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BEITRAGSAUTORIN: Valerie | KATEGORIE: Natürlich & nachhaltig leben | 01.04.2021

„Wenn du sie erst kennengelernt hast, wirst auch du von diesen wunderbaren kleinen Wesen verzaubert sein!“ – ein Interview mit Brigit Strawbridge Howard

Brigit Strawbridge Howard liebt ihren wilden Garten mit all seinen Bewohnern – ganz besonders die Bienen. Sie kämpft für mehr Aufmerksamkeit für heimische Wildbienen und andere Bestäuber und ist als Bienenaktivistin in ganz Großbritannien unterwegs, schreibt Texte, hält Vorträge und Reden. In ihrem ersten Buch „Dancing with Bees“ erzählt Brigit von ihrer persönlichen Entdeckungsreise zurück zur Natur. Wir haben mit ihr über das Schreiben gesprochen, was es für sie bedeutet, sich wieder mit der Natur zu verbinden und wie wir unsere Umgebung bienenfreundlicher gestalten können. Weiter unten findet ihr das ganze Interview im englischen Original.

Inhalt:
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Das Interview in der deutschen Übersetzung
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Das Interview im englischen Original

Das Interview in der deutschen Übersetzung:


Wie hast du angefangen, Dancing with Bees zu schreiben?

Brigit: Als ich anfing, Dancing with Bees zu schreiben, wollte ich eigentlich, dass es ein Sachbuch wird – dass es um die Ursachen des Bienenrückgangs geht und darum, was wir tun können, um zu helfen. Aber schon zu Beginn meiner Recherchen wurde mir klar, wie wenig ich über die Bienen selbst wusste, insbesondere über einheimische Wildbienen (Hummeln und Solitärbienen), deren Existenz und Bedeutung zu dieser Zeit kaum anerkannt wurden. Also fing ich an, diese „anderen“ Bienen in meinem Garten zu beobachten und war bald ganz und gar verzaubert … nicht nur von den Bienen, sondern auch von ihren faszinierenden Beziehungen zu Blütenpflanzen und all den anderen wilden Tieren, die in meinem Garten lebten oder ihn besuchten. Von da an beschloss ich, dass mein Buch eher eine „erzählende“ Form annehmen würde und dass ich meine eigene Geschichte – meine „Reise zurück zur Natur“ – mit Fakten über Bienen und den Gründen für ihren Rückgang verweben würde.

Wolltest du schon immer Autorin werden?

Brigit: Als Kind habe ich sehr gerne Geschichten geschrieben, aber ich hatte nie vor, ein Buch zu schreiben. Nur weil meine Mutter mich zum Schreiben ermutigte, beschloss ich, es auszuprobieren. Ich bin so froh und wünschte, ich hätte es schon früher getan!

Wie lange hat es gedauert, das Buch zu schreiben?

Brigit: Insgesamt habe ich ungefähr zehn Jahre gebraucht, um Dancing with Bees zu schreiben. Der Inhalt änderte sich ständig und entwickelte sich weiter, insbesondere im letzten Jahr, nachdem Chelsea Green Publishing zugestimmt hatte, das Buch zu veröffentlichen.

Fleißige Bienchen: Sie sorgen für unser Überleben
Die fleißigen Bienchen sind ein elementarer Teil jedes Ökosystems. Illustration © John Walters

Hast du im Freien geschrieben?

Brigit: Ich habe „in meinem Kopf“ draußen in der Natur geschrieben, und die Wörter und Ideen auf meinen Laptop übertragen, sobald ich wieder drinnen war. Im Freien habe ich mir auch viele Notizen gemacht und ein Naturtagebuch geführt, um mich daran zu erinnern, was ich gesehen hatte.

Was hat sich für dich in deinem Leben verändert, seit du die Verbindung zur Natur wiedergefunden hast? Im Alltag, an deinem Verhalten, deinem Handeln?

Brigit: Alles hat sich verändert, seit ich meine Verbindung zur Natur wiedergefunden habe. Vor fünfzehn Jahren war meine Hauptsorge, was den Rückgang der Bienen betrifft, die Auswirkung, die dieser Rückgang auf die menschliche Nahrungskette haben könnte. Seit ich jedoch die Bienen und andere erstaunliche wilde Lebewesen um mich herum kennengelernt habe, habe ich mehr Sorge um diese wilden Lebewesen selbst als früher aus meiner menschenzentrierten Perspektive. Ich tue jetzt alles, was möglich ist, um meine persönlichen Auswirkungen auf das nichtmenschliche Leben zu verringern, vorsichtiger vorzugehen und immer darüber nachzudenken, wie sich meine Handlungen auf die Tierwelt um mich herum oder weiter entfernt auswirken könnten.

