So sieht dein selbstgemachter Unterschlupf aus
BEITRAGSAUTORIN: Valerie Meller | KATEGORIE: Natürlich & nachhaltig leben | 17.11.2020

Unterschlupf bauen: So baust du eine Survival-Hütte im Wald

Zeit im Wald zu verbringen ist einfach genial: Bewegung, frische Luft und tiefes Grün machen dich in kürzester Zeit tiefenentspannt. Und deine Survival-Skills kannst du auch noch trainieren! Damit Wind und Wetter dir nichts anhaben können und du länger zwischen den Bäumen verweilen kannst, zeigen wir dir hier, wie du am besten einen Unterschlupf bauen kannst. Finde heraus, welche Plätze sich dafür besonders gut eignen und welche Materialien du brauchst. Natürlich bekommst du auch eine Anleitung für dein neues Wald-Zuhause!

Inhalt
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Ist hier noch frei? Der richtige Platz für dein Bushcrafting-Shelter
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Werkzeug und Material für dein Hüttenbauprojekt
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Unterschlupf bauen im Wald: Easy Anleitung in 3 Schritten
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Hütte, Häuschen oder doch mit Plane? Alternative Bauweisen für deinen Unterschlupf
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Unterschlupf bauen im Wald: Trainiere deine Survival-Skills!

Ist hier noch frei? Der richtige Platz für dein Bushcrafting-Shelter

Du denkst, du hast den perfekten Spot gefunden, machst es dir gemütlich und schon klettern dir tausende Ameisen das Bein hoch? Wenn du dir einen Unterschlupf bauen möchtest, solltest du dir am besten zuerst mal unsere Checkliste ansehen:

  1. Runter von der Krabbel-Autobahn! Stelle sicher, dass der Platz möglichst frei von Insekten und Ameisenhaufen bzw. -straßen ist.
  2. Knarzen soll gar nix: Sieh nach, ob sich in deiner Nähe morsche Äste oder Bäume befinden, die dir bei starkem Wind gefährlich werden könnten.
  3. Auf der Rutschbahn steht kein Haus! Der Untergrund sollte fest sein und nicht an einem Hang oder Abgrund liegen.
  4. Give Bambi space: Achte auf Schilder oder Spuren, die auf Wildwechsel hinweisen und meide diese Orte.
  5. Wilde Tiere brauchen Ruhe! Halte dich fern von Hochsitzen und Wildtier-Futterstellen.
  6. Suche Waldfrieden ohne Baustelle: Waldarbeiten und Maschinenlärm können dir deinen Aufenthalt nämlich ganz schön vermiesen.
  7. Geh auf Nummer sicher: Du möchtest natürlich nicht frieren, darum muss ein Feuer her. Wenn du das bereits bei der zuständigen Behörde gemeldet oder angefragt hast, dann such dir am besten ein Plätzchen mit einer sicheren Feuerstelle.
  8. Lieber nah am Wasser gebaut: Wasser in der Nähe ist immer praktisch – zum Trinken, Waschen oder einfach für das schöne Plätschern im Hintergrund.
Unterwegs im Wald - zum nächsten Unterschlupf
Streif durch den Wald, schau dir deine Umgebung genau an und suche dir ein gemütliches Plätzchen für den Waldhüttenbau! Foto: © Rupert Pessl

Du willst im Wald übernachten und dein Magen knurrt? Dann schnapp dir doch gleich ein paar Wildkräuter, Beeren, Pilze oder Blätter. Wie das geht, erfährst du in unseren Beiträgen „Wildpflanzen sammeln: 10 Tipps fürs Pflücken in der Natur„, „Essbare Blätter: Pflück dir deinen Blattsalat vom Baum!“ und „Essbare Pflanzen im Wald: Pflück dir dein Natur-Menü!“

Werkzeug und Material für dein Hüttenbauprojekt

Zum Bauen deines Unterschlupfes im Wald verwendest du natürlich: Holz! Such dir eine Stelle im Wald, an der viel Totholz, also Äste, Zweige usw. herumliegen, die von selbst abgefallen sind. So belastest du den Wald nicht zusätzlich. Aber Vorsicht: Verwende zum Bauen kein morsches Holz, das leicht brechen könnte. Zum Isolieren deiner Hütte brauchst du Moos, kleinere Zweige, Blätter und Rinde.

Wenn du vorhast, mehrere Stunden in deinem Lager zu verbringen und dir einen richtig stabilen Unterschlupf zu bauen, sind folgende Utensilien hilfreich:

  • ein Messer
  • eine reißfeste Schnur
  • eine Klappsäge (zum Kürzen der Äste)

Und falls du es dir richtig gemütlich machen möchtest und auch vor Regen optimal geschützt sein willst, dann steck auch

  • eine Hängematte und/oder
  • eine Zeltplane mit Schnüren und Heringen

in deinen Rucksack.

