Mach dich auf in den Wald - und entdecke viele Naturschätze!
BEITRAGSAUTORIN: Julia Zachenhofer | KATEGORIE: Natürlich & nachhaltig leben | 19.11.2020

Essbare Pflanzen im Wald: Pflück dir dein Natur-Menü!

Stell dir vor: Statt in den Supermarkt zu hetzen, um deinen Wocheneinkauf zu erledigen, machst du einen erholsamen Abstecher in die Natur. Das geht? Aber klar doch: Es gibt unzählige essbare Pflanzen im Wald, auf der Wiese, an Wegrändern … Hier erfährst du, welche Pflanzen du das ganze Jahr in der Natur aufspüren und wie du sie verwenden kannst. Also: Mach dich auf und hol dir dein Essen aus dem Wald – ganz ohne Stress, dafür mit einer Extraportion frischer Waldluft!

Inhalt:
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Essbare Pflanzen im Wald sammeln: die Basics
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Wichtiges Waldwissen – FAQs
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Was wächst wann: Wildpflanzen-Waldkalender für Sammelwütige
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Wo wächst was: kleiner Guide zu den Sammelorten im Wald
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Essbare Pflanzen im Wald: Entdecke die wilden Köstlichkeiten!

Essbare Pflanzen im Wald sammeln: die Basics

Wenn du dich auf den Weg machst, um essbare Pflanzen im Wald zu sammeln und mit einem vollen Korb nach Hause kommst, bist du vor allem eines: stolz. Ob Wildpflanzen, Kräuter, Wurzeln oder Pilze: Du hast dir dein eigenes Essen gesammelt, das du in sensationelle Gerichte verwandeln kannst.

Die Pflanzen im Wald sind wahre Superfoods – sie beinhalten eine Vielzahl von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Ihre natürlichen Bitterstoffe sorgen nicht nur für Würze in deinem Essen, sondern sind auch noch unheimlich gesund.

Wichtiges Waldwissen – FAQs

Dein Sammelkorb steht bereit und es kann losgehen? Bevor du aufbrichst, informiere dich, was es beim Sammeln von essbaren Pflanzen im Wald zu beachten gibt – die Antworten auf die wichtigsten Fragen findest du hier:

Recht und Ordnung im Wald: Ist das Sammeln hier erlaubt?

Auf fremdem Grund oder im Wald ist stets die Zustimmung des Grundeigentümers erforderlich.

  • Die kann entweder ausdrücklich erfolgen oder durch „Stillschweigen“. Das heißt: Solange du kein dezidiertes Verbot (z.B. mündlich oder durch ein Verbotsschild) erhältst oder vorfindest, darfst du kleine Mengen sammeln.
  • Davon ausgenommen sind Naturschutzgebiete. Das sind Schutzzonen für Tiere und Pflanzen, in denen du keinesfalls sammeln sollst.
  • Bedenke: Wildpflanzen genießen generell einen Grundschutz. Das bedeutet, dass du diese nicht mutwillig beschädigen oder vernichten (z. B. unachtsam niedertrampeln) darfst.
Dieses Schild weist auf ein Sammelverbot hin
Gebiete, in denen das Sammeln durch Grundeigentümer untersagt ist, sind zumeist eindeutig gekennzeichnet. Foto: © Stefan Marxer

Die Daumenregel: Welche Menge darf ich mitnehmen?

Hier gilt die Eingrenzung: „für den persönlichen Bedarf“.

  • Wildpflanzen im Ausmaß von einem „Handstrauß“ pro Tag kannst du unbedenklich sammeln (also ein Strauß, dessen Stängel von Daumen und Zeigefinger umfasst werden kann).
  • Bei Pilzen gibt es einen weitestgehend gültigen Richtwert von 1–2 Kilogramm pro Person und pro Tag. Darüber hinaus gibt es regional spezifische Regelungen. Schau am besten vor deiner Sammeltour nach, welche Gesetze bei dir in Österreich, Deutschland oder der Schweiz gelten.
  • Davon ausgenommen sind wiederum besonders geschützte Arten. Auch dafür gelten verschiedene rechtliche Grundlagen für bestimmte Regionen oder Bundesländer. Bevor du also loslegst, solltest du dich dazu noch genauer informieren.

