Obstbäume und Beerensträucher auf deinem Balkon richtig gießen

Wer sagt, dass du einen großen Garten brauchst, um Obstbäume, Beerensträucher und Zitruspflanzen anzubauen? Wie es dir gelingt, auf deinem Balkon, deiner Terrasse oder deinem Dachgarten zum Beispiel Apfelbäume zu ziehen, zeigt dir Paula Polak in ihrem neuen Buch „Handbuch Wasser im Garten“. Im folgenden Auszug findest du wertvolle Tipps, die dir beim Anbau „urbaner“ Obstbäume helfen und die deine Fragen nach dem geeigneten Topf sowie Standort und der richtigen Art zu Gießen beantworten.

Obstbäume und Beerensträucher in Töpfen

Entscheidet man sich für Spalierobst und pflanzt ausreichend viele Bäume, kann man ganz schöne Mengen an Äpfeln von der Terrasse ernten.

Entscheidet man sich für Spalierobst und pflanzt ausreichend viele Bäume, kann man ganz schöne Mengen an Äpfeln von der Terrasse ernten. Foto: Paula Polak

Klassische Obstbäume wie Apfelbäume, aber auch Zitruspflanzen und Beerensträucher können auch auf Balkonen, Terrassen und Dachgärten gezogen werden. Achte auf eine ausreichende Topfgröße – diese Dauerkulturen sollen viel Platz für ihren Wurzelballen haben. Als Standort sollte bevorzugt ein zumindest halbtags sonniger Platz gewählt werden, der nicht zu windig ist. Wände eignen sich hervorragend, um davor Bäume und Sträucher in Töpfen aufzustellen: Sie schützen vor Wind, speichern die tägliche Sonnenwärme und geben diese des Nachts ab, wodurch das Pflanzenwachstum gefördert wird. 

Wird ein Obstbaum so erzogen, dass seine Form an die Wand bzw. den speziellen Standort angepasst ist (niedrig gehalten, mit an der Wand entlanggezogenen Ästen, die gut erreichbar sind), so nennt man dies Spalierobst. Beachte, dass manche Obstsorten besser für diese Wuchsform geeignet sind als andere. Egal, ob Obstbaum, Zitruspflanze oder Beerenstrauch – sie alle brauchen wie jede Fruchtpflanze ausreichend Wasser und Nährstoffe! Gieße deine großen Topfpflanzen daher vom Frühjahr bis in den Herbst verlässlich und regelmäßig (es gelten dieselben Gießhinweise wie bei anderen Topfpflanzen).

Topfpflanzen im Winter richtig gießen

Achte darauf, dass du Bäume und Sträucher – genauso wie alle anderen Topfpflanzen, die im Winter draußen bleiben – auch während der kalten Monate ausreichend gießt! Dies solltest du jedoch ausschließlich an verhältnismäßig warmen Tagen (Plusgrade!) mit zimmerwarmem Wasser machen. Gieße Topfpflanzen niemals während Kälteperioden und bei Minusgraden!

Heimische Bäume können den Winter über auch im Topf draußen stehen. Dann sollte man sie jedoch unter den richtigen Bedingungen auch im Winter bewässern, wie hier an einem sehr warmen Tag im Februar.

Heimische Bäume können den Winter über auch im Topf draußen stehen. Dann sollte man sie jedoch unter den richtigen Bedingungen auch im Winter bewässern, wie hier an einem sehr warmen Tag im Februar. Foto: Paula Polak

Besonders fruchtbildende Pflanzen wie Obstbäume und Beerensträucher benötigen sehr viele Nährstoffe. Wachsen sie in Töpfen, haben sie jedoch das grundlegende Problem des Nährstoffnachschubs. Nur wenn langfristig ausreichend Nährstoffe vorhanden sind, haben die Pflanzen genügend Kraft, um eine schöne Ernte zu tragen. Die in Töpfen sehr begrenzte Erde ist jedoch schnell ausgelaugt, die Pflanzen haben alle enthaltenen Nährstoffe aufgebraucht. Fruchtpflanzen in Töpfen sind daher in einem besonderen Maße auf die Pflege durch den Menschen angewiesen. Denk daran, solche Pflanzen zumindest einmal im Jahr mit neuen Nährstoffen zu versorgen. Gerade hier eignet sich der Einsatz von Tiermist und anderen Langzeitdüngern, wie Hornspänen, hervorragend.

Praxis-Tipp: Nutzpflanzen auf Balkon und Terrasse richtig gießen

Ein spezieller Fall sind Nutzpflanzen in Töpfen, Trögen und Co. Da diese keinen direkten Bodenkontakt haben, sind sie absolut abhängig von der menschlichen Pflege. Folgendes solltest du beim Gießen von Topfpflanzen beachten:

Grundsätzlich gilt genauso wie im Freiland: Lieber seltener, dafür ausgiebig – im Sinne von lange – und durchdringend gießen. Besonders bei Topfpflanzen (egal, ob auf der Terrasse oder im Innenraum) ist das Aufteilen des Gießwassers auf zwei Durchgänge sehr empfehlenswert!

Du solltest jedoch nur so viel gießen, dass die Wassermenge, die sich im Untersetzer sammelt, von der Pflanze noch am selben Tag aufgenommen werden kann. Stehen die Wurzeln längere Zeit im Wasser, führt dies zu Wurzelfäule – ohne Wurzeln kann die Pflanze kein Wasser mehr aufnehmen, sie vertrocknet bei vollem Untersetzer.

Abhängig vom genauen Standort (überdacht oder nicht) sowie der Witterung (Hitze, Wind!) müssen Topfpflanzen bis zu täglich gegossen werden.

Der beste Gießzeitpunkt ist – gleich wie bei Freilandpflanzen – möglichst früh am Morgen.

Du kannst laufend Wasser sparen, indem du die Töpfe vor Wind schützst, mit einem Hindernis in der Hauptwindrichtung (z. B. durch Matten am Balkongitter) oder einer höheren Bepflanzung. Bitte achte aber darauf, dass der Windschutz den Pflanzen nicht die ganze Sonne nimmt.

Ob und wie häufig du Hochbeete gießen musst, hängt davon ab, ob diese direkten Erdkontakt haben oder nicht. Alternativ bzw. ergänzend kannst du bei Gemüsepflanzen in Töpfen auch mit verschiedenen Bewässerungshilfen arbeiten.

Weitere nützliche Tipps und Tricks rund um das Thema Urban Farming findest du im „Handbuch Wasser im Garten“ von der erfahrenen Gartenplanerin Paula Polak. Sie zeigt dir, wie du mit der Ressource Wasser in deinem Garten verantwortungsbewusst umgehen kannst und wie du Teiche, Naturpools und Biotope als wertvollen Lebensraum für Pflanzen, Tiere und Menschen richtig planst, anlegst, sinnvoll bepflanzst und pflegst.