Unterschlupf bauen im Wald: Easy Anleitung in 3 Schritten

Du hast den perfekten Standort für deine Hütte gefunden und alles dabei, was du brauchst? Dann kann’s losgehen! In drei Schritten kannst du dir einen richtig stabilen Unterschlupf im Wald bauen, der auch bis zum nächsten Waldausflug stehen bleibt.

  1. Schritt: Forme zuerst Steher aus stabilen Ästen.
  2. Schritt: Lege dann weitere Äste als Dachkonstruktion auf die Steher. Achte darauf, dass der Winkel zwischen Ästen und Boden mindestens 45 Grad beträgt, damit sich kein Wasser auf deinem Dach sammeln kann.
  3. Schritt: Stopfe das Dach mit reichlich frischen Zweigen aus. Wenn deine Hütte winddicht sein soll und Wärme gut speichern soll, achte darauf, keine Löcher zu lassen.
In drei Schritten zum perfekten Unterschlupf
Simsalabim: Mit dem richtigen Werkzeug, etwas Vorarbeit (Holz sammeln!) und flinken Händen (zum Binden) ist dein Unterschlupf in null Komma nichts fertig gebaut! Fotos © Gerda Holzmann

Hütte, Häuschen oder doch mit Plane? Alternative Bauweisen für deinen Unterschlupf

Selbst, wenn du mal wenig Zeit oder kein Werkzeug dabei hast, kannst du dir einen Unterschlupf im Wald bauen: Halte die Augen offen und check die Lage und die Gegebenheiten um dich herum ab. Entscheide dann, welche Art von Unterschlupf du bauen kannst.

Tipp: Wenn du eine Zeltplane zuhause hast, pack sie am besten immer in deinen Rucksack – so bist du in jedem Fall gut gegen Regen gerüstet und schleppst nicht viel Gewicht mit dir herum.

Unterschlupf bauen mit Plane: So schnell hast du ein Dach über dem Kopf

Mit nur wenigen Handgriffen bietet dir eine Plane Schutz vor Regen und Sonne bei deinem nächsten Waldabenteuer. Zusätzlich solltest du auch immer genügend Schnur einpacken, damit du deine Plane unkompliziert befestigen kannst.

Variante 1: Such zwei Bäume mit genügend Abstand zueinander. Hänge deine Plane in der Hälfte auf und spanne ihre vier Ecken etwas weiter weg, zu anderen Bäumen oder Steinen am Waldboden. Mit einer Hängematte drunter wird’s gleich noch gemütlicher!

Variante 2: Fixiere eine Seite deiner Plane am Waldboden und befestige die gegenüberliegenden Ecken an zwei Bäumen. Hänge die Plane dann zusätzlich etwas unterhalb der Ecken höher auf, sodass ein kleines Vordach entsteht.

Varianten Dach aus Zeltplane
Zwei fliegende Dächer für gemütliche Stunden im Wald. Foto: © Gerda Holzmann

Du kannst deine Plane aber natürlich auch einfach über das Dach deiner Hütte aus Ästen und Zweigen legen und sie so komplett wasserdicht machen!

Unterschlupf mit Zeltplane
So schnell ist deine Hütte perfekt vor Wind und Regen geschützt! Foto: © Gerda Holzmann

Unterschlupf bauen für Eilige – ganz ohne Werkzeug

Wenn’s schnell gehen muss oder du dir einen möglichst unkomplizierten Unterschlupf bauen möchtest, dann geh folgendermaßen vor:

  1. Such zuerst eine Wand, an die du deine Waldhütte anlehnen kannst, zum Beispiel eine Felswand oder ein Steilufer. Alternativ kannst du auch einen Y-förmigen Baum suchen, also einen Baum mit einem sehr stabilen seitlichen Ast.
  2. Dann brauchst du einen langen Ast, den du gegen die Wand oder in deine Astgabel legst.
  3. Lehne nun links und rechts an deinen Ast kleinere Äste und Zweige. Achte auch hier wieder auf einen Winkel von mindestens 45 Grad.

Unterschlupf bauen im Wald: Trainiere deine Survival-Skills!

Wenn du dir einen Unterschlupf im Wald bauen kannst, ist das schon die ganze Miete für dein natürliches Wald-Domizil! Das ist Urlaub im Grünen völlig neu definiert: ohne lange Anreise und inklusive spannender und praktischer Erfahrungen. Du kannst mehrere Stunden in der freien Natur sicher, geschützt und selbstbestimmt verbringen. Und falls der kleine Hunger kommt: Sammel dir doch einfach dein Essen – wie das klappt, erfährst du hier. Also: Folge dem Ruf der Wildnis und genieß die Zeit im Wald so richtig!

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