selbstgemachte Salbe in kleinen Gläschen
BEITRAGSAUTORIN: Marina Höfler | KATEGORIE: Naturkosmetik & Kräuterwissen | 01.04.2020 | aktualisiert: 03.08.2020

Klappt wie geschmiert: Salbe selber machen

Du willst deine trockene, rissige oder juckende Haut so richtig verwöhnen? Unser Tipp: Salbe selber machen! Mit wenigen Zutaten mixt du dir eine Salbe, die dir guttut. Bei uns erfährst du, welche Öle, Fette und Kräuter sich eignen und welche Utensilien du benötigst. Wir zeigen dir außerdem ein Grundrezept und drei weitere Rezepte, nämlich für eine Arnikasalbe, eine Lavendelsalbe mit Frühlingskräutern und eine Spitzwegerich-Salbe.

Inhalt
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Salben selber herstellen: Diese Grundzutaten brauchst du
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Salbe selber machen: Das Werkzeug für deine Hexenküche
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Und so geht’s: Grundrezept für die Herstellung von Salben
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Wie lange hält meine selbstgemachte Salbe?
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Salbe selber machen – 3 einfache Rezepte für unsere Lieblingssalben
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Natürliches für deine Haut: Salben selber machen lohnt sich!

Salben selber herstellen: Diese Grundzutaten brauchst du

Für deine eigene Wohlfühlsalbe brauchst du nicht viele Zutaten: Öle, Konsistenzgeber (z. B. Bienenwachs) und Kräuter, falls du magst. Achte darauf, dass diese Grundzutaten hochwertig und naturbelassen sind – schließlich willst du für deine Haut nur das Beste, oder?

Welches Öl verwende ich für die Salbenherstellung?

Kombiniere nach Lust und Laune reine Basisöle mit ätherischen Ölen und/oder mit Wirkstoffölen. Hier findest du die wichtigsten Öle, die du verwendest, wenn du deine Salbe selber machen willst:

Reine Basisöle: Haut(e) Cuisine für alle

Auf der Suche nach den passenden Zutaten? Schau doch einfach in die Küche, wenn du deine Salbe selber machen willst! Dort findest du diese Öle ganz bestimmt:

  • Olivenöl
  • Sonnenblumenöl
  • Kokosfett

Ätherische Öle: Herrlich, wie das duftet

Mit diesen ätherischen Ölen verwöhnst du nicht nur deine Nase, sondern auch deine Haut. Und: Ätherische Öle verbessern die Haltbarkeit von Salben. Typische Hautschmeichler-Öle sind:

  • Rose
  • Rosengeranie
  • Palmarosa
  • Thymian Linalool
  • Koriander
Mit ätherischen Ölen machst du dir duftende Momente und pflegende Salben! Foto: © Nadja Hudovernik

Wirkstofföle: Intensivkur für die Haut

Wirkstofföle geben deiner Salbe das gewisse Extra. Dosiere diese Wunderöle aber mit Vorsicht: Ein Zusatz von 10 % Wirkstoffölen ist möglich. Ziehe einfach vom jeweiligen Basisöl 10 ml ab und ersetze es durch ein Wirkstofföl. Für deine Salben empfehlen wir diese Wunderöle:

  • Sanddornfruchtfleischöl: die Vitaminbombe
  • Weizenkeimöl: das Jugendelixir
  • Wildrosenöl: das Narben- und Brandwundenöl

Welche Konsistenzgeber benötige ich?

Fette und Wachse machen deine Salbe so richtig streichfähig. Diese vier Vertreter haben sich bei der Salbenherstellung als Konsistenzgeber besonders bewährt:

  • Sheabutter
  • Kakaobutter
  • Bienenwachs
  • Carnaubawachs

Welche Kräuter mische ich in meine Salbe?

Kräuter sind kleine Kraftpakete, die haufenweise Extras in sich haben. Perfekt also, wenn du Salben selber herstellen willst. Hier präsentieren wir dir fünf Kräutlein, die du in deine Verwöhnsalbe mixen kannst:

Diese Pflanzenteile verwendest du von den jeweiligen Pflanzen:

  • Blätter: Drüsiges Springkraut, Hauswurzelblätter
  • Blüten: Lavendel, Löwenzahn, Ringelblumen, Rotklee, Wundkleeblüten
  • Wurzeln: Braunwurz
  • Das gesamte frische Kraut: Bingelkraut, Vogelmiere

Schick deine Kräuter ins Wohlfühlbad!

