän./Feb.
  • Pastinake: April – / – Ende Okt. bis Nov.
  • Porree/Lauch: Anfang Feb. – Anfang bis Mitte Mai – Nov. bis März
  • Radieschen: Mitte bis Ende Sept. – / – Ende Okt. bis Mitte Nov.
  • Rosenkohl/Sprossenkohl: Mitte bis Ende Apr. – Mai bis Anfang Juni – Nov. bis Jän./Feb.
  • Rucola: Ende Aug. bis Anfang Sept. – Mitte bis Ende Sept. – Nov.
  • Schnittknoblauch: Ende März bis Ende Apr. – Mai – Aug. bis Nov. und Ende Jän. bis März
  • Spinat: Aug. – Sept. – Nov. bis März
  • Winterendivie: Mitte bis Ende Juli – Mitte bis Ende Aug. – Nov. bis Dez.
  • Winterheckenzwiebel: März – Apr. – Aug. bis März
  • Zierkohl: Mitte Juni – Mitte Juli – Nov. bis März
  • Zuckerhut: Ende Juni bis Anfang Juli – Ende Juli – Nov. bis März

Wintergemüse – lässt garantiert niemanden kalt!

Du siehst: Im Winter geht es im Gemüsebeet heiß her! Viele der Wintergemüse laufen sogar erst in der kalten Jahreszeit zu ihrer (Vitamin-)Hochform auf. Wenn das kein guter Grund ist, deinen Garten dieses Jahr nicht in den Winterschlaf zu schicken – sondern die Ernte ganzjährig zu verlängern. Eines ist klar: Der Winter schmeckt anders – und das ist auch gut so. Weil langweiliges Gewächshaus-Grünzeug oder Südsee-Gemüse mit Umweltdefizit braucht sowieso keiner. Lieber regional, saisonal – und ab jetzt auch im Winter aus dem eigenen Garten.

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