selbstgemachte Seifen
BEITRAGSAUTORIN: Sandra Gründhammer | KATEGORIE: Naturkosmetik & Kräuterwissen | 25.07.2019 | aktualisiert: 09.09.2020

Zero-Waste-Kosmetik: weniger Müll im Badezimmer!

Plastikfolie ade – wir setzen auf Zero Waste! Und zwar überall. Du hast genug von überflüssigen Verpackungen, die deine Lebensmittel einhüllen? Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit stehen bei dir an erster Stelle? Deine Stofftasche hast du zum Einkaufen immer dabei? Perfekt! Dann zeigen wir dir jetzt, wie du auch deinen Badezimmerschrank entmüllen kannst, deine eigene Zero-Waste-Kosmetik herstellst und Schritt für Schritt zur Zero-Waste-Queen wirst.

Inhalt
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Plastikmeer im Bad – kommt dir das bekannt vor?
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Die 5 Grundprinzipien von Zero Waste
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Plastik ade – scheiden tut nicht weh: Tipps für ein Zero-Waste-Badezimmer
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Garantiert Zero Waste: Kosmetik einfach selber machen!
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Zero-Waste-Kosmetik – da freuen sich Haut und Umwelt!

Plastikmeer im Bad – kommt dir das bekannt vor?

Du achtest schon lange darauf, frische, gesunde Lebensmittel zu kaufen? Deine Kosmetik ist vegan und frei von giftigen Inhaltsstoffen? Dann ärgert es dich bestimmt umso mehr, dass du mit jedem Produkt auch beinahe gezwungen bist, unnötigen Verpackungsmüll zu kaufen. Plastikmüll schadet unserer Umwelt enorm – nein, er zerstört sie regelrecht.

So sieht deine Badezimmerausstattung vor deiner "Razzia" aus … Foto: © Nadja Hudovernik

Eine Möglichkeit, dem entgegenzuwirken, ist Zero Waste in den Alltag zu integrieren und dein Kaufverhalten zu ändern. Und das ist gar nicht so schwer, wie du denkst. Mit kleinen Tipps und Tricks kannst du gleich damit anfangen und so einen wertvollen Beitrag für eine nachhaltigere Zukunft leisten.

  • Bring deinen eigenen Stoffbeutel zum Einkaufen mit.
  • Kauf deine Lebensmittel regional oder werde zum Selbstversorger. Für mehr Nachhaltigkeit und Müllvermeidung in deinem Badezimmer: Mach deine eigene Zero-Waste-Kosmetik.
Nach der Badezeimmer-Razzia.
... und so, nachdem du dich für Zero Waste entschieden hast. Foto: © Nadja Hudovernik

Du wirst sehen: Zero Waste tut nicht nur der Umwelt gut, sondern auch dir selbst. Die reduzierte Auswahl im Bad und allen restlichen Lebensbereichen verschafft dir mehr Zeit: für dich, deine Hobbys und deine Freunde.

Die 5 Grundprinzipien von Zero Waste

Hast du schon von den 5 Grundprinzipien von Zero Waste gehört? Wir stellen dir hier die 5 „Rs“ vor, die dein Leben nachhaltig verändern werden!

  • Refuse = Ablehnen! Die Beautyindustrie bombardiert uns mit Werbung und Produkten, ohne die wir nicht leben können. Verzichte zum Beispiel auf die vielen Produktproben aus der Drogerie.
  • Reduce = Reduzieren! Brauchst du wirklich 5 verschiedene Pflegeprodukte? Es gibt mittlerweile unzählige More-in-one-Produkte, wie z.B. Seife, die du zum Duschen für Körper, Haare und Gesicht verwenden kannst. Probier es aus!
  • Reuse = Wiederverwenden! Auch dein Badezimmer ist vermutlich voll von Einweg-Produkten: Wattepads, Einwegrasierer, Wattestäbchen etc. Achte das nächste Mal in der Drogerie darauf, Produkte zu kaufen, die du öfter verwenden kannst, wie z.B. einen Rasierhobel oder auch wiederverwendbare Glasfläschchen. Viele Drogerien bieten mittlerweile auch Pflegeprodukte zum Nachfüllen an.
  • Recycle = Mülltrennung! Wenn es sich nicht vermeiden lässt, verpackte Kosmetikprodukte zu kaufen, dann sollte Verpackungsmüll zumindest ordnungsgemäß entsorgt werden.
  • Rot = Kompostieren! Mittlerweile gibt es viele Produkte, die komplett kompostiert werden können, z.B. Wattepads oder Bambuszahnbürsten.

Plastik ade – scheiden tut nicht weh: Tipps für ein Zero-Waste-Badezimmer

Ein Ort, an dem sich so richtig viel Müll ansammelt, ist dein Badezimmer. Bei einer „Badezimmer-Razzia“ würdest du wahrscheinlich feststellen, dass du mehr Kosmetika zu Hause hast als Essen in deinem Kühlschrank. Beginne also nach und nach, dir ein Zero-Waste-Badezimmer einzurichten.

Zero Waste von Kopf bis Fuß

  • Haare gut, alles gut: Lass deine Haare glänzen mit festem Shampoo oder Haarseifen. Vorteil: Die Shampoo-Bars sind in Karton verpackt und halten bis zu 3 Mal länger als Flüssigshampoos, echtes Zero-Waste-Shampoo eben. Und für danach: Auch deine Haarbürste kannst du plastikfrei kaufen – aus Holz und Naturborsten.
  • Gutes Körpergefühl: Viel Müll und Geld kannst du mit Duschseife sparen. Auch sie ist etwa 5-10 Mal ergiebiger als flüssiges Duschgel.
  • Weißes Lächeln: Zahncremes sind nicht nur in Plastik verpackt, sie enthalten meist auch Mikroplastik. Eine tolle Alternative ist Zahnpulver. Putzen kannst du deine Zähne z.B. mit einer Zahnbürste aus Bambus.
  • Echt dufte: Für einen angenehmen Geruch den ganzen Tag über sorgt meist dein Deo. Das muss aber nicht im Plastikbehälter gekauft werden, festes Deo oder Deocreme im Glastiegel sind tolle Zero-Waste-Alternativen.
  • Saubere Ohren? Mittlerweile findest du in jeder Drogerie wiederverwendbare bzw. kompostierbare Ohrstäbchen.