Ich bin auch sehr dankbar dafür, diese „Ehrfurcht“ der Natur gegenüber wiederentdeckt zu haben, die ich schon als Kind gespürt habe. Außerdem empfinde ich ein tieferes Gefühl der Zugehörigkeit.

Wie denkst du generell über die Wiederverbindung mit der Natur: Was für Vorteile bringt sie mit sich?

Brigit: Die Vorteile, sich wieder mit der Natur zu verbinden, sind unermesslich, und es war noch nie so wichtig für uns, dies zu tun. Zum einen ist es wahrscheinlicher, dass wir uns um das kümmern und für das kämpfen, was wir lieben, was uns wiederum ein Gefühl der Sinnhaftigkeit gibt. Vor allem aber fühlt sich dieses Wiederverbinden so an, als würden wir einen alten Freund wieder in unserem Leben willkommen heißen, da wir selbst Teil der natürlichen Welt sind. Zeit in der Natur zu verbringen, hilft auch, Stress abzubauen und kann eine Form der Meditation sein. Es verlangsamt unsere Atmung und hilft uns, alle unsere Sinne anzusprechen, während wir unsere Umgebung wirklich „hören“, „sehen“ und „fühlen“. Wenn du Zugang zu Wiesen, Wäldern oder wilden Gewässern hast, versuch mal, Schuhe und Socken auszuziehen und deine nackten Füße in Gras, Erde oder Wasser zu stecken. Schließe dann deine Augen und atme. Wo immer du bist und was auch immer um dich herum vor sich geht, dieses Gefühl der Verbundenheit, „zuhause“ angekommen zu sein, und des Getragenwerdens sind spürbar.

Kannst du Möglichkeiten aufzählen, wie wir uns mit der Natur im Alltagsleben wiederverbinden können?

Brigit: Du musst nicht in der Wildnis leben, um dich wieder mit der Natur zu verbinden. Natürlich ist es wunderbar, einen Berg zu besteigen, eine alte Eiche zu umarmen oder in einem Fluss oder im Meer zu schwimmen, aber es gibt auch alltägliche Dinge, die wir tun können, um die Verbindung wiederzufinden. Wenn du einen Vogel singen hörst, versuch mal, ihn zu finden, damit du den*die Musiker*in identifizieren kannst. Du musst seinen*ihren Vornamen nicht kennen, nur wie er*sie aussieht. Versuch dann, das Lied auswendig zu lernen, um festzustellen, ob du es beim nächsten Hören wiedererkennst.

Du kannst auch Zeit damit verbringen, eine einzelne blühende Pflanze in deinem Garten oder in einem örtlichen Park kennenzulernen. Ich hab das zuerst mit einem Löwenzahn gemacht, indem ich ihn zuerst genau betrachtete und dann zeichnete und mich schließlich bei ihm bedankte, wie fröhlich und gutgelaunt er mich machte. Mir fielen Dinge an ihm auf, die ich nie bemerkt hätte, wenn ich ihn einfach von oben angeschaut hätte. Wenn du dir Zeit für eine blühende Pflanze, einen Baum oder ein wildes Lebewesen nimmst, kannst du neue Erkenntnisse und Verbindungen gewinnen, die dir für immer bleiben werden. Außerdem hilft es dabei, die unnatürliche Kluft zwischen uns Menschen und den wunderschönen Pflanzen und Tieren, mit denen wir diesen Planeten teilen, zu überbrücken.

Auf zur nächsten Blüte!
Wo Blüten zu finden sind, tummeln sich die Bienen. llustration © John Walters

Was macht Bienen für dich so besonders?

Brigit: Meine Güte, das ist eine große Frage! Ich denke, Bienen sind so besonders für mich wegen all der Lektionen, die sie mich gelehrt haben. Wenn ich nicht angefangen hätte, Bienen zu beobachten, und von ihnen so beeindruckt und fasziniert gewesen wäre, wäre ich mir all der anderen kleinen alltäglichen Wunder, die um mich herum geschehen, nicht so bewusst geworden. Bienen waren mein Fenster zurück in die Natur, und dafür werde ich auf ewig dankbar sein.

