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Bienen im Flug, auf einer Wabe und am Finger
BEITRAGSAUTORIN: Tamara Greif | KATEGORIE: Backen & Kochen | 03.07.2020 | aktualisiert: 31.03.2021

Ist Honig gesund? Alles über die goldene Süßspeise

Zähflüssig tropft es vom Löffel, der goldene Farbton leuchtet in der Morgensonne und das Wasser läuft dir schon im Mund zusammen: Was gibt es Besseres als ein schmackhaftes Honigbrot zum Frühstück? Seit Jahrtausenden schätzen wir Menschen diese natürliche Süßigkeit – und das nicht ohne Grund. Erfahre hier allerlei Wissenswertes zum Bienengold: Ist Honig gesund? Wie und warum machen die Bienen den Honig? Wie können Imker*innen nachhaltig Honig gewinnen? Und warum lohnt sich Bio-Honig?

Inhalt
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Inhaltsstoffe im Honig: Kalorien, Nährwerte und sonstige Bestandteile
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Ist Honig gesund? Die Wirkung des Bienengolds
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Blick hinter die Bienen-Kulissen: Wie entsteht Honig?
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Zwei Brummer mit einer Klappe: Mit Imkern Honig gewinnen und Bienen retten?
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Ist Honig vegan?
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Tipps für Aufbewahrung und Kauf von Honig
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Honig – das gesunde Naturprodukt für Schleckermäuler

Inhaltsstoffe im Honig: Kalorien, Nährwerte und sonstige Bestandteile

Fangen wir zuerst mit den technischen Eckdaten an: Welche Inhaltsstoffe und Vitamine verstecken sich im Honig und wie sieht es mit den Kalorien aus? Hier die Zusammensetzung von Honig auf einen Blick:

 

Nährwerte / 100 g Nährwerte / Teelöffel (10 g)
Kalorien300 kcal30 kcal
Kohlenhydrate80 g8 g
Fett0 g0 g
Kalium45 mg4,5 mg
Salz (Natrium)2,4 mg0,24 mg
Kalzium6 mg0,6 mg
Magnesium1,6 mg0,16 mg
Phosphor5 mg0,5 mg
Vitamin C2 mg0,2 mg
Vitamin B62 mg0,2 mg
Vitamin B250 µg5 µg
Eisen0,42 mg

Insgesamt ist das Ganze eine ziemlich zuckrige Angelegenheit: Honig besteht zu 80 Prozent aus Zucker, und zwar vor allem aus Traubenzucker (Glucose) und Fruchtzucker (Fructose) sowie einigen weiteren Zuckerarten. Deshalb ist er auch nicht gerade arm an Kalorien und sollte – ebenso wie Haushaltszucker – nur in mäßiger Menge genossen werden.

Daneben finden sich im Honig auch zahlreiche wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente wie Kalium, Natrium, Eisen und Magnesium. Dazu kommen kleine Mengen von Vitaminen, Proteinen und Enzymen. Letztere haben eine besonders gesundheitsförderliche Wirkung – aber dazu später mehr! Außerdem beinhaltet Honig winzige Mengen an Aminosäuren, wie etwa Prolin. Diese Aminosäure wird direkt von den Bienen zugesetzt und gibt Aufschluss über den Reifegrad des Honigs.

Interessant: Fichtenhonig ist besonders reich an Mineralstoffen. Foto: © Wolfgang Hummer

Denn das Brot, das du aus deinem Ofen holst, ist nur eines: kross gut! Wie du das machst? In „Dein eigenes Brot“ findest du eine Sauerteig-Anleitung und 8 Rezepte – damit steht deinem selbst gebackenem Knusperbrot nichts mehr im Weg!

Ist Honig gesund? Die Wirkung des Bienengolds

In der Antike galt der Honig als Speise der Götter, die unsterblich machen sollte. Das ist zwar aus heutiger Sicht etwas übertrieben – aber trotzdem kann das süße Bienengold deine Gesundheit verbessern.

Honig als Lebensmittel: gesund oder ungesund?

Im Bereich der Naturkost werden die diversen Honigsorten oft als Ersatz für Haushaltszucker verwendet. Aber wie gesund ist Honig wirklich und macht es Sinn, Honig statt Zucker einzusetzen? Die Antwort ist – jein, es kommt drauf an.

Wie gesagt: Honig besteht selbst zu 80 % aus Zucker. Ein ganzes Glas davon zu löffeln, kann also nicht gerade als gesunder Snack gelten. Und auch mit Honig gesüßte Speisen fördern Karies an deinen Beißerchen.