Außen hui, innen pfui? Zero-Waste-Make-up-Tipps

  • Aufgehübscht: Make-up gibt es meist im Glastiegel und Wimperntusche mittlerweile auch in der Bambusverpackung. Wenn dir das nicht reicht, lässt sich Make-up auch selbst machen.
  • Alles wieder runter: Zum Abschminken eignen sich ganz einfach Pflanzenöle wie etwa Kokos- oder Sonnenblumenöle. Waschbare Abschminkpads gibt es in jeder Drogerie zu kaufen.

Mach’s dir selbst! Naturkosmetik zum Selbermachen

All die Produkte, von denen wir gerade gesprochen haben, kannst du auch problemlos selber machen. Pflück die Zutaten für deine selbstgemachte Naturkosmetik vor deiner Haustüre und leere deine Vorratskammer. Und voilà: Schon hast du (fast) alles, was du für deine selbstgemachte Körperpflege brauchst. So macht Zero-Waste-Kosmetik noch mehr Spaß!

Garantiert Zero Waste: Kosmetik einfach selber machen!

Du stehst auf natürliche Zutaten mit ganz viel Liebe, aber null Müll? Dann haben wir hier genau das Richtige für dich! Entdecke unsere Rezepte für Zero-Waste-Kosmetik – ganz do it yourself! Ohne kritische Inhaltsstoffe, einfach und kostengünstig – so kannst du deine Zero-Waste-Kosmetik selber machen.

Nur die besten Kräuter und Pflanzen kommen in selbst gemachte Naturkosmetik. Hier: Spitzwegerich aus dem Garten und feines Olivenöl. Foto: © Nadja Hudovernik

Gute Basis – Creme ganz einfach

Zutaten für 5–6 x 30-ml-Salbentiegel

90 ml Pflanzenöl oder Ölauszug
15 g Wollwachs
15 g Bienenwachs
45–60 ml Hydrolat
wer mag: 30 Tropfen ätherische Öle nach Wunsch/Bedarf
wer mag: 1–1,5 ml Sanddornfruchtfleischöl

Zubereitung

  • Pflanzenöl, Wollwachs und Bienenwachs gemeinsam im Wasserbad auf 50 °C erwärmen.
  • Das Hydrolat getrennt davon ebenfalls auf 50 °C erwärmen. Sobald die Fettphase und das Hydrolat jeweils 50 °C erreicht haben, wird das Hydrolat in kleinsten Portionen möglichst rasch unter ständigem und vor allem geduldigem Rühren mit einem Schneebesen oder einem kleinen elektrischen Milchaufschäumer in das Öl-Wollwachs-Bienenwachs eingearbeitet. Ganz so, wie es bei selbst gemachter Mayonnaise auch der Fall ist.
  • Sobald eine Emulsion – also eine mayonnaiseartige Konsistenz – entstanden ist, die gewünschten ätherischen Öle dazugeben. Dabei ständig weiterrühren. Anschließend wird die Creme zügig abgefüllt.
  • Anwendungsbereich: Gesicht- und Augenpflege, Hand- und Fußpflege

Sweet lips – Lippenbalsam

Zutaten für 6 Lippenstifthülsen (aus Bambus)

10 g Kokosfett
10 g Bienenwachs oder 5 g Carnaubawachs
20 g Olivenöl oder Mazerat (z.B. Ringelblume, Wundklee, Rotklee)
wer mag: 4 Tropen ätherische Öle (z.B. Rose, Koriander, Thymian …)
wer mag: 4 Tropfen Sanddornfruchtfleischöl

Zubereitung

Kokosfett, Bienen- oder Carnaubawachs und das Olivenöl oder Ölmazerat im Wasserbad schmelzen. Sobald die Masse auf Handwärme abgekühlt ist, die ätherischen Öle und das Sanddornfruchtfleischöl dazutropfen. Solange die Masse noch warm ist, in Lippenstifthülsen füllen und vor dem Verschließen ganz auskühlen lassen.

Selbst gemachte Cremes tun nicht nur der Haut gut, sondern auch der Umwelt. Foto: © Nadja Hudovernik

Zero-Waste-Kosmetik – da freuen sich Haut und Umwelt!

Wenn du dich spätestens jetzt dazu entschieden hast, auf Zero Waste umzusteigen, dann ist das toll. Beginne am besten gleich noch heute damit. Aber bitte nicht verzweifeln! Auf Müll zu verzichten bedeutet jede Menge Arbeit, denn Verpackungen und Plastik umgeben uns ständig. Das geht auch bestimmt nicht von heute auf morgen. Aber du kannst langsam und Schritt für Schritt damit beginnen. Zum Beispiel in deinem Badezimmer mit deiner Zero-Waste-Kosmetik. Alles natürlich, ohne bedenkliche Inhaltsstoffe und … ohne Müll. Natur pur und ganz Zero Waste! Wenn du mehr über selbst gemachte Naturkosmetik erfahren möchtest und dein Badezimmer bald Zero Waste sein soll, dann findest du in Barbara Hoflachers „Du darfst auf meine Haut“ viele weitere Rezepte und Tipps.

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