Wild, aber sicher: Wie sammle ich essbare Pflanzen im Wald richtig?

Neben gesetzlichen Bestimmungen gibt es noch weitere Sammelregeln, die du der Natur und deiner eigenen Sicherheit zuliebe einhalten solltest:

  • Sammle nur Pflanzen, die du zu 100 Prozent bestimmen kannst. Es gibt viele ungenießbare und auch giftige Pflanzen in der Natur. Damit du sie eindeutig erkennen kannst, zieh am besten Bestimmungsbücher zu Rate.
  • Entnimm nur Pflanzen aus sauberen Orten. Suche keine essbaren Pflanzen im Wald, die sich in Zivilisationsnähe befinden.
    • An Straßenrändern, in Parks oder auf straßennahen Wiesen kann die Schwermetallbelastung von Pflanzen und Pilzen erhöht sein.
    • Sammle außerdem nicht dort, wo sich Tiere aufhalten oder aufgehalten haben. Ihr Kot oder Speichel könnte Parasiteneier enthalten – diese sterben allerdings später beim Kochen ab.
    • Sammle nicht entlang von Wildwechseln, neben ausgetretenen Pfaden oder in der Nähe von Kothäufchen.
    • Auch Pflanzen, auf denen du Tierhaare oder Fraßspuren findest, solltest du sicherheitshalber stehen lassen.
Sammeln im Wald
Ist doch grasklar: Sammle nur Pflanzen, die du eindeutig bestimmen kannst, und gehe sorgsam mit der Natur um. Foto: © Rupert Pessl
  • Ernte nur bei reichem Pflanzenbestand. Das solltest du vor allem berücksichtigen, wenn du Blüten, Wurzeln oder eine ganze Pflanze sammelst.
    • Lass zudem immer ausreichend Pflanzen einer Art in der Sammelumgebung stehen.
    • Dein Motto: „Ein Drittel für den Weiterbestand der Pflanzen, ein Drittel für die Tiere und ein Drittel für dich.“
  • Mach dich mit leichtem Gepäck auf den Weg. Snack, Trinkflasche und Co. kannst du getrost zu Hause lassen (es sei denn, du hast eine längere Tour geplant). Für deine Sammeltour im Wald reichen:
    • ein Messer zum Abschneiden,
    • eine Stofftasche oder einen Korb für den Transport
    • und eine Schnur, mit der du Pflanzen zu Büscheln zusammenbinden und an den Rucksack hängen kannst.

Denk immer daran: Sammle nach dem Grundsatz „Weniger ist mehr“. Sorge dafür, dass du keine Spuren hinterlässt, und nimm vielleicht sogar den Müll mit, den andere liegengelassen haben. So kannst du der Natur etwas zurückgeben!

Weitere Regeln zum Sammeln im Wald findest du in unserem Magazinbeitrag „Wildpflanzen sammeln: 10 Tipps fürs Pflücken in der Natur“.

Was wächst wann: Wildpflanzen-Waldkalender für Sammelwütige

Du würdest am liebsten gleich losstarten und essbare Pflanzen im Wald aufspüren? Super! Wir zeigen dir, welche Wild Foods du das ganze Jahr im Wald sammeln kannst. Starten wir mit 12 unserer Lieblings-Wildpflanzen, sie sich in unseren heimischen Gegenden finden, besonders nahrhaft sind und sich in tolle Gerichte verwandeln lassen.

Frühling: Liste von essbaren Pflanzen im Wald

Im blühenden Frühling findest du unzählige essbare Pflanzen im Wald und auf der Wiese. Und: Du kannst auch dich selbst wieder mit einem Spaziergang aus dem winterlichen Gemütlichkeits-Modus holen und jede Menge Energie und Frischluft tanken.