Wenn du Kräuter für die Salbenherstellung verwenden willst, verarbeitest du sie am besten in einem warmen Ölauszug, einem sogenannten Warmmazerat. Dieser Auszug besteht, wie der Name schon vermuten lässt, aus Pflanzenmaterial, den du in warmem Öl über einem Wasserbad oder direkt auf dem Herd herstellst.

So stellst du ein Warmmazerat her:
  1. Waschen? Nein, danke! Wenn du die Kräuter an sauberen Orten gesammelt hast, musst du Blätter und Co. vor dem Verarbeiten nicht waschen. Wurzeln säuberst du am besten mit einer Bürste. Anti-Sammel-Zonen sind: Hundewiesen, überdüngte Felder oder Straßenränder.
  2. Klitzeklein schneiden: Schneide die Blätter so klein wie möglich.
  3. In Öl baden lassen: Übergieße die Pflanzenteile mit so viel Pflanzenöl, dass noch ca. ein Querfinger Öl über den Pflanzen liegt.
  4. Feuer unterm Topf machen: Erwärme das Pflanzen-Öl-Gemisch über einem Wasserbad und rühr dabei immer wieder um. Das Wasser sollte dabei kochen, sonst erreicht das Pflanzenöl nicht die gewünschte Temperatur.
  5. Kurze Cool-down-Phase: Sobald das Ölmazerat fertig ist, vom Wasserbad nehmen und ein wenig abkühlen lassen. Dabei Wassertropfen von der Außenseite des Gefäßes abwischen, damit beim Abseihen kein Wasser mit in den Ölauszug kommt.
  6. Und dann ab durchs Sieb: Anschließend das Öl durch ein Sieb mithilfe einer sauberen Stoffwindel (alternativ: Geschirrtuch, Gaze) abseihen. Dabei darauf achten, dass sich im Auffanggefäß kein Kondenswasserbeschlag bildet. Die Masse nicht fest ausdrücken, einfach abrinnen lassen, bis nichts mehr kommt, oder ganz sanft mit einem Kochlöffel etwas andrücken. Kühl und trocken lagern!

Schick deine Kräuter in einem Warmmazerat auf Tauchstation, um an ihre wertvollen Inhaltsstoffe zu kommen. Foto: © Nadja Hudovernik

Tipp: Wenn du deine Salbe selber machst, sparst du dir jede Menge Verpackungsmüll! Entdecke hier weitere Zero-Waste-Tipps.

Und gelb mit dem Ingwer-Husten-Honig, der deinem Hälschen so richtig guttut, und frühlingsbunt mit dem knusperfrischen Blütenbrot.

Trag dich hier ein und sichere dir das exklusive Booklet mit 12 unglaublichen Rezepten!

Salbe selber machen: Das Werkzeug für deine Hexenküche

Die meisten Utensilien wirst du bei dir daheim finden, im Küchenschrank oder im Keller. Andere, wie eine grammgenaue Küchenwaage, vielleicht nicht. Willst du aber öfter deine Salbe selber machen, lohnt sich die Investition. Das brauchst du:

  • Emaille- oder feuerfeste Glasschüssel für ein Wasserbad
  • kleine Schale mit Ausguss
  • Rührlöffel
  • Teigschaber
  • Messgläser in unterschiedlichen Größen 100 ml, 500 ml, 1 l
  • grammgenaue Küchenwaage 0,1 g bis 2 kg
  • Schneidbrett
  • Messer
  • Sieb
  • Reibemörser
  • Holzstößel (wie für Mojito oder andere Cocktails)
  • Gaze, Stoffwindel oder Geschirrtücher zum Abseihen von Ölmazeraten

Und so geht’s: Grundrezept für die Herstellung von Salben

Wenn du Salben selber machen willst, kannst du auf ein Grundrezept zurückgreifen, das du nach deinen Vorlieben aufpeppst. Probiere doch dieses Rezept für eine neutrale bis kühlende Salbe:

