Kräuter am Tisch
BEITRAGSAUTORIN: Christina Kindl-Eisank | KATEGORIEN: Garten & Balkon, Naturkosmetik & Kräuterwissen | 11.02.2016 | aktualisiert: 07.08.2020

Gesundheit aus dem eigenen Garten: Heilkräuter einfach selbst anbauen!

Kräuter sind unglaubliche Tausendsassa. In der Küche führen sie zu Geschmacksexplosionen. Spannst du neben ihnen deine Hängematte auf, bekommst du eine Aromatherapie beim Tagträumen. Und gleichzeitig stecken sie voll geballter Wirkstoffe. Mit ein klein wenig Know-how kannst du die grünen Powerpakete ganz einfach für dich und deine Gesundheit nutzen. Wir zeigen dir, wie du die 10 besten Heilkräuter in deinem Garten selber anbauen kannst und wie sie wirken.

Inhalt
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Heilpflanzen im eigenen Garten anbauen: So geht’s!
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Heilkräuter am Balkon selber anbauen
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Die 10 besten Heilkräuter für den eigenen Anbau
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Natürliche Pflanzenmedizin aus dem Garten: Heilkräuter anbauen lohnt sich!

Heilpflanzen im eigenen Garten anbauen: So geht’s!

Damit die krautigen Heilpflanzen gern bei dir zuhause einziehen wollen, gilt es, ein paar Dinge zu beachten. Wenn du folgende Punkte berücksichtigst, kann beim Anbauen der Heilpflanzen aber nicht allzu viel schiefgehen.

Der richtige Standort

Heilkräuter wachsen nur dann richtig gut, wenn sie sich an ihrem Platz wohlfühlen. Wenn du in deinem Garten Heilkräuter anbauen willst, ist es daher wichtig, zunächst ihren ursprünglichen Lebensraum genau zu inspizieren. Ist es dort eher sonnig oder schattig, trocken oder feucht? Je besser du diesen ursprünglichen Zustand im Garten nachbauen kannst, desto üppiger wird dein Kräutlein gedeihen.

Mit Standortwahl und in weiterer Folge Erde, Dünger und Co. dafür sorgen, dass sich alle Kräuter möglichst heimisch fühlen.

Mediterrane Kräuter wachsen am liebsten auf kargen Standorten. Foto: © Rupert Pessl

Heilkräuter richtig düngen

Die meisten Kräuter brauchen bei Weitem nicht so viele Nährstoffe wie zum Beispiel Gemüsepflanzen. Dennoch solltest du, wenn du Heilkräuter anbauen willst, darauf achten, sie mit dem passenden Angebot an Nährstoffen zu versorgen. Einen wichtigen Indikator für die Düngermenge liefern die Kräuter dabei selbst: Alle Kräuter mit kleinen, harten Blättern (wie Thymian) wachsen nährstoffarm am besten. Kräuter mit einer üppigen, grünen Blattmasse brauchen hingegen ab und zu eine Düngergabe.

Heilkräuter richtig gießen

Ähnlich wie mit dem Düngen ist es auch mit dem Gießen deiner Heilkräuter. Kräuter mit weichen, großen Blättern brauchen mehr Wasser als Pflanzen mit behaarten, kleineren Blättern. Im Sommer ist es am besten, wenn du täglich nach deinen Kräuterfreunden schaust und prüfst, ob sie Wasser benötigen oder nicht.

Heilkräuter in den Garten holen: über Samen, Stecklinge, Wurzelschnittlinge und Jungpflanzen

Heilkräuter anbauen ist gar nicht schwer: Denn viele Kräuter können unkompliziert direkt im Beet ausgesät werden. Die Aussaat ist in manchen Fällen die beste Methode, um dir Heilkräuter in deinen Garten zu holen. Das gilt vor allem für Wildkräuter. Wenn deren Samen reif sind, kullern sie aus den dürren Blüten oder Schoten. Du kannst sie einsammeln, trocknen und im Herbst oder Frühling aussäen.

