Wunderkraut Löwenzahn: ein Muss für jede Küche und Hausapotheke!

Jeder von uns kennt ihn – den Löwenzahn. Doch wer nutzt das Wildkraut mit seinen einzigartigen Inhaltstoffen und Vitaminen wirklich? Kaum zu übersehen ist er mit seinen strahlenden Blüten, die Wiesen im Frühling und Sommer oft wie ein leuchtend gelbes Pflanzenmeer scheinen lassen. Doch der Löwenzahn überzeugt nicht nur mit seiner Optik: Er ist eine Bereicherung für jede Küche, jede Tee- und Kaffeetasse und jede Hausapotheke!

 

Den Gewöhnlichen Löwenzahn erkennen

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Löwenzahn mit Blüte, Stängel und Blätter. Foto: Rupert Pessl

Unter dem Gewöhnlichen Löwenzahn wird eine Gruppe verwandter Pflanzenarten zusammengefasst, welche sich sehr ähnlich sehen und schwierig auseinanderzuhalten sind. Dazu gehören beispielsweise der Wiesen-Löwenzahn, der Alpen-Löwenzahn , der Sumpf-Löwenzahn oder der Schwielen-Löwenzahn. Die Volksheilkunde macht jedoch keinen Unterschied zwischen den Arten. Der Gewöhnliche Löwenzahn hat längliche, schrotsägeförmige Blätter. Sie können je nach Standort unterschiedlich geformt sein. In jedem Fall sind sie glatt, unbehaart und bilden am Boden eine Rosette. Der Stängel des Löwenzahns ist gerade, unbehaart und hohl. In den Blättern, dem Stängel und der Pfahlwurzel ist weißer Milchsaft enthalten. Der Blütenkopf ist aus zahlreichen gelben Zungenblüten zusammengesetzt. Die Blüten haben einen süßlichen, blumigen Geruch und Geschmack. Die Blätter und Wurzeln dagegen schmecken herb.

 

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Der Löwenzahnblätter sollten immer mit der Wurzel geerntet werden. Foto: Rupert Pessl

Den Gewöhnlichen Löwenzahn ernten und vermehren

An seinen Standort stellt der Löwenzahn keine speziellen Ansprüche. Das Wildkraut ist ein Stickstoffanzeiger: Wo Löwenzahn in Massen gedeiht, ist der Boden reichhaltig. Vom Löwenzahn sind alle Teile genießbar. Die Blätter können für die Wildkräuterküche das ganze Jahr über geerntet werden. Zur Teeherstellung sammelt man die Blätter vor der Blüte von März bis April. Geschlossene Blütenknospen pflückt man ebenfalls in diesem Zeitraum. Die Blüten haben von April bis Juni Saison. Die Wurzeln werden im März oder von August bis Oktober geerntet. Löwenzahn ist ein ausdauerndes Gewächs. Die Vermehrung von Löwenzahn erfolgt über die Samen oder die Wurzeln. Die Wurzelteilung ist allerdings effektiver. Dazu gräbt man die Wurzeln im Frühling oder Herbst, schneidet sie in zwei Zentimeter große Stücke und pflanzt sie in ein Beet. Die Samen werden im Herbst oder zeitig im Frühjahr einen Zentimeter tief in die Erde gesteckt. Löwenzahn zählt zu den Dunkel- und Kaltkeimern

 

Ein rundum gesundes Wildgemüse!

Löwenzahnblätter übertreffen den Eisengehalt von Spinat um ein Vielfaches. Außerdem sind sie reich an Provitamin A und schneiden dabei besser ab als die Karotte. In Frankreich wird Löwenzahn sogar angebaut und ist in der Küche hochgeschätzt. Der Kultur- Löwenzahn bildet größere Blätter aus, die weniger gesägt sind. Außerdem schmeckt er milder als sein wilder Verwandter. Die großen Blüten sind voll von mineralstoff- und eiweißhaltigen Blütenpollen. Die Löwenzahnwurzel enthält im Frühjahr viel verdauungsanregenden Milchsaft, den man auch im Stängel findet. Ab Herbst tritt an Stelle des Milchsaftes ein zuckerähnlicher Stoff namens Inulin. Dieses Kohlenhydrat wird von Diabetikern besonders gut vertragen. Löwenzahnwurzeln lassen sich roh oder gekocht anderem Gemüse beifügen. Da die Wurzeln sehr bitter schmecken, sollte man sie sparsam dosieren.

 

Einmal Ganzkörperreinigung gefällig?

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Auch mit anderen Wildkräutern: Der Löwenzahn ist bestens geeignet für euren Genuss-Tee. Foto: Rupert Pessl

Mit Ausnahme der Blüten sind alle Teile des Löwenzahns im Geschmack vor allem herb. Löwenzahn ist zusammenziehend, magenstärkend, blutreinigend, harntreibend, leberund nierenanregend. Er verbessert den gesamten Stoffwechsel und hilft dem Körper, sich von unerwünschten Ansammlungen und Giftstoffen zu reinigen. Als Tee oder Wildgemüse bietet er sich für eine Frühjahrskur an. Besonders die Wurzel besitzt eine auflösende Eigenschaft bei Stauungen und Verschleimungen. Bei Appetitlosigkeit mit gleichzeitiger Verstopfung, sprich, wenn die Verdauung steht, bringt die Wurzel diese wieder in Schwung. Aus den Blüten hergestellter Sirup ist ebenfalls blutreinigend und kräftigend. Hautunreinheiten, Flechten oder Warzen können mit frischem Presssaft betupft oder mit Tee gewaschen werden. Auch eine Salbe aus der Löwenzahnwurzel eignet sich bestens zur Pflege. Löwenzahn stärkt die Unterleibsorgane und wird bei Nieren- und Blasenleiden verabreicht.

 

So kann der Löwenzahn verwendet werden:

  • Der Tee aus allen frischen oder getrockneten Pflanzenteilen sowie der frische Presssaft sind bekömmlich, gesund und nicht nur zum Trinken, sondern auch zur äußerlichen Anwendung gut. Eine Salbe aus Löwenzahnwurzeln ist empfehlenswert zur Pflege von Hautunreinheiten.
  • Die Blätter des Löwenzahns passen exzellent zu den unterschiedlichsten Salaten, zu Kartoffeln und Gemüse. Die geschnittenen Stängel können wie Schnittlauch auf das Butterbrot oder in die Suppe gestreut werden. Die geschlossenen Blütenknospen eignen sich zum Einlegen. Die frische Wurzel macht sich fantastisch in Gemüsepfannen. Die Blüten sind schmackhaft und dekorativ in Salaten,
    Aufstrichen aber auch Süßspeisen.
  • Aus den Blüten wird Löwenzahnsirup (auch „Löwenzahnhonig“ genannt) hergestellt. Die getrocknete und geröstete Wurzel liefert Löwenzahnkaffee.

 

2635Der Löwenzahn ist nur eines von vielen Wildkräuter, die ihr nutzen könnt. In ihrem Buch „Gesunde Wildkräuter aus meinem Garten“ führt Gerda Holzmann euch in die vielfältige und bunte Welt der ungezähmten Kräuter ein. Die in dem Buch beschriebenen Wildkräuter sind, so wie der Löwenzahn, voller wertvoller Inhaltsstoffe und spenden positive Energie für Körper und Seele.