Aber: Die verschiedenen Zuckerarten im Honig werden im Körper auf unterschiedliche Art und Weise verarbeitet, sodass nicht der ganze Zucker auf einmal in die Blutbahn gelangt. Somit steigt der Blutzuckerspiegel nach dem Honig-Genuss weniger stark an, als wenn du gewöhnlichen Haushaltszucker verspeist, was wiederum schonender für deinen Stoffwechsel ist.

Außerdem nimmst du mit der Bienenspeise noch wertvolle Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente zu dir, während der Haushaltszucker nur aus „leeren“ Kalorien besteht.

Die Vorteile von Honig im Überblick:

  • weniger starke Schwankungen im Blutzuckerspiegel als bei Haushaltszucker
  • Heißhungerattacken werden vermindert
  • stärkere Süßkraft als Haushaltszucker, man braucht also im Vergleich weniger
  • kann sich positiv auf den Cholesterinspiegel auswirken
  • enthält Mineralstoffe, Vitamine und entzündungshemmende Enzyme
  • Letzteres ist auch der Grund, warum Honig manchmal als Heilmittel (z.B. zur Wundheilung) zum Einsatz kommt.

Schauen wir uns deshalb an, wie er dir als Heilmittel bei Krankheiten helfen kann.

Honig als Heilmittel gegen Husten und Halsschmerzen

In den Wintermonaten ist es leider ein bekanntes Problem: Der Hals schmerzt und man hat auch noch mit einem lästigen Husten zu kämpfen. Da braucht es eine Tasse heißen Tee oder heiße Milch mit Honig! An diesem Hausmittel ist wirklich was dran, denn Honig kann tatsächlich gegen Husten helfen.

Honig gilt auch als Heilmittel gegen Husten und Halsschmerzen. Foto: © Wolfgang Hummer

Er enthält nämlich Stoffe, die Entzündungen stoppen: Seine Säure und bestimmte Enzyme vermindern das Wachstum von Mikroorganismen. Wenn man Honig mit Wasser verdünnt, entstehen zum Beispiel geringe Mengen von Wasserstoffperoxid, welches stark keimtötend wirkt. Somit haben Husten-Erreger keine Chance! Der Zucker im Honig fördert außerdem die Speichelbildung und beruhigt deine Schleimhäute.

Tipp: Bei Husten oder Halsschmerzen kannst du täglich 1 Teelöffel Honig einnehmen. Entweder du schluckst ihn direkt oder löst ihn in etwas Tee oder Milch auf. Achte aber darauf, dass das Heißgetränk nicht über 40 °C warm ist, sonst zerstörst du die nützlichen Enzyme im Honig. Etwas weniger schmackhaft, aber ebenso wirksam ist ein Hustensaft aus Zwiebeln und Honig.

Einmal Natursalbe zum Mitnehmen: Honig bei Hauterkrankungen & zur Wundheilung

Honig ums Maul schmieren? Keine schlechte Idee, falls du entzündete Mundwinkel haben solltest. Denn schon Hippokrates wusste: Honig auf offenen Wunden kann die Heilung beschleunigen. Für größere Wunden wurde auf Basis von Honig ein sogenannter medizinischer Honig entwickelt. Dieser findet im medizinischen Bereich Einsatz, um die Wundheilung anzukurbeln.

Einerseits sind in ihm keimtötende Enzyme enthalten, die desinfizierend wirken. Andererseits können sich Bakterien durch die hohe Zuckerkonzentration nicht vermehren (übrigens auch unter anderem der Grund, warum Honig so lange haltbar ist). Nicht zuletzt schafft der Honig aufgrund seiner Zusammensetzung ein ideales, feuchtes Milieu für die Wundheilung.

Achtung: Bei tiefen oder eitrigen Wunden solltest du Selbstversuche mit Honig unterlassen und lieber einen Wundspezialisten aufsuchen!

Die antibakterielle Wirkung könnte aber ebenso bei anderen Hauterkrankungen hilfreich sein: Manche setzen den Honig zum Beispiel gegen Pickel, Ekzeme oder Neurodermitis ein. Probiere doch einmal eine selbstgemachte Salbe mit Honig!

