Kräuter für Tee
BEITRAGSAUTORIN: Marina Höfler | KATEGORIE: Natürlich & nachhaltig leben | 16.12.2019 | aktualisiert: 11.09.2020

Ha-ha-hatschi muss nicht sein – 5 Hausmittel gegen Erkältung

Wie jedes Jahr erwischt sie uns eiskalt und meist unerwartet: die Erkältungszeit. Um uns herum niesen, husten und kränkeln die Freundin, der Vater und die Arbeitskollegen. Wir haben für dich fünf Hausmittel gegen Erkältung zusammengestellt, die dein Immunsystem stärken und Erste Hilfe leisten, wenn du dir doch einen Schnupfen eingefangen hast: Schwitz-Tee, Thymian-Sirup und Brust-Balsam sowie fermentiertes Gemüse wie beispielsweise Karotten-Sellerie-Kraut und Marokkanische Knoblauchpaste. Du kannst alle 5 Hausmittel ganz einfach selber machen – so kommst du (mehr oder weniger) unbeschadet durch die Erkältungszeit!

Inhalt
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1) Schwitz-Tee
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2) Thymian-Sirup
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3) Brust-Balsam
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Fermentiertes Gemüse als Hausmittel gegen Erkältung
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4) Karotten-Sellerie-Kraut
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5) Marokkanische Knoblauchpaste

1) Schwitz-Tee

Hat dich eine Erkältung gepackt oder du fühlst dich unwohl, heißt es: Alles ausschwitzen, am besten mit einem Schwitz-Tee. Auch wenn du einer Erkältung vorbeugen willst, eignet sich dieser Tee wunderbar.

Nach einem Rezept von Hildegard Kreiter aus „Die Kraft der Kräuter nutzen“:

Das brauchst du:

  • 50 g Holunderblüten
  • 50 g Lindenblüten
  • 1 Scheibe Ingwer pro Tasse, 2 cm dick
  • evtl. Honig

So  gehst du vor:

  • 2 TL der Mischung mit einer Ingwerscheibe in die Tasse geben
  • mit 200 ml kochendem Wasser übergießen
  • 10 Minuten ziehen lassen
  • eventuell mit etwas Honig süßen

Am besten 3-4 Tassen täglich so warm wie möglich trinken.

So wirkt der Schwitz-Tee: Ingwer, Holunder und Lindenblüten gelten als den Körper wärmende Pflanzen. Du wirst es spüren, sobald du den Tee trinkst und ins Schwitzen kommst.

2) Thymian-Sirup

Wer sich eine Erkältung eingefangen hat, kämpft meist auch mit hartnäckigem Husten. Thymian als Hausmittel gegen Erkältung bringt Linderung.

Nach einem Rezept von Zita Marsoner Staffler aus „Die Kraft der Kräuter nutzen“:

Das brauchst du:

  • 15 g getrocknetes Thymiankraut
  • Wasser nach Bedarf
  • ca. 150 g Zucker
  • 2 Tropfen Anisöl
Thymian wirkt krampflösend auf die Bronchien sowie antibakteriell. Foto: © Alice Hönigschmid
Thymian wirkt krampflösend auf die Bronchien sowie antibakteriell. Foto: © Alice Hönigschmid

So gehst du vor:

  • Thymiankraut mit 150 ml kaltem Wasser übergießen und aufkochen
  • 20 Minuten ziehen lassen
  • die doppelte Menge Zucker hinzufügen (da ca. 75 g Tee übrig bleiben, sind das 150 g Zucker)
  • wieder aufkochen lassen
  • nochmals mit Wasser auf 225 g nachfüllen
  • 2 Tropfen Anisöl hinzufügen
  • in dunkle Flaschen abfüllen

Verwendung: Am besten 3-mal täglich 1 EL bei Erwachsenen bzw. 3-mal täglich 1 TL bei Kindern.

So wirkt Thymian: Er wirkt krampflösend auf die Bronchien, antibakteriell, antiseptisch, antiviral, schmerzstillend und schleimlösend. Daher wird Thymian-Sirup bei Symptomen von Bronchitis, Keuchhusten und Katarrhen der oberen Luftwege empfohlen.

Du willst Thymian aus dem eigenen Garten verwenden? Nichts leichter als das! Andrea Heistinger zeigt dir in „Kräuter richtig anbauen“, wie der Anbau im Garten oder Topf, die Vermehrung und die Ernte sowie die Verarbeitung von Thymian und anderen Kräutern wie Basilikum oder Salbei gelingen.

3) Brust-Balsam

Wenn uns eine verstopfte Nase und Husten nicht schlafen lassen, brauchen wir ein Hausmittel gegen Erkältung, das schnell hilft. Dieses Brust-Balsam lässt sich ganz einfach herstellen und wirkt Wunder – probier’s aus!