  1. Schafgarbe: das Tausendsassa-Wunderkraut

  • Sammelzeitpunkt:
    • Von März bis Juni kannst du die feingliedrig gefiederten, würzigen Blätter der Scharfgarbe sammeln.
    • Ihre herb-würzigen Blüten kannst du von Juni bis August pflücken.
  • Standort: an nährstoffreichen, gut entwässerten und sonnigen Wiesen und Weiden.
  • Verwendung: Die Schafgarbe ist nicht nur aus kulinarischer Sicht ein wahrer Tausendsassa, sondern auch für ihre Heilwirkung bekannt. Sie gilt als Frauenheilkraut, hilft bei Bauchschmerzen und Halsweh, ist ein Wundkraut und stärkt Nerven und Kreislauf.
    • Die Blätter eignen sich wunderbar für Salate, Suppen oder Smoothies.
    • Die Blüten kannst du trocknen und zum Würzen oder frisch als essbare Dekoration verwenden.
Die Scharfgarbe streckt uns schon früh im Jahr ihre fein gefiederten Blätter entgegen. Ihre Blütenpracht zeigt sie uns erst später im Sommer. Foto: © Hildegard Riedmair
  1. Speisemorchel: die Frühlingsbotin

  • Sammelzeitpunkt: Ende März bis Mitte Mai
  • Standort: Auch wenn sie sich gerne versteckt: Mit ein bisschen Glück und detektivischem Spürsinn findest du die Morchel mit ihrer charakteristisch wabenartigen Hutform vor allem:
    • in basischen Auwäldern
    • in der Nähe von Eschen, Bärlauch, Schuppenwurz und Schneeglöckchen.
  • Verwendung: Ihr außergewöhnliches Aroma macht sie für viele zum besten Speisepilz überhaupt.
    • Sie passt ganz wunderbar in feine Pastasaucen, zu Risotto oder in ganz besondere Salate oder Aufläufe – probier einfach, wozu sie dir am besten schmeckt.
    • Da die Morcheln in rohem Zustand zu Magenbeschwerden führen können, achte darauf, sie bei mindestens 80 °C für 15 Minuten durchzugaren.
Speisemorchel
Sie verstecken sich in Auwäldern zwischen Eschen und Schneeglöckchen und locken im Frühjahr alle Pilzjäger und Gourmets in die Wälder: die unnachahmlich schmackhaften Morcheln. Foto: © Österreichische Mykologische Gesellschaft
  1. Waldmeister: duftender Geschmacksbooster für süße Kreationen

  • Sammelzeitpunkt: Der Waldmeister mit seiner grellgrünen Farbe und seinem einzigartigen, vanilleähnlichen Geschmack wächst von Anfang April bis Juni. Damit er sein volles, intensives Aroma entfaltet:
    • Ernte ihn kurz vor der Blüte.
    • Friere ihn für ein paar Stunden ein oder lasse ihn anwelken.
  • Standort: vorwiegend in Buchenwäldern und auf Waldlichtungen
  • Verwendung: Waldmeister eignet sich besonders für Süßspeisen oder Getränke. Probier sein außergewöhnliches Aroma – und mach dir deine eigene Limo, Bowle oder einen Wackelpudding draus!
    • Du solltest Waldmeister aber dennoch vorsichtig einsetzen, sein Cumarin-Gehalt kann bei zu hoher Dosierung zu Kopfschmerzen führen.
    • In geringen Mengen kann Waldmeister aber sogar gegen Kopfweh helfen.
Waldmeister
Waldmeister passt mit seinem einzigartigen Aroma vor allem in Süßspeisen und Getränke. Foto: © Thomas Apolt

Lust auf noch mehr frühlingshafte Kräuterkraft? Mach dich auf die Suche nach dem Giersch! Er ist ein fantastisches Wildgemüse und Heilkraut, das fast überall wächst. Wie du ihn finden und erkennen kannst, erfährst du hier.

