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Menschen beim Obstbäume schneiden
BEITRAGSAUTORIN: Marina | KATEGORIE: Garten & Balkon | 10.01.2017 | aktualisiert: 28.10.2020

Obstbäume schneiden: So easy meisterst du den Obstbaumschnitt

Verpasst du deinen Obstbäumen regelmäßig eine neue Frisur, versorgen sie dich mit knalligeren Äpfeln und süßeren Aprikosen. Warum? Der Obstbaumschnitt tut deinem Baum einfach gut! Denn der macht ihn nicht nur gesund, sondern gibt ihm auch genug Power, um unheimlich leckere Früchte zu entwickeln. Wir zeigen dir, wann du deine Obstbäume schneiden sollst und welches Werkzeug du brauchst. Obendrauf gibt’s noch eine Anleitung, wie du beim Schneiden richtig vorgehst.

Inhalt:
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Obstbäume schneiden – wann ist der richtige Zeitpunkt?
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Gut ausgerüstet: Das brauchst du für den Obstbaumschnitt
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Obstbäume richtig schneiden – Anleitung: So gelingt dir eine hübsche Baumfrisur
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Alte und junge Obstbäume schneiden: verschiedene Schnittphasen
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Schneiden von Obstbäumen – 5 Grundregeln für EinsteigerInnen
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Schnipp, schnapp, Zweige ab: Den Obstbaumschnitt kann man lernen!

Obstbäume schneiden – wann ist der richtige Zeitpunkt?

Am besten schneidest du deinen Obstbaum im Winter. Wenn der Baum unbelaubt ist, kannst du viel einfacher den Überblick in der Krone behalten und dich flexibler von Ast zu Ast bewegen. Die Frage, wann man Obstbäume schneiden muss, hängt auch von der Baumart ab: Im Winter kannst du die Triebe von fast allen Obstbäumen kürzen, nur von empfindlichen Arten wie Kirsche, Aprikose und Walnuss solltest du die Finger lassen. Diese bearbeitest du besser im Sommer.

Good to know: Schneide deinen Baum auf jeden Fall an trockenen Tagen, damit nicht zu viel Feuchtigkeit in die frische Schnittwunde des Baumes gelangen kann. Das wäre die Eintrittskarte für Pilzsporen und andere Krankheitserreger, die deinem Baum schaden.

Wir verraten dir, wann du den Obstbaumschnitt im Winter und im Sommer machen kannst, und was du dabei beachten solltest:

Wann schneide ich im Winter?

Im Winter werden Obstbäume zwischen Ende Jänner und bis zu zwei Wochen vor dem Austrieb geschnitten. Schneide aber nicht zu spät im Frühling: Nährstoffe, die in den Knospen eingelagert sind, gehen sonst mit dem Schnittgut verloren. Am besten stutzt du deinen Baum an frostfreien, trockenen Tagen. Nach dem Schnitt sollten keine sehr niedrigen Temperaturen mehr auftreten (-12 °C und kälter).

Der Winterschnitt eignet sich besonders gut, wenn du die Krone deines Obstbaumes formen willst. Bei Apfel, Birne und Pfirsich kannst du im Winter auch den Erhaltungsschnitt (siehe weiter unten) durchführen.

Kann ich meinen Obstbaum bei Frost schneiden?

Idealerweise sollten die Tage rund um deinen Schnittvorgang frostfrei sein. Wenn es das Wetter aber nicht anders zulässt, ist es grundsätzlich kein Problem, einen Obstbaum auch bei Frost zu schneiden. Beachte aber, dass die Temperaturen nicht permanent unter -5 °C sinken sollen.

Wann schneide ich im Sommer?

Der Obstbaumschnitt im Sommer erfolgt zwischen Juni und Mitte August. Such dir dafür trockene, eher kühle Tage aus und schneide nicht in der Mittagshitze.

Wichtig zu wissen ist hier, dass der Sommerschnitt das Wachstum des Baumes bremst. Im Sommer kannst du also schneiden, wenn triebige Jungbäume zu stark wachsen. Aber: Tragen die Obstbäume viele Früchte, darfst du nicht schnippeln, weil die Früchte dann nicht mehr genug versorgt werden können. Im Sommer schneidest du auch empfindliche Sorten wie Kirsche, Aprikose oder Walnuss.

Wirst du gerade von einer riesigen Erntewelle an unheimlich leckeren Früchten, Gemüsen, Kräutern und Pilzen überrollt? Juhu! Dann mach deine knallbunte Gartenausbeute haltbar! In „Einkochparty“ zeigen wir dir, wie du deine frechen Früchtchen zu Marmelade und Ketchup verwandelst!