Hast du eine Lieblingsbiene oder einen Lieblingsbestäuber?

Brigit: Oh ja. Eigentlich habe ich sogar ein paar Lieblinge, darunter die Frühlings-Pelzbiene (Anthophora plumipes) und die Wollbiene (Anthidium manicatum), aber meine absolute Lieblingsbiene ist die Zweifarbige Schneckenhaus-Mauerbiene (Osmia bicolor). Du musst mein Buch lesen, um herauszufinden, warum!

Was müssen wir am dringendsten tun, um sicherzustellen, dass es in Zukunft genug Bienen auf unserem Planeten gibt?

Brigit: Wir müssen zuerst die Probleme verstehen, mit denen Bienen und andere Bestäuber konfrontiert sind, und diese Probleme dann gemeinsam angehen. Einzelpersonen, Gemeinden, Landwirte und politische Entscheidungsträger*innen können einen Unterschied machen, aber Bildung und Verständnis sind der Schlüssel. Da der anhaltende Verlust von Lebensräumen eine der größten Bedrohungen für die Zukunft der Bienen darstellt, ist es extrem wichtig, dass Parks, Freiflächen und Straßenränder sowie unsere eigenen Gärten bienenfreundlich bepflanzt werden.

Wie können wir unsere Gärten bienenfreundlicher gestalten?

Brigit: Es gibt viele Möglichkeiten, wie wir unsere Gärten bienenfreundlicher gestalten können.

  1. Vermeide den Einsatz von Pestiziden.
  2. Pflanz eine Vielzahl von Blütenpflanzen, damit das ganze Jahr über nacheinander etwas blüht.
  3. Vermeide doppelköpfige Blumen und Beetpflanzen.
  4. Mähe weniger, aber lass auch einige Bereiche der Erde nackt und unbepflanzt für bodennistende Solitärbienen.
  5. Lass einheimische Wildblumen, einschließlich sogenannter Unkräuter, gedeihen.
  6. Mach Platz für wilde Ecken.
  7. Pflanze blühende Sträucher und Bäume, wo immer der Platz es erlaubt.

Versuch vor allem, mehr Zeit in deinem Garten zu verbringen und Bienen und andere Bestäuber zu beobachten, die ihn besuchen. Auf diese Weise erfährst du, welche ihre Lieblingspflanzen sind, und pflanzt (hoffentlich) mehr davon. Du wirst auch erfahren, welche Bienen zu verschiedenen Jahreszeiten zu Besuch sind, und sie wiedererkennen, auch wenn du ihren Namen nicht weißt. Und wenn du sie erst kennengelernt hast, wirst auch du von diesen wunderbaren kleinen Wesen verzaubert sein!

In der Natur gibt es so vieles zu entdecken!
Lass dich ein auf eine Reise zurück zur Natur. llustration © John Walters
Interview mit Brigit Strawbridge Howard!
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Das Interview im englischen Original:


How did you start writing Dancing with Bees?

Brigit: When I first started writing Dancing with Bees, I intended it to be a factual book – all about the causes of bee decline, and what we could do to help. But early on in my research I realised how very little I knew about the actual bees themselves, especially wild native bees (bumblebees and solitary bees), whose existence and importance was, at that time, barely acknowledged. So I started watching these “other” bees in my garden, and soon became enchanted and enthralled … not only by the bees, but by their fascinating relationships with flowering plants, as well as all the other wildlife that lived in, or visited, my garden. From then onwards I decided my book would take on a more “narrative” form, and that I would weave my own story – my “journey back to nature” – together with facts about bees, and reasons for their decline.

Have you always wanted to be an author?

Brigit: I loved writing stories as a child, but I never planned to write a book. It was only because my mother encouraged me to write that I decided to give it a go. I’m so glad I did and wish I had done it earlier!

How long did it take you to write the book?

Brigit: It took me around ten years altogether to write Dancing with Bees. The content kept changing and evolving, especially during the last year after Chelsea Green Publishing agreed to publish it.

Did you write outside in nature?

Brigit: I wrote “in my head”, outside in nature, then transcribed the words and ideas to my laptop as soon as I came back inside. I wrote a lot of notes outside too, and kept a nature diary to remind me what I’d seen.