Zutaten für 4 x 30-ml-Salbentiegel

  • 50 ml Sonnenblumenöl
  • 50 ml Kokosfett
  • 10–20 g Bienenwachs oder 5 g Carnaubawachs
  • wer mag: 1 ml Sanddornfruchtfleischöl
  • wer mag: 20 Tropfen ätherisches Öl nach Wunsch und Bedarf (z. B. Lavendelöl fein)

Zubereitung

  • Sonnenblumenöl und Kokosfett mischen.
  • Dann die Sonnenblumen-Kokos-Öl-Mischung zusammen mit dem Bienenwachs im Wasserbad schmelzen.
  • Sobald alles geschmolzen ist, das Sanddornfruchtfleischöl und das ätherische Öl dazugeben, weiter kaltrühren und in Salbentiegel füllen.
  • Nach dem völligen Erkalten der Masse die Tiegel fest verschließen.
Füll deine selbstgemachte Salbe am besten in mehrere, kleine Salbentiegel ab. So kannst du sie auch super an deine Liebsten verschenken! Foto: © Nadja Hudovernik

Du hast vor allem im Winter trockene Haut und rissige Lippen? Hier findest du hautschmeichelnde Rezepte für eine reichhaltige Creme und einen pflegenden Lippenbalsam!

Wie lange hält meine selbstgemachte Salbe?

Beachte ein paar Punkte, und du kannst dich lange an deinen selbstgemachten Salben erfreuen:

  • Arbeitsgeräte, Behälter, Salbentiegel müssen sauber sein. Vor dem Verwenden mit 70–80%igem Alkohol desinfizieren.
  • Lieber mehrere, kleine Salbentiegel verwenden, vorzugsweise aus Glas. Bei großen Tiegeln, die du über Monate verwendest, riskierst du, dass die Salbe schimmlig oder ranzig wird. Salben, die du gerade nicht verwendest: kühl und trocken lagern.
  • Gibst du 1 % ätherisches Öl zu deiner Salbe, verlängert sich die Haltbarkeit.
    • Haltbarkeit ohne ätherische Öle: ca. 6 bis 9 Monate
    • Haltbarkeit mit ätherischen Ölen: ca. 9 bis 12 Monate
  • Die Salben füllst du möglichst randvoll ab, damit zwischen dem Produkt und dem Verschluss keine Luft verbleibt. Sonst kann die Salbe schnell ranzig werden.

Salbe selber machen – 3 einfache Rezepte für unsere Lieblingssalben

Bist du schon in Salbenmixstimmung? Super! Dann haben wir etwas Schönes für dich: 3 Rezepte für Salben, die (fast) im Handumdrehen gemixt sind. Die Kräuterauszüge brauchen ein bisschen Zeit, die Salbe selber zu machen, geht dann aber ganz schnell.

Arnikasalbe

Arnikablüten kannst du wunderbar verwenden, wenn du Salben selber machen willst. Die Arnikasalbe bringt Linderung bei Verstauchungen.

Zutaten für das Blütenöl

  • 1/2 Glas ganze Blüten oder 1/4 Glas Zungenblüten, also der äußere Blütenkranz, (bei Korbblütler-Allergie nimmst du immer nur Zungenblüten)
  • 1/2 Glas oder 3/4 Glas kaltgepresstes Bio-Öl
Eine selbstgemachte Salbe aus Arnikablüten hilft dir bei Verstauchungen. Foto: © Liesa Rechenburg

Zubereitung

  • Blüten klein schneiden (Zungenblüten anmörsern), in ein Glas geben und mit Öl auffüllen.
  • Dieses Glas hell lagern, aber nicht in die Sonne stellen.
  • Nach 2–3 Wochen das Öl abseihen.

Zutaten für die Arnikasalbe

  • Bienenwachs und Blütenöl im Verhältnis 1:7
  • Bienenwachs kannst du beim ortsansässigen Imker oder in der Apotheke kaufen. Das Wachs aus dem Bastelladen bitte nicht verwenden, weil es für Heilmittel nicht geeignet ist.