Sommer: Liste von essbaren Pflanzen im Wald

Sommer, Sonne und – ja, genau! – Unmengen von wilden Pflanzen, die nur darauf warten, von dir entdeckt und gekostet zu werden. Bei brütender Hitze macht so eine Runde in der kühlen Waldluft außerdem noch mehr Spaß!

  1. Holunderbeere: die weiß-schwarze Königin

  • Sammelzeitpunkt: Der Holunder hat zwei Gesichter:
    • Seine weiße Blütenpracht verbreitet im Mai und Juni einen unwiderstehlichen Duft und möchte gerne geerntet und in Sirup verwandelt werden.
    • Im Juli und August zeigt er sich von seiner schwarzen, süßen und vitaminreichen Seite: Die Beeren sind los! Am besten erntest du sie nach einer Schönwetterphase an einem sonnigen, trockenen Tag, wenn der Stiel bereits rot bis violett und die Beeren glänzend schwarz sind.
  • Standort: Du findest den Strauch in feuchten Wäldern und an Bachläufen.
  • Verwendung: Aus den Beeren kannst du Saft, Marmelade, Gelee, Kompott oder Sirup machen. Herrlich!
    • Die Powerbeeren sind voller Vitamin C, Niacin, Folsäure und Provitamin A.
    • Wichtig: Verkoche die Beeren, bevor du sie isst.
Holunderbeere
Wenn der Stängel rötlich schimmert und die prallen Beeren schwarz glänzen, kannst du die Holunderbeeren sammeln. Ab ins nächste Kompott! Foto: © Rita Demmel
  1. Echter Knoblauchschwindling: das würzige Geschmackswunder

  • Sammelzeitpunkt: im Sommer und Herbst bei ausreichender Feuchtigkeit.
  • Standort: oft in großen Gruppen, vorwiegend direkt unter Nadelbäumen (v.a. Fichten) inmitten von üppiger Nadelstreu.
  • Merkmale:
    • Er wächst 4–5 cm hoch an einem hauchdünnen Stiel, der nach oben hin heller wird.
    • Sein daumennagelgroßer Hut schimmert blass pink und wird nach außen hin zunehmend weiß.
  • Verwendung: Auch wenn er frisch in jegliches Pilzgericht passt:
    • Getrocknet entwickelt er ein ganz und gar außergewöhnliches Aroma.
    • Der Ultra-Geheimtipp: Knoblauchschwindlinge trocknen und zu würzigem Pilzpulver oder Pilzsalz vermahlen – eine Prise davon verleiht jedem Gericht eine ganz besondere Note.
Knoblauchschwindling
So klein und so aromatisch: Der Knoblauchschwindling hat es in sich! Foto: © Stefan Marxer

Verwechslungsgefahr: Der Große Knoblauchschwindling ist dem Echten Knoblauchschwindling sehr ähnlich, er wächst jedoch doppelt so hoch und hat keinen rosafarbenen Hut, sondern eine sand- bis ockerfarbene Hutoberfläche. Der Große Knoblauchwindling ist in großen Mengen verzehrt giftig. Falls du dir unsicher bist: Stehenlassen oder eine Beratungsstelle aufsuchen.

