Saatgut richtig einlagern kann jeder: So einfach geht’s!

Mit diesen Tipps habt ihr lange Freude mit eurem eigenen Saatgut

Bald ist es wieder soweit: die Erntemesser sind schon gewetzt, die Einmachgläser stehen bereit, an Kürbissen wird schon zaghaft geklopft und an so manchem Kräuterblatt wird neugierig geschnuppert – im Garten, aber auch auf eurem Balkon geht schön langsam die herbstliche Erntezeit los.

Neben Obst, Gemüse und Kräutern gilt es einen weiteren besonderen Schatz zu ernten und anschließend richtig einzulagern: das Saatgut. Dabei geht es für viele um mehr als nur um ein spannendes Experiment und ein bisschen mehr Autonomie, Unabhängigkeit oder gar Geldersparnis (bei großen Beeten kann das Gewinnen von Saatgut tatsächlich auch finanziell eine sehr sinnvolle Option sein). Mit dem Ernten, Weitergeben, Tauschen und Weiterentwickeln von Saatgut könnt ihr auch einen wichtigen Beitrag zur Sortenerhaltung und zu einer breiteren Vielfalt genutzter Arten beitragen, die zudem besser an lokale Gegebenheiten angepasst sind.

Für Einsteiger eignet sich besonders das Saatgut der Tomate, da ihr es relativ unkompliziert gewinnen könnt, die Tomaten schon im ersten Jahr Samen bilden und sich zudem selbst bestäuben können.

⇒ Mit dieser Anleitung erfahrt ihr, wie es geht!

Ist das Saatgut erst einmal geerntet, ist es besonders wichtig, es richtig zu lagern. Mit der Zeit verlieren Samen ihre Keimfähigkeit, wenn ihr sie richtig aufbewahrt, kann sie aber je nach Pflanze jahrelang erhalten bleiben.

So bewahrt ihr Saatgut richtig auf

Mit diesen nützlichen Tipps aus dem Bio-Gemüse-Ratgeber von Andrea Heistinger und Arche Noah kann eigentlich nichts mehr schief gehen:

⇒ Auszug aus: Bio-Gemüse-Ratgeber

Saatgut verliert mit den Jahren seine Keimfähigkeit, aber umso langsamer, je besser es gelagert wird:

  •  Trockenes Saatgut: Je trockener Saatgut ist, desto länger behält es seine Keimfähigkeit
  • So kühl als möglich (im Optimalfall zwischen 4 und 10 °C)
  • Lagerung bei konstanten Temperaturen
  • Dunkle Lagerung
  • Trockene Lagerung
  • Mäusesicher und mottensicher

In vielen Wohnungen gibt es einen so kühlen Raum gar nicht. Ein Balkon oder ein Dachboden ist auch kein gutes Saatgutlager, da hier die Temperaturen schwanken und es im Winter friert. Dann den kühlsten verfügbaren Raum wählen. In Neubauten kann das auch das Lagerabteil im Keller sein. In den meisten Altbauten sind die Keller zu feucht. In vielen Wohnungen gibt es Wandschränke, in denen es kühler bleibt als in den Räumen.

Saatgut Aufbewahrung Foto Andrea Heistinger

Egal, ob groß oder klein: Gute Saatgutboxen lassen sich mäuse- und mottensicher verschließen. Foto: © Andrea Heistinger

Geeignete Aufbewahrungsgefäße sind: Dicht verschließbare Behälter wie Marmeladengläser, Aufbewahrungsboxen aus Metall (auch alte Keksdosen), Glasflaschen mit luftdichtem Verschluss, Einkochgläser mit Gummidichtungen.

Besonders bewährt haben sich mit Bügeln verschließbare Gläser. Platzsparend ist die Aufbewahrung von mehreren Samensäckchen in einem großen Glas. Holzkisten, Nylon- und Plastiktüten, Pappschachteln oder Papiersäcke sind für die Aufbewahrung von Samen ungeeignet, da sie Feuchtigkeit und Schädlinge nicht abhalten.

Wer Saatgut im Geschäft kauft, ist darauf angewiesen, dass die Päckchen entweder frisch geliefert oder seit der letzten Pflanzsaison richtig gelagert wurden. Auf eine gute Keimfähigkeit kann man sich meist verlassen, wenn man bei Saatgutfirmen direkt bestellt.

Weitere hilfreiche Tipps findet ihr im Bio-Gemüse-Ratgeber von Andrea Heistinger und Arche Noah!