Zubereitung

  • Das Blütenöl in ein Becherglas absieben, ein Glasthermometer hineingeben und es in ein Wasserbad stellen. Langsames Erhitzen schont die Inhaltsstoffe.
  • In das Öl Bienenwachs geben, z. B. auf 70 g Öl 10 g Bienenwachs.
  • Unter Rühren alles so lange erwärmen, bis sich das Wachs auflöst. Das ist in der Regel zwischen 60 und 70 °C der Fall.
  • Jetzt die Salbe möglichst in lichtgeschützte, mit Alkohol desinfizierte Salbentiegel abfüllen und beschriften. Praktisch sind zusätzlich kleine Döschen, die du auch mal in den Rucksack oder in die Tasche stecken kann.
  • Die Salbe muss ganz abgekühlt sein, wenn sie mit einem Deckel verschlossen wird. Ist das nicht der Fall, können sich Dämpfe entfalten, die die Haltbarkeit entscheidend beeinflussen.

Feine Lavendel-Salbe mit Frühlingskräutern

Lavendel und Frühlingskräuter wie Gänseblümchen passen wunderbar zusammen! Mit dieser selbstgemachten Heilsalbe pflegst du Gesicht, Hände und Füße. Du kannst sie aber auch als Abschminkhilfe, zum Versorgen von kleinen Wunden oder bei schlecht durchbluteter Haut anwenden. Also, loslegen und deine pflegende Salbe selber machen!

Zutaten

  • 1 kleine Handvoll frische Blätter von Frühlingspflanzen (besonders geeignet sind Wegerich, Vogelmiere, Gänseblümchenblüten, Bingelkrautblätter, Birkenblätter)
  • 100 ml Olivenöl (oder Olivenöl und Sonnenblumenöl 1:1 gemischt)
  • 20 g Bienenwachs oder 10 g Carnaubawachs
  • 20 Tropfen ätherisches Lavendelöl fein

Zubereitung​

  • Die Pflanzen so klein wie möglich schneiden, mit dem Öl übergießen und daraus ein Warmmazerat (siehe weiter oben) herstellen. Die Masse abseihen.
  • Das frisch gewonnene Frühlingspflanzenmazerat zusammen mit dem Bienenwachs im Wasserbad schmelzen. Sobald die Masse nur mehr handwarm ist, das Lavendelöl dazugeben und weiter kaltrühren.
  • In Salbentiegel füllen und nach dem völligen Erkalten fest verschließen.

Spitzwegerich-Salbe

Wenn‘s juckt und beißt, am besten Spitzwegerich pflücken und daraus eine Salbe selber machen! Spitzwegerich hilft nämlich super bei Insektenstichen und Hautirritationen. Du kannst diese Salbe auch als sanftes Einreibemittel bei Husten verwenden.

Zutaten für das Spitzwegerich-Öl

  • 1 Handvoll Spitzwegerichblätter
  • 100 ml Olivenöl

Zubereitung

  • Blätter waschen, trocken tupfen, klein schneiden und in ein sauberes Schraubglas geben.
  • Mit dem Olivenöl auffüllen, dabei darauf achten, dass alle Pflanzenteile gut bedeckt sind.
  • Verschließen und 2 Wochen bei Zimmertemperatur ziehen lassen.
  • Währenddessen einmal täglich aufschütteln. Auch hier dürfen anschließend keine Blattschnipsel aus dem Öl ragen, sonst könnte der Ansatz verderben.
  • Das fertige Öl durch ein Sieb in ein sauberes Schraubglas füllen, dunkel und kühl aufbewahren.

Zutaten für die Spitzwegerich-Salbe

  • 100 ml Spitzwegerich-Öl
  • 10 g Bienenwachs

Zubereitung

  • Spitzwegerich-Öl in ein hitzebeständiges Gefäß füllen und in ein Wasserbad stellen.
  • Bienenwachs zufügen und vorsichtig erwärmen, bis das Wachs schmilzt.
  • Kurz verrühren und in einen sauberen Salbentiegel abfüllen. Erst nach dem Erkalten verschließen.
  • Bei sehr sauberer Arbeitsweise und kühler Lagerung ist die Salbe gut ein Jahr haltbar.
Bei juckender Haut bringt eine Salbe mit Spitzwegerich-Öl schnelle Linderung. Foto: © Nadja Hudovernik

Natürliches für deine Haut: Salben selber machen lohnt sich!

Hochwertige Fette, duftende Öle und frische Kräuter – mit diesen Zutaten kannst du im Handumdrehen deine Salben selber machen. Noch mehr Inspiration und Rezepte findest du in unseren Büchern:

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