  1. Spitzwegerich: der grüne Allrounder

  • Sammelzeitpunkt:
    • Seine länglichen, bis zu 20 cm langen und von 3–7 Blattadern durchzogenen Blätter erntest du von April bis August.
    • Daneben kannst du auch seine Blütenknospen (April–Mai) und seine Wurzeln (August-Oktober) ernten.
  • Standort: Er hält sich, wie sein Name schon verrät, fast an jedem Wegesrand sowie auf Wiesen und Ödflächen auf.
  • Verwendung:
    • Die Knospen werden dich überraschen: Ihr Geschmack erinnert an den von Steinpilzen!
    • Die Blätter schmecken roh und gedünstet, in Suppen und Salaten, in Smoothies oder als Wildgemüse.
    • Du kannst den Spitzwegerich auch zu Kräuteressig verarbeiten oder in deinen nächsten Wildkräutersaft packen.
    • Mit seinem Vitamin C, Vitamin B, Zink, Kalium und seiner Kieselsäure hilft er dir außerdem als Energiespender und Halsschmeichler (in Form von Sirup oder Honig) oder als Salbe nach Insektenstichen oder kleinen Schnitt- und Schürfwunden.
Spitzwegerich
Schmeckt unglaublich gut, wirkt lindernd bei Husten und ist Wundheiler Nummer eins für unterwegs: der Spitzwegerich. Foto: © Rita Demmel

Power aus dem Wald: Pflanzenmehl

Ein heimisches Superfood, das du dir einfach pflücken und selber mahlen kannst: Pflanzenmehle waren früher bedeutende Vitaminlieferanten für karge Zeiten. Heute sind sie zwar weniger bekannt – haben aber nichts an ihrer gesundheitsfördernden Wirkung verloren. Das Pulver kannst du über jegliche Gerichte streuen oder in Suppen, Aufstriche, Smoothies, Jogurt, Porridge und Müsli einrühren (als Richtlinie gilt hier: ca. 3 TL pro Tag).

Als grüne Basis eignen sich Pflanzenteile von besonders vitamin- und mineralstoffreichen essbaren Pflanzen im Wald:

  • Brennnesselblätter oder -wurzeln
  • Gierschblätter
  • Gundermannblätter
  • Klettenwurzel (als Streckmehl für Nudelteige)
  • Spitzwegerichblätter
  • Vogelmiereblätter
  • Blätter und Samen des Weißen Gänsefußes
  • Zinnkraut

Die Herstellung funktioniert so:

  1. Ernte die Kräuter an einem Schönwettertag nach mehrtägiger Trockenperiode.
  2. Breite sie auf einem Tuch oder Backpapier aus und lasse sie ein paar Tage im Haus trocknen. Am besten wendest du sie dabei mehrmals. Statt sie bei Raumtemperatur zu trocknen, kannst du sie auch in einen Dörrapparat oder in den Backofen (bei max. 40 °C) geben.
  3. Sind die Kräuter trocken, zerreibe sie (sofern möglich) mit den Fingern und gib sie anschließend in einen Mixer oder zermahle sie mit einem Pürierstab oder mithilfe einer Getreide- oder Kaffeemühle.

Das Pflanzenmehl verstaust du am besten in dicht verschlossenen Gläsern an einem dunklen und trockenen Ort. So ist es bis zu 6 Monate haltbar.

Herbst: Liste von essbaren Pflanzen im Wald

Der goldene Herbst ist wie gemacht für einen farbenfrohen und erholsamen Streifzug durch die Natur. Aber: Was genau wächst im Herbst im Wald? Während die Sonne immer längere Schatten wirft, gibt es in der Natur noch einiges zu entdecken. Los geht’s!

  1. Klettenwurzel: anhängliches Wurzelgemüse für alle Fälle

  • Sammelzeitpunkt: Die Wurzeln der Großen Klette kannst du von August bis Dezember sammeln.

    • Die Klette ist zweijährig. Verwende die Wurzel im ersten Jahr, wenn die Klette noch keine Fruchtstände angesetzt hat. Diese ist etwas dünner, zarter im Geschmack und nicht holzig.
  • Standort: Sie wächst an Wegrändern, Brachflächen und Auwäldern, auf nährstoffreichen Lehmboden.
  • Verwendung: Du kannst die Klettenwurzel einlegen oder gebraten als Gemüsebeilage verwenden.
    • In Japan genießt die „Gobō“ einen besonders hohen Stellenwert. Für japanisches Feeling die Wurzel also einfach in Sesamöl, Sojasauce, etwas Zucker und Reiswein anbraten – fertig ist das Kinpira Gobō!
Klettenwurzel
Ganz schön verwurzelt: Die Klettenwurzel mit ihrem erdigen, charakteristischen Geschmack ist ein unterschätztes Wildgemüse. Foto: © Thomas Apolt
  1. Haselnuss: für kluge Köpfchen