Nach einem Rezept von Dora Somvi aus „Die Kraft der Kräuter nutzen“:

Das brauchst du:

  • 80 g Sonnenblumen-, Mandel- oder Olivenöl
  • 14 g Bienenwachs
  • 7 g Butterschmalz
  • insgesamt 15-20 Tr. ätherische Öle wie Thymian, Latschen- und/oder Zirbelkiefer
Verwende den Brust-Balsam bei Erkältungskrankheiten mehrmals am Tag. Foto: © Alice Hönigschmid
Verwende den Brust-Balsam bei Erkältungskrankheiten mehrmals am Tag. Foto: © Alice Hönigschmid

So gehst du vor:

  • das Öl mit dem Bienenwachs und dem Butterschmalz im heißen Wasserbad vermengen
  • etwas abkühlen lassen
  • dann die ätherischen Öle dazugeben

Am besten mehrmals am Tag Brust, Rücken und eventuell die Fußsohlen damit einreiben. Im Kühlschrank ist der Balsam ca. 1 Jahr haltbar.

So wirkt die Salbe: Die ätherischen Öle gelten als immunstärkend, keimtötend und schleimlösend. Du kannst die Salbe bei Husten und Bronchitis verwenden. Sie schützt aber auch vorbeugend die Atemwege und stärkt die Immunkraft.

Fermentiertes Gemüse als Hausmittel gegen Erkältung

Neben diesen DIY-Hausmitteln gegen Erkältung kannst du auch aus deinem Lieblingsgemüse echte Vitaminbomben machen, die deinem Immunsystem auf die Sprünge helfen. Wie? Durch Fermentieren! Dabei wird das Gemüse durch Milchsäuregärung ohne Hitzeeinwirkung konserviert, sodass alle Vitamine, Mineralstoffe und Enzyme erhalten bleiben.

Vorteile beim Fermentieren:

  • B- und C-Vitamine werden bewahrt und leichter aufnehmbar.
  • Bestimme Nährstoffe können leichter aufgenommen werden.
  • Fermentiertes Gemüse unterstützt das Immunsystem.

Gerade in der Erkältungszeit brauchen wir diese Vitamine und Nährstoffe, damit wir uns vor Husten, Schnupfen und Co. schützen können. Hier findest du zwei einfache Rezepte aus „Fermentieren“ von den Fermentier-Profis Kristen und Christopher Shockey die du ganz einfach bei dir zu Hause nachmachen kannst. Was du neben dem Gemüse brauchst: Einmachgläser, Salz, Gewürze und ein bisschen Zeit.

4) Karotten-Sellerie-Kraut

Sauerkraut schützt uns vor Krankheiten – das wusste bereits Captain Cook. Es wird erzählt, dass er den Skorbut auf seinen Schiffen mit verpflichtenden Sauerkrautrationen bekämpfte. Heute wissen wir, dass das deshalb funktionierte, weil sich durch das Fermentieren der Vitamin-C-Gehalt des Kohls erhöht. Wie Captain Cook sind wir uns sicher: Sauerkraut darf als Hausmittel gegen Erkältung nicht fehlen! Für uns heißt das also: Es geht ans Eingemachte! 

Für ca. 3 l brauchst du: 

  • Gärgefäß: 4 l Inhalt oder größer
  • 1,75 kg (1–2 Köpfe) Weißkohl
  • 70 g geriebene Karotten
  • 70 g geriebener Sellerie
  • 1¾ –2 EL unraffiniertes Meersalz
  • Ergibt ca. 3 l
Fermentierst du Sauerkraut, erhöhst du damit den Vitamin-C-Gehalt des Krauts! Also: ein echter Geheimtipp unter den Hausmitteln. Foto: © Erin Kunkeldu Sauerkraut, erhöhst du damit den Vitamin-C-Gehalt des Krauts! Also, ein echter Geheimtipp unter den Hausmitteln. Foto: © Erin Kunkel
Fermentierst du Sauerkraut, erhöhst du damit den Vitamin-C-Gehalt des Krauts! Also: ein echter Geheimtipp unter den Hausmitteln. Foto: © Erin Kunkel

So gehst du vor: 