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Gut ausgerüstet: Das brauchst du für den Obstbaumschnitt

Damit du deinem Baum einen neuen Schnitt verpassen kannst, organisiere dir am besten dieses Werkzeug:

  • Baumschere: Wichtig ist, dass sich der Anpressdruck der Klinge exakt einstellen lässt, und zwar so, dass die Schere gerade noch von selber auseinandergeht. Verwende Scheren mit einer ziehenden Klinge. So ist ein glatter Schnitt ohne Quetschungen möglich.
  • Klappsäge: Mit dieser scharfen, handlichen Säge kannst du rasch größere Äste abschneiden. Mit einem Handgriff kannst du, wie der Name schon sagt, das Sägeblatt einklappen.
  • Werkzeughalfter: Im Halfter verstaust du das Werkzeug, das du gerade nicht brauchst. So hast du die Hände beim Klettern im Baum oder beim Steigen auf die Leiter frei.
  • Bügelsäge: Größere Äste schneidest du mit einer Bügelsäge ab. Das Sägeblatt kannst du hier ganz einfach verdrehen und so auch in engen Astgabeln schneiden, ohne dass der Bogen im Weg ist.
  • Stangensäge: Eine Stangensäge hilft dir, vom Boden aus zu arbeiten. Das ist zwar praktisch, aber auch sehr ermüdend. Reduziere die Arbeiten mit diesem Gerät also auf ein Minimum.
Obstbäume schneiden Anleitung
Diese zwei Utensilien dürfen beim Obstbaumschnitt nicht fehlen: Klappsäge und Baumschere. Foto: © Andrea Heistinger

Obstbäume richtig schneiden – Anleitung: So gelingt dir eine hübsche Baumfrisur

Das erste Jahr ist schon vergangen, seit du deinen Obstbaum gepflanzt hast? Juhu, gratuliere zum ersten Standjahr! Dann zück das Werkzeug und verpass deinem Baum doch einen Erziehungsschnitt! In unserer Anleitung zeigen wir dir, wie du diesen Obstbaumschnitt meisterst:

1. Entferne die Stammausschläge

Stammausschläge sind die Triebe, die aus dem Stamm herauswachsen. Diese kannst du entfernen.

2. Schneide alle nicht benötigten Langtriebe ab

Entferne anschließend alle Langtriebe, die offensichtlich keinen Platz haben, um sich entwickeln zu können. Das sind meist Triebe, die von einem Leitast Richtung Mitte oder auf der Oberseite eines Astes senkrecht nach oben wachsen. Ignoriere Kurztriebe, lasse also alles außer Acht, was kürzer als 10 cm ist.

Good to know: Was sind Leitäste? Das sind die Äste, die von der Stammverlängerung ausgehen und das Kronengerüst des Baumes bilden.

3. Entferne die Konkurrenztriebe

An der Spitze von Leitästen entwickeln sich fast immer zwei gleich starke Triebe. Schneide einen davon weg. So kann sich die Krone in die Breite entwickeln.

4. Bringe Leitäste in Form

Wenn Leitäste zu steil oder zu flach stehen, bringe sie in eine günstige Lage von 45 °. Verwende dafür ein breites Bindematerial, z. B. aus Jute, und gib den Trieben so die gewünschte Position.

5. Kürze den letztjährigen Zuwachs

Verkürze den Zuwachs der Leitäste vom Vorjahr etwa um ein Viertel: Achte dabei darauf, dass gleichrangige Gerüstäste auf dem gleichen Niveau stehen, also auf der sogenannten Saftwaage. Auch sollten die obersten Knospen nach außen schauen. Werden die Leitäste nicht angeschnitten, wachsen sie mit den Jahren in Richtung Mitte. So entsteht eine eiförmige Krone, und die Früchte im Inneren sind schlecht belichtet.

Grafik Erziehungsschnitt im 2. Standjahr
So sieht der Erziehungsschnitt im 2. Standjahr aus: 1) Stammausschläge entfernt, 2) in das Kroneninnere gewachsene Langtriebe entfernt, 3) Konkurrenztriebe entfernt, 4) überzählige Langtriebe entfernt, 5) Äste mit Hilfe von Spreizhölzern formiert, 6) Leitäste gekürzt. Foto: © Stefan Emmelmann

6. Schneide die Seitenäste zurück

Stutze Seitentriebe, die schräg vom Leitast nach außen wachsen, damit sie nicht zu lang werden und flacher stehen als der Leitast.