  • Sammelzeitpunkt: September bis Oktober/November.
    • Sammle sie am besten an einem warmen, trockenen Tag, da sich nasse Nüsse schlechter trocknen lassen.
    • Sammle nur an wilden Sträuchern bzw. stelle sicher, dass du beim Sammeln keine Eigentumsrechte verletzt – gerade bei Obstbäumen und -sträuchern solltest du hier vorsichtig sein. Eine Karte mit Wildfrucht-Standorten findest du z.B. bei mundraub.org.
  • Standort: Haselnüsse lieben sonnige und helle Plätze, du findest sie vor allem an Waldrändern.
Haselnuss
Mach dich bei deiner nächsten herbstlichen Sammeltour auf die Suche nach wilden Haseln. Es wird sich lohnen! Foto: © Pixabay/Myriams-Fotos
  • Verarbeitung: Bevor du die Nüsse verwenden kannst, müssen sie trocknen.
    • Sortiere alte und schimmlige Nüsse sowie solche mit Löchern aus.
    • Dann lasse sie an einem kühlen, luftigen Ort mindestens 1–2 Monate trocknen.
    • Nach dem Trocknen kannst du die Früchte aus der Schale lösen. Am besten funktioniert das, indem du die Nüsse in ein Tuch einschlägst und mit dem Hammer sanft darauf klopfst.
    • Die herausgelösten Nüsse kannst du dann noch bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren ca. 10 Minuten in einer Pfanne rösten, damit sie ihren vollen Geschmack entfalten.
  • Verwendung: Ob in Kuchen, Keksen, Broten oder Pfannengerichten – Haselnüsse kannst du so gut wie überall einsetzen.
    • Sie enthalten sehr viel Eiweiß, Calcium, Ballaststoffe und ungesättigte Fettsäuren – und gelten so als Fitmacher für das Gehirn.
  1. Krause Glucke: die Geschmackskönigin unter den Pilzen

  • Sammelzeitpunkt: in feuchten Sommern ab August bis November.
  • Standort: Der korallenartige, weißlich bis gräuliche Fruchtkörper der Krausen Glucke wächst recht auffällig am Fuße von bzw. in der Nähe von Kiefern.
  • Verwendung: Durch ihre charakteristische Form ist das Putzen der Krausen Glucke oft etwas zeitintensiver. Es funktioniert am besten mit einem Pinsel und einer kurzen Dusche.
    • Der Aufwand macht sich aber bezahlt: Schon kleine Mengen der Krausen Glucke machen jedes Gericht zu einem Geschmackserlebnis.
    • Auch getrocknet und eingelegt schmeckt sie einzigartig.
Krause Glucke
Die Krause Glucke mit ihrem walnussförmigen Fruchkörper kannst du fast nicht übersehen. Halte in der Nähe von Kiefern Ausschau nach ihr! Foto: © Stefan Marxer
Freu dich auf eine pilzige Ausbeute!
Auf zur Pilzjagd! Schlag dich durch Unterholz und Dickicht, spring über Wurzeln und Bäche, klettere moosige Hänge hinauf, atme die frische Waldluft ein – und sammle dir ganz nebenbei noch das eigene Essen. Trag dich einfach hier ein, hol dir das exklusive Sammel-Booklet und lerne vier Herbst-Pilze kennen, die du gleich aufspüren kannst!

Winter: Liste von essbaren Pflanzen im Wald

Gerade im vermeintlich kargen Winter stellst du dir vielleicht die Frage: Was kann man jetzt im Wald sammeln? Viele genießbare Pilze und Pflanzen sprießen vor sich hin, ohne sich von den frostigen Temperaturen unterkriegen zu lassen.