  1. Die Kohlköpfe von den groben äußeren Blättern befreien. Ein paar unbeschädigte Blätter waschen und beiseitelegen. Das übrige Kraut kalt abspülen. Die Köpfe vierteln und den Strunk herausschneiden. Die Kohlviertel sehr fein schneiden oder hobeln und zusammen mit den Karotten und dem Sellerie in eine große Schüssel geben.
  2. 1 EL Salz mit den Händen in das Gemüse einarbeiten und probieren: Es sollte salzig, aber nicht versalzen schmecken. Falls nötig, noch etwas Salz zugeben. Das Kraut sollte dabei feuchter und geschmeidiger werden, und es bildet sich Lake. Falls das trotz aller Anstrengung nicht der Fall ist, alles abgedeckt
    45 Minuten ziehen lassen und dann noch einmal kneten.
  3. Das Gemüse Handvoll für Handvoll in das Gärgefäß umfüllen, dabei mit den Fäusten oder einem Stampfer gut zusammenpressen, sodass keine Luftlöcher bleiben. Beim Drücken sollte Lake sichtbar werden. Obenauf etwas Luft lassen: ca. 6 cm in einem Glas, ca. 10 cm im Gärtopf. Das Gemüse mit den zurückbehaltenen Krautblättern abdecken. Im Gärtopf einen passenden Teller darauflegen und ein wassergefülltes, verschlossenes Glas als Gewicht daraufstellen. In einem Glas dient ein anderes Glas oder ein wassergefüllter, verschlossener Gefrierbeutel als Beschwerer.
  4. Das Gefäß auf ein Backblech stellen und das Sauerkraut an einem kühlen Ort ohne direkte Sonne 4 bis 14 Tage fermentieren lassen. Kontrolliere täglich, ob immer genügend Lake auf dem Gemüse steht, und presse es falls nötig wieder unter die Oberfläche.
  5. Ab Tag 4 probieren: Das Sauerkraut ist fertig, wenn es angenehm säuerlich, aber nicht beißend nach Essig schmeckt. Der Kohl soll etwas weicher sein, aber noch Biss haben, und leicht glasig und gelblich aussehen.
  6. Das fertige Sauerkraut in kleinere Gläser umfüllen und gut hineinpressen. Übrige Lake darübergießen. Die verschlossenen Gläser im Kühlschrank lagern. Dort hält es sich 1 Jahr.

5) Marokkanische Knoblauchpaste

Die schwefelhaltigen Inhaltsstoffe des Knoblauchs, die mit für seinen Geruch verantwortlich sind, wirken stark antibakteriell. Warum du dieses Rezept unbedingt ausprobieren solltest? Nicht nur wegen des Aromas, sondern auch, weil sich die fermentierten Genüsse so länger halten – und gegen Erkältungen helfen.

Das brauchst du für ca. 120 ml:
  • Gärgefäß mit 500 ml Inhalt
  • 2 Knoblauchknollen, Zehen zur Paste püriert
  • 2 EL Zitronensaft
  • 2 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 2 TL gemahlener Kreuzkümmel
  • 2 TL unraffiniertes Meersalz
Wusstest du, dass die schwefelartigen Inhaltsstoffe des Knoblauch stark antibakteriell wirken? Foto: © Erin Kunkel
Wusstest du, dass die schwefelartigen Inhaltsstoffe des Knoblauch stark antibakteriell wirken? Foto: © Erin Kunkel
  1. Den Knoblauch in der Küchenmaschine zu einer Paste verarbeiten und mit dem Salz mischen. Sichtbare Lake bildet sich dabei nicht, aber das macht nichts. Falls du anderes fermentiertes Gemüse zur Hand hast, kannst du 1–2 EL von deren Lake dazugeben, um die Fermentation zu beschleunigen. Bitte kein Wasser zufügen!
  2. Die Paste ohne Luftlöcher in das Gärgefäß füllen. Einen 1-Liter-Gefrierbeutel daraufdrücken, mit Wasser füllen und verschließen.
  3. Das Gefäß auf ein Backblech stellen und den Knoblauch an einem kühlen Ort ohne direkte Sonne 14 bis 21 Tage fermentieren lassen. Kontrolliere täglich, ob genügend Lake daraufsteht. Ablagerungen an der Oberfläche sind meist kein Grund zur Sorge.
  4. Ab Tag 14 probieren: Der Knoblauch ist fertig, wenn er mild und leicht säuerlich schmeckt. Die fertige Paste im verschlossenen Glas im Kühlschrank aufbewahren. Sie hält sich 1 Jahr.

Fermentierte Gemüse wie Karotten-Sellerie-Kraut oder Marokkanische Knoblauchpaste können dir vorbeugend dabei helfen, unbeschadet durch die kalte Jahreszeit zu kommen. Sollte dich doch eine Erkältung erwischen, wirken die Kräfte der Natur ihre Wunder: Schwitz-Tee, Thymian-Sirup und Brust-Balsam sorgen dafür, dass es dir schnell wieder besser geht. Und das Beste: Diese 5 Hausmittel gegen Erkältung kannst du ganz einfach selber machen – probier’s gleich aus!

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