Honig zur Wundheilung
Honig hilft nicht nur bei Erkältungen. Auch bei leichten Hauterkrankungen wirkt sich eine Anwendung positiv aus. Foto: © Carl Albert Fähndrich

Frau Dr. Biene empfiehlt: Honig für die Verdauung

Unter Umständen können dir die diversen Honigsorten sogar bei Durchfall helfen. Er wirkt nämlich regulierend auf das Verdauungssystem und trägt dazu bei, das Gleichgewicht im Darm wiederherzustellen. Besonders dem Bärlauchhonig wird eine heilende Wirkung auf Verdauung und Darmflora zugeschrieben. Ein Löffelchen vom süßen Gold in Fenchel- oder Kamillentee auflösen – fertig ist der bekömmliche Heiltrunk.

Honig für Babys und in der Schwangerschaft: Das musst du beachten

So gesund er auch ist – einem kleinen Baby sollte man keinen Honig geben! Ärzt*innen warnen davor, Säuglinge unter einem Jahr mit Bienenhonig zu füttern. Der Grund: Im Honig können bestimmte Bakterien (Clostridium botulinum) vorkommen, die zu einer Lebensmittelvergiftung, dem „Säuglingsbotulismus“, führen.

Kinder ab einem Jahr und Erwachsene haben eine stabilere Darmflora, sodass für sie keine Gefahr mehr vom Honig ausgeht. Auch in der Schwangerschaft ist Honig kein Problem – die erwachsene Darmflora schützt die Schwangere und das Kind gleichermaßen.

Blick hinter die Bienen-Kulissen: Wie entsteht Honig?

Bis heute gilt: Zur Honig-Herstellung sind wir Menschen nicht in der Lage – dazu braucht es die Bienen. Aber wie machen Bienen eigentlich Honig?

Im Frühjahr und Sommer schwärmen die fleißigen Insekten aus und sammeln Nektar aus den Blüten. Mit ihrem Rüssel saugen sie den Nektar heraus und speichern ihn in ihrem Honigmagen. Neben dem Blütennektar haben es die Bienchen aber auch auf Honigtau abgesehen. Das sind die süß-klebrigen Ausscheidungen von Blattläusen – mmh appetitlich, oder?

Wir wissen natürlich: Bienen machen den Honig nicht, damit wir ihn auf unser Brot schmieren können, sondern damit sie selber gut versorgt über die kalten Wintermonate kommen.

Bienen bei der Arbeit
Entstehung von Honig Ohne die fleißigen Bienchen würde es keinen Honig geben. Foto: © Dietmar Niessner

Zwei Brummer mit einer Klappe: Mit Imkern Honig gewinnen und Bienen retten?

Wir Menschen lieben Honig – und das schon seit der Steinzeit. Und immer mehr von uns haben das Bedürfnis, ihr eigenes Bienenvolk zu gründen und sich selbst mit Honig zu versorgen. Vor allem seit den ersten Berichten über das Bienensterben ist die Bienenhaltung immer beliebter geworden. Klar, dass man sich da denkt: Ich lege mir selbst ein Bienenvolk zu und helfe den wichtigen Bestäubern.

Kann ich als Imker*in die Bienen retten?

Die ehrliche Antwort? Nein. Denn die Honigbiene gehört gar nicht zu den Arten, die besonderen Schutz brauchen – das zeigt eine Liste des United Kingdom Biodiversity Action Plan, in der stark bedrohte Arten aufgelistet sind. Vielmehr sind es Hummelarten und Wildbienen, die vom Aussterben betroffen sind.

Es stimmt zwar, dass Imker*innen vermehrt Einbußen an Bienenvölkern haben. Aber die Honigbiene braucht unsere „Rettung“ nicht. Und in einer Gegend, in der es bereits ausreichend Honigbienen gibt, sollte den Hummeln und den Wildbeinen nicht noch mehr Konkurrenz gemacht werden.

Imkern ja, aber bitte „naturnah“

Aber die gute Nachricht: Imkern kann sich auch an der Natur orientieren, ohne dass Bienen selbst oder andere Populationen gefährdet werden. Dabei gilt:

Imker*innen müssen von den Bienen lernen, denn die kleinen Brummer wissen genau, was sie tun. Wir Menschen sollten sowieso wenig bis gar nicht in das Leben der Bienen eingreifen.

Beim naturnahen Imkern werden z.B. sogenannte Oberträgerbeuten verwendet, in denen sich die Bienen einnisten können. Was das besondere an ihnen ist, erzählt Brigit Strawbridge Howard in „Dancing with Bees“:

Die sogenannten Oberträgerbeuten sind so konstruiert, dass die Bienen ihre Waben, so wie in der Natur auch, selbst bauen können. Sie benötigen weniger Ausrüstung als bei der Bienenhaltung in konventionellen Bienenkästen und können störungsfreier gewartet werden.