  1. Brennnessel: feurige Alleskönnerin

  • Sammelzeitpunkt: Die Brennnessel zählt zu den am schnellsten wachsenden Pflanzen im Frühjahr.
    • Du kannst die Blätter oft schon gegen Ende des Winters sammeln.
    • In milden Wintern kannst du sie auch von Dezember bis Februar sammeln.
    • Die Wurzeln kannst du ganzjährig ernten.
  • Standort: an nährstoffreichen Plätzen im Garten, an Waldrändern
  • Verwendung: Mit ihrem Eiweiß, Eisen, Calcium, Magnesium, Kieselsäure, Vitamin A und C stärkt die Brennnessel, reinigt und bringt den Körper in Schwung.
    • Neben dem klassischen Brennnesseltee, der überaus wohltuend ist, lassen sich mit Brennnesselblättern und -samen köstliche Gerichte zaubern. Der Kreativität in der Küche sind keine Grenzen gesetzt.
    • Die Wurzeln kannst du trocknen und zu Pulver mixen und als Gewürz verwenden.
Brennnessel
Auch wenn sie mit ihren Brennhaaren gefährlich aussieht: Die Brennnessel will dir eigentlich nur Gutes tun! Foto: © Angela Mair
  1. Austernseitling: der Sattmacher der Wintermonate

  • Sammelzeitpunkt: ab November bis Februar.
  • Standort: an alten, umgestürzten Baumstämmen oder bereits geschwächten Laubbäumen wie Buchen, Rotbuchen oder Eichen.
  • Merkmale:
    • eine gräulich bis silbrige Hutfarbe
    • ein dicker, kurzer Stiel
    • weiße Lamellen, die sich später leicht gelblich verfärben
  • Verwendung: Der Austernseitling lässt sich in viele verschiedene Pilzgerichte verwandeln und schmeckt am besten frisch – ob gegrillt, gedünstet oder paniert.
    • Koste ihn mal als Pilzburger: Austernseitling scharf anbraten und mit Sauce, Salatblatt und weiteren saisonalen Zutaten servieren. Einfach galaktisch gut!
Austernseitling
Er lässt sich auch von winterlicher Kälte nichts anhaben: Der Austernseitling sprießt munter auf seinen bevorzugten Baumstämmen vor sich hin. Foto: © Stefan Marxer
  1. Vogelmiere: Vitaminpower für das ganze Jahr

  • Sammelzeitpunkt: Das blühende Kraut kannst du ganzjährig ernten.
  • Standort: Du findest die bodennah wachsende Vogelmiere mit ihren ei- bis herzförmigen Blättern im Halbschatten in Gärten, auf Äckern und auf sehr reichhaltigen Böden.
  • Verwendung: Die Vogelmiere schmeckt herrlich nach Erbsen, passt besonders gut in Salate, Smoothies, Buttermilch, Suppen, Gemüsegerichte und harmoniert fantastisch mit Kartoffeln und Getreide.
    • Sie hält jede Menge gesunder Inhaltsstoffe bereit: Mit einer Handvoll Vogelmiere kannst du deinen Tagesbedarf an Vitamin C decken.
    • Außerdem ist sie reich an Eisen, Kalium, Calcium, Magnesium und Kieselsäure.
Vogelmiere
Die Vogelmiere: Klein und unauffällig wächst sie in Bodennähe das ganze Jahr lang vor sich hin. Und doch birgt sie wahre Superkräfte! Entdecke die heilkräftige und schmackhafte Glücksbringerin! Foto: © Rita Demmel

Wo wächst was: kleiner Guide zu den Sammelorten im Wald

Welche essbaren Pflanzen im Wald du sonst noch in der Natur findest, verraten wir dir hier. Wir erklären dir, an welchen Standorten sich welche Kräuter, Beeren und Pilze tummeln. Schärfe deine Sinne, schnapp dir deinen Korb – und werde gleich an vielen verschiedenen Plätzen fündig!