Viele Kräuter lassen sich auch über Stecklinge vermehren. Dazu schneidest du einen jungen, kräftigen Trieb ab, entfernst alle Blätter bis auf 2–3 der obersten und steckst den Trieb in Stecklingserde.

Bei manchen Kräutern genügt ein Teilstück einer Wurzel, die du ca. 5 cm tief in die Erde legst, und eine neue Pflanze entsteht.

Alternativ dazu kannst du natürlich von gängigen Heilkräutern auch Jungpflanzen in der Bio-Gärtnerei kaufen.

Heilkräuter am Balkon selber anbauen

Manche der wilden Heilkräuter lassen sich auch in Töpfen ziehen. Du kannst sie dir damit ganz easy auf deinen Balkon oder deine Terrasse holen.

Am besten eignen sich ausdauernde Wildkräuter mit einem Wurzelsystem, das nicht allzu viel Platz beansprucht. Die Töpfe oder Blumenkisten sollten dennoch eine Mindesttiefe von 20 Zentimetern haben, damit sich Wurzeln und Blätter gut entfalten können.

Viele Heilkräuter mögen es auch in Töpfen zu sprießen. Foto: © Andrea Heistinger

Folgende Heilkräuter aus der Natur kannst du bei dir am Balkon in Töpfen gut sprießen lassen:

  • Beinwell
  • Frauenmantel
  • Gänseblümchen
  • Gundermann
  • Weißer Gänsefuß
  • Quendel
  • Sauerampfer
  • Schafgarbe
  • Schöllkraut
  • Stink-Storchenschnabel
  • Vogelmiere

Weniger anspruchsvoll sind ihre gezähmten Kollegen. Fast alle der „kultivierten“ Heilkräuter gedeihen auch im Topf gut.

Denn Basilikum, Salbei, Zitronen-Verbene, Gewürz-Fenchel und Austernpflanze haben’s echt drauf. Wie du ihren unheimlich guten Geschmack weckst, erfährst du im exklusiven Booklet.

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Die 10 besten Heilkräuter für den eigenen Anbau

Willst du Heilkräuter anbauen, eignen sich folgende 10 Kräutlein besonders gut. Wir zeigen dir, welchen Standort sie besonders gerne mögen und wie du sie anpflanzen kannst. Außerdem erfährst du, welche Wirkung in Salbei, Frauenmantel, Giersch & Co. steckt.

1. Thymian, Quendel

Wenn du erkältet bist, sind Thymian und Quendel deine erste Wahl. Gegurgelt oder getrunken helfen sie dir vor allem bei Erkrankungen der oberen Atemwege und hartnäckigem Husten. Außerdem sind sie wahre Spezialisten in Sachen Verdauung, sowohl bei Völlegefühl als auch bei krampfartigen Beschwerden. Und bei allgemeiner Schwäche verleihen dir Thymian und Quendel wieder frischen Schwung.

So baust du sie an:

Aufgrund ihres mediterranen Ursprungs wachsen Thymian und Quendel am besten an einem vollsonnigen, geschützten, nährstoffarmen und kalkreichen Standort. Quendel findest du also meist an Böschungen und auf sandigem Untergrund, mageren Wiesen und auf Felsen.

Thymian im Garten braucht bis Mitte September einen kräftigen Rückschnitt, um im nächsten Jahr wieder gut auszutreiben. So kannst du auch gleich größere Mengen für den Winter trocknen. Im Frühling versorgst du die Pflanze am besten mit ein bisschen reifem Kompost oder Bio-Dünger.

Quendel bildet wunderschöne lila Matten. Foto: © Gerda Holzmann

2. Salbei

Die Heilkräfte des Salbeis werden in Europa seit dem Mittelalter sehr geschätzt. Die ätherischen Öle des Salbeis wirken antibakteriell und fungizid. Salbei-Tee kannst du daher zum Beispiel bei entzündetem Zahnfleisch oder Entzündungen im Hals- und Rachenraum gurgeln. Salbeiblätter können auch mit anderen Kräutertees oder mit grünem Tee gemischt werden.