What has changed for you, in your life, since you reconnected with nature? In your everyday life, in your behaviour, your actions?

Brigit: Everything has changed since I reconnected with nature. Fifteen years ago, my main concern about bee decline was the effect this decline might have upon the human food chain. However, since getting to know the bees and other amazing wild creatures around me, I have come to feel more concern for these wild creatures in their own right than I used to from a human-centric perspective. I now do everything I can to try and reduce my own personal impact on non-human life, treading more carefully, and always considering how my actions might impact on wildlife around me, or farther afield.

I also feel blessed to have rediscovered the “awe” I used to experience as a child, of the natural world, and I feel a deeper sense of belonging too.

What are your thoughts on the topic of reconnecting with nature in general: What are the benefits for us?

Brigit: The benefits of reconnecting with nature are immeasurable, and it has never been more important for us to do so. Not only are we more likely to care and fight for that which we love, which in turn gives us a sense of purpose, but as we, ourselves, are part of the natural world, the reconnecting feels like welcoming an old friend back into our lives. Spending time in nature helps alleviate stress too, and can be a form of meditation. It slows down our breathing and helps us to engage all our senses as we truly “listen”, “see”, and “feel” our surroundings. If you have access to a grassy area, woodland, or wild water, try taking your shoes and socks off and immersing your bare feet in the grass, earth, or water. Close your eyes and breathe. Wherever you are, and no matter what is going on around you, the connection to “home” and the feeling of being supported are tangible.

Can you name ways in which we can reconnect with nature in our everyday life?

Brigit: You don’t need to live somewhere wild to reconnect with nature. Of course it’s wonderful to climb a mountain, hug an ancient oak, or swim in a river or the sea, but there are everyday things we can do to reconnect too. If you hear a bird singing, try locating it so you can identify the musician. You don’t need to know his/her given name, just what he/she looks like. Then try memorising the song to see if you can recognise it again next time you hear it.

You could also spend time getting to know an individual flowering plant in your garden, or in a local park. I first did this with a dandelion, starting by sitting and observing it, then drawing it, and finally thanking it for how bright and cheerful it made me feel. I noticed things about it that I would never have noticed had I simply glanced down at it from above. Taking the time to sit with a flowering plant, tree, or wild creature, helps bring about new insights and connections that will stay with you forever. It also helps bridge the unnatural gap that has grown between our human selves, and the beautiful plants and animals we share this planet with.

What makes bees so special to you?

Brigit: Gosh, big question! I think bees are so special to me because of all the lessons I have learned from them. If I hadn’t started watching bees, and been so awed and fascinated by them, I don’t think I would have become quite so aware of all the other little everyday miracles happening around me. Bees have been my window back to nature, and for that I will be eternally grateful.

Do you have a favourite bee or pollinator?

Brigit: I do. In fact, I have a few favourites, including the Hairy-footed Flower bee (Anthophora plumipes), and the Wool Carder bee (Anthidium manicatum), but my favourite bee in the world is the Red-tailed Mason bee (Osmia bicolor). You’ll need to read my book to find out why!

What is the most important thing we need to do to ensure there are enough bees on our planet in the future?

Brigit: We need to first understand the problems faced by bees and other pollinating insects, then tackle these problems together. Individuals, communities, farmers, and policy makers can all make a difference, but education and understanding is the key. Because ongoing habitat loss is one of the greatest threats to bees’ future, it is vital that parks, open spaces, and roadside verges – as well as our own gardens – are all planted with pollinators in mind.

How can we make our gardens more bee friendly?

Brigit: There are many ways we can make our gardens more bee friendly.

  1. Avoid the use of pesticides.
  2. Plant a wide variety of flowering plants, to flower in succession throughout the year.
  3. Avoid double headed flowers and bedding plants.
  4. Mow less, but also leave some areas of bare earth for ground nesting solitary bees.
  5. Allow native wildflowers, including so called “weeds” to flourish.
  6. Leave some wild areas around the edges.
  7. Add flowering shrubs and trees where space permits.

Above all, try to spend more time in your garden watching the bees and other pollinators who visit. This way you will get to know which are their favourite plants, and (hopefully) plant more of these. You will also get to know which bees visit at different times of year, and start to recognise them by sight even if you don’t know their names. And once you get to know them, you too will become enchanted by these wonderful little beings!

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