Achtung, nicht draufsteigen: neben dem Weg

Ein Großteil der essbaren Pflanzen findest du nicht nur im Wald, sondern sie  strecken sich uns schon am Wegesrand, in Gärten, auf ungedüngten Äckern und im Brachland entgegen. Viele dieser Pflanzen sind nicht nur essbar, sondern schmecken auch noch richtig gut und halten außerdem noch einige geheime Superkräfte und Heilwirkungen bereit.

Zu unseren Lieblingspflanzen am sauberen Wegesrand gehören: Beifuß, Brennnessel, Brunnenkresse, Frauenmantel, Gundermann, Giersch, Kamille, Kresse, Klette, Löwenzahn, Malve, Minze, Schafgarbe und Spitzwegerich.

Kopf hoch: Pflück’ dir Snacks vom Baum

In der Natur finden sich viele Bäume und Sträucher, deren Früchte du essen kannst. Neben Walnussbäumen und Haselnusssträuchern kannst du beispielsweise auch Bucheckern und Eicheln kulinarisch verwerten. Der Holunderstrauch und die Schlehe halten herrliche Beeren bereit.

Hast du gewusst, dass von manchen Bäumen sogar die Blätter essbar sind? Um welche Bäume es sich dabei handelt und was du alles aus den Blättern zaubern kannst, erfährst du hier.

Grenzgänger: Das findest du am Waldrand

Am Waldrand herrschen andere Licht- und Bodenverhältnisse als direkt im Wald unter dem kühlen Blätterdach. Dort wachsen Pflanzen, die es gerne etwas wärmer haben. Sie bieten dem Wald eine wichtige Übergangszone und schützen die Waldbäume, die mehr Wasser und Schatten brauchen.

Unter den Grenzgängern finden sich für uns wichtige Wildpflanzen wie: Brennnessel, Ehrenpreis, Giersch, Holunder, Königskerze, Labkräuter, Schöllkraut, Stink-Schnorchenschnabel, Wald-Veilchen.

Waldrand
Zwischen Wiese und Wald tummeln sich jede Menge Naturschätze. Foto: © Rupert Pessl

Versteckt im Dickicht: der Waldboden

Zu den essbaren Pflanzen im Wald, die sich direkt am Boden verstecken, gehören vor allem die lieben Pilze. Die Mykorrhizapilze gehen eine Symbiose mit den Wurzeln von Bäumen ein und finden sich in deren Nähe am Waldboden. Dazu zählen zum Beispiel die Steinpilze, Pfifferlinge, Täublinge oder Semmelstoppelpilze.

Saprobionten hingegen ernähren sich von abgestorbenem Holz, suche sie also vor allem an umgestürzten Bäumen, an Baumstümpfen oder noch intakten Baumstämmen. Zu ihnen gehören zum Beispiel: Parasol, Krause Glucke, Austernseitling.

Daneben gibt es eine ganze Armee von stacheligen Beerensträuchern, die du im Wald finden kannst und die dir himmlische, gesunde Früchte bieten: Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren/Blaubeeren und Preiselbeeren.

Essbare Pflanzen im Wald: Entdecke die wilden Köstlichkeiten!

Du kommst aus dem Staunen gar nicht mehr raus? Zu Recht: Wald und Wiese bieten dir jede Menge Kräuter, Pilze und Beeren, die du das ganze Jahr sammeln kannst. Mit den unzähligen gesunden und nahrhaften Inhaltsstoffen der essbaren Pflanzen aus dem Wald tust du nicht nur dir selbst etwas Gutes, du machst dich damit auch unabhängiger: Von langen Handelsketten, Transportkilometern und Verpackungsmüll. Du pflückst dir einfach frisch aus der Natur, was du brauchst.

Hol dir weitere Sammeltipps sowie Rezeptinspiration und lies dich in viele ausführliche Kräuter- und Pilzportraits zur Bestimmung und richtigen Ernte ein – alles dazu findest du in unseren Büchern.

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