7. Mitteltrieb auslichten und zurückschneiden

Die Krone soll die Form einer Pyramide haben, kürze daher auch den Mitteltrieb entsprechend ein.

Grafik Erziehungsschnitt junge Obstbäume schneiden
In dieser Zeichnung siehst du den Rückschnitt nach dem ersten Standjahr. Foto: © Stefan Emmelmann

Alte und junge Obstbäume schneiden: verschiedene Schnittphasen

Oben hast du den Erziehungsschnitt kennengelernt. Welche anderen Schnitte es noch gibt und wie du junge bzw. alte Obstbäume schneiden kannst, erfährst du hier:

1. Für deine neugepflanzten Babys: der Pflanzschnitt

  • Ziel: Mit diesem Schnitt stellst du das Gleichgewicht zwischen Wurzel und Krone wieder her.
  • Wann: nach der Pflanzung (wenn du deinen Baum im Herbst gepflanzt hast, im darauffolgenden Februar)
  • Wie oft: einmalig

2. Eine Krönung für deinen Baum: der Erziehungsschnitt

  • Ziel: Diesen Schnitt machst du bei jungen Obstbäumen, damit sie ein lichtes, tragfähiges Kronengerüst aufbauen können.
  • Wann: in den ersten 5–10 Jahren nach der Pflanzung
  • Wie oft: jährlich

3. Für eine Ernte, die dich umhaut: der Erhaltungsschnitt

  • Ziel: Dieser Schnitt soll dir regelmäßig unheimlich leckere Früchte bescheren.
  • Wann: vom Ende des Erziehungsschnitts an bis zum Lebensende des Baums
  • Wie oft: alle 3–5 Jahre

4. Mach deinen Baum wieder jung: der Verjüngungsschnitt

  • Ziel: Diesen Schnitt machst du bei alten Bäumen, wenn du eine ausladende Krone verkleinern willst.
  • Wann: wenn nötig bei alten Obstbäumen
  • Wie oft: in Ausnahmefällen

5. Rettung in Sicht: ungepflegte oder falsch geschnittene Obstbäume schneiden

  • Ziel: Es ist nicht zu spät! Mit diesem Schnitt kannst du die Krone von deinem Baum auslichten, sichern oder ihre Form verbessern.
  • Wann: bei Bäumen, die lange gar nicht oder falsch geschnitten wurden.
  • Wie oft: einmalig oder aufgeteilt auf mehrere Jahre

Unser Tipp: Noch mehr Lust auf ein neues Styling deiner Bäume? Dann schau ins „Handbuch Bio-Obst“. Dort findest du genaue Schnittanleitungen, mit denen du dich zum Baum-Coiffeur schnippelst!

Schneiden von Obstbäumen – 5 Grundregeln für EinsteigerInnen

Damit du gut gewappnet mit dem ersten Schnitt beginnen kannst, haben wir hier noch 6 Tipps für dich gesammelt:

  1. Beginne zu schneiden! Denn: Nur wer schneidet, lernt.
  2. Keine Angst vor dem Schnitt! Dein Bäumchen stirbt nicht und auch irrtümlich geschnittene Löcher in der Krone werden von anderen Ästen wieder geschlossen.
  3. Wenn dein Baum gesund ist, kann er Wunden bis zu 5–8 cm Durchmesser gut verschließen.
  4. Pass auf dich auf! Leitern können schnell umfallen und Äste leicht brechen, wenn sie zu stark belastet werden oder morsch sind.
  5. Fertig geschnitten, und jetzt? Beobachte das ganze Jahr über, wie dein Baum reagiert und wie es ihm geht.
Baum verheilt nach Schnitt
Dein Baum bildet aus dem Astring ein sogenanntes Kallusgewebe, das langsam die Wunde wieder verschließt. Foto: © Rupert Pessl

Schnipp, schnapp, Zweige ab: Den Obstbaumschnitt kann man lernen!

Ja, und so gelingt’s: Unsere Tipps beachten, loslegen und deinen Baum von Altlasten befreien. Und auch wenn du dich verschneidest, es gibt fast immer eine zweite Chance. Willst du noch mehr Hintergrundwissen, bevor du loslegst, deine Obstbäume zu schneiden? Kein Problem! In unseren Büchern „Handbuch Bio-Obst“ und „Basiswissen Selbstversorgung“ findest du ausführliche Anleitungen und haufenweise Kniffe.

Ein Kommentar zu “Obstbäume schneiden: So easy meisterst du den Obstbaumschnitt

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