Brigit Strawbridge Howard, beestrawbridge

Du siehst: Hier können alle nur gewinnen – die Bienen genauso wie die Imker*innen.

Aber wieder zurück zum Honig und einer Frage, die du dir vielleicht auch schon gestellt hast:

Ist Honig vegan?

Nein, Honig gilt im Allgemeinen nicht als vegan. Schließlich wird er von Tieren produziert. Und wie bei anderen Nutztieren auch verwendet der Mensch ein Produkt, das eigentlich für die Tiere selbst gedacht ist. Trotzdem muss man betonen: Nachhaltige Imker*innen achten darauf, den Bienen genug Honig zu lassen, damit sich diese auch selbst versorgen können.

Übrigens: Je nach den Pflanzen in der Umgebung entstehen andere Honigsorten: Es gibt zum Beispiel Lindenblüten-, Fichten- oder Sonnenblumenhonig. Alle haben sie ein charakteristisches Aroma, besondere Inhaltsstoffe und ein unterschiedliches Aussehen. Bio-Imker Dietmar Niessner drückt es so aus: „Honig ist der Geschmack der Landschaft!“

Tipps für Aufbewahrung und Kauf von Honig

Welche Honigsorte die beste ist, hängt natürlich von deinem persönlichen Geschmack ab. Wir sind ja zum Beispiel besonders große Fans vom Löwenzahnhonig! Bei Qualität und Herkunft solltest du aber keine Abstriche machen. Achte beim Honig-Kauf auf Folgendes:

  • Er sollte kalt geschleudert sein, da bei Hitze über 40 °C die wertvollen Enzyme kaputtgehen.
  • Bio-Produkte sind empfehlenswert: Ansonsten könnten sich Pestizide oder Insektenschutzmittel im Honig finden.
  • Die Herkunft des Honigs: Idealerweise kommt er von einem Imker aus der Region. Aber auch Siegel, wie vom Deutschen Imkerbund, bürgen für Qualität. Bei der Aufschrift „Mischung aus EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern“ solltest du vorsichtig sein, denn dieser Honig entspricht vermutlich keinen hohen Standards.
  • Naturbelassenen Imkerhonig bevorzugen: Der wird direkt aus den geschleuderten Waben abgefüllt. Industriehonig ist dagegen meistens eine Mischung aus mehreren Honigen, die zuvor erwärmt und gerührt wurde.

Wie lange ist Honig haltbar?

Honig ist im Allgemeinen viele Jahre haltbar. Auf dem Glas steht meistens ein Haltbarkeitsdatum von zwei Jahren nach der Abfüllung.

In der Regel kannst du ihn aber auch danach noch völlig bedenkenlos verspeisen. Wenn er gut riecht und nicht verunreinigt ist, dann steht dem Honiggenuss nichts im Wege.

Die lange Haltbarkeit kommt daher, dass der Honig so viel Zucker, aber fast kein Wasser enthält. So können sich Bakterien und Pilze nicht vermehren. Bei kühler (ca. 15 °C), trockener und dunkler Lagerung hält er sich übrigens am längsten.

honig gesund
Die Haltbarkeit von Honig beträgt mehrere Jahre. Foto: © Wolfgang Hummer

Honig – das gesunde Naturprodukt für Schleckermäuler

Frischgebackenes Brot aus dem Ofen mit etwas Butter und Honig – mmh, das schmeckt nach Geborgenheit! Aber auch sonst lässt sich aus dem gesunden Multitalent einiges Leckeres zaubern: sei es nun eine traumhafte Honig-Senf-Marinade oder ein spritziger Honigsekt. Im Honig vereint sich süßer Genuss mit wertvollen Inhaltsstoffen. Da kann man nur sagen: Danke, liebe Bienen, für euer fleißiges Werk! Und wir Menschen versprechen euch, dass wir euch in Ruhe eure Arbeit machen lassen – und zwar ohne, dass wir uns ständig einmischen!

Du suchst Ideen für geschmackvolle Honigrezepte, möchtest selbst unter die Imker*innen gehen oder dir von Wanderimker Johannes Gruber die Faszination des Honigs erklären lassen? Dann haben wir hier einige Bücher für dich:

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