So baust du ihn an:

Salbei braucht einen nährstoffarmen Standort, um gut zu gedeihen. Wenn du gleich mehrere Stöcke setzen willst, lass dazwischen 40–50 cm Platz. Salbei ist frostfest, überwintert unkompliziert und wächst auch in trockenen Sommern ohne Bewässerung. Am einfachsten ist es, Pflanzen zu kaufen. Du kannst Salbei aber auch aus Samen ziehen. Damit die Pflanzen älter als 3–4 Jahre werden, müssen sie jährlich (am besten Ende August oder im Frühjahr) stark geschnitten werden.

3. Ringelblume

Die Ringelblume ist eine vielseitige Heilerin. Bei Schnitt- und Schürfwunden tut eine Ringelblumensalbe gute Dienste, da sie das Schließen der Wunde und das Wachstum neuer Zellen beschleunigt. Sie kann auch bei rauer Haut und zur Baby- und Altenpflege eingesetzt werden.

So baust du sie an:

Die Ringelblume stellt keine hohen Anforderungen an den Boden und wächst auch in höheren Lagen gut. Die Pflanzen mögen gern einen humosen, gut mit Wasser versorgten Boden. Sie lassen sich also ganz einfach als Heilkräuter anbauen. Am besten säst du sie direkt im April oder Mai 1 cm tief in ein feinkrümelig vorbereitetes Beet. Ringelblumen wachsen auch gut im Topf.

4. Frauenmantel

Der Frauenmantel gilt gemeinhin als typisches „Frauenkraut“. In der Frauenheilkunde ist er ein verlässlicher Begleiter, wie beispielsweise bei unregelmäßiger Menstruation, während der Schwangerschaft, nach der Geburt oder in den Wechseljahren. Frauenmantel kann aber auch zur Wund- und Narbenpflege wunderbar eingesetzt werden.

So baust du ihn an:

Der Frauenmantel kommt sowohl auf kalkhaltigen als auch auf kalkarmen Böden gut zurecht.

Die Wurzel kannst du im Frühling oder im Herbst ausgraben und dann an einem passenden Platz in deinem Garten einpflanzen.

Du kannst Frauenmantel aber auch einfach aussäen, das funktioniert auch gut in Töpfen.

In den trichterförmigen Blättern des Frauenmantels sind häufig Wassertröpfchen zu entdecken. Foto: © Gerda Holzmann

5. Beifuß

Wenn du Heilkräuter anbauen willst, darf der Beifuß nicht fehlen: Er ist ein würziger, wärmender Kraftspender. Er regt die Verdauung an, hilft bei verdorbenem Magen und Durchfall. Gemeinsam mit Honig stillt ein Tee aus Beifuß Husten. Als Badezusatz oder Zusatz zu Salben verhilft er müden Beinen zu neuem Schwung.

So baust du ihn an:

Der Beifuß liebt warme und sonnige Standorte. Er kommt mit Trockenheit gut zurecht.

Ab Ende September kannst du Beifuß-Samen (reife Samen sind bräunlich) ernten. Du findest ihn häufig entlang von Wegen und Ufern.

Im Frühjahr säst du die Samen dann aus und bedeckst sie nur mit ganz wenig Erde (Beifuß ist ein Lichtkeimer). Wenn der Standort passt, entsteht mit der Zeit eine üppige Beifuß-Staude.

Die Blattoberseite des Beifußes ist kräftig grün. Foto: © Gerda Holzmann

6. Giersch

Frische Giersch-Blätter gelten bei vielen als wahres Superfood. Sie regen den Stoffwechsel an, reinigen den Magen und den Darm. Giersch ist außerdem ein altes Hilfsmittel bei Gelenkbeschwerden. Dazu kann ein Teeaufguss äußerlich und innerlich angewendet werden. Ein frisches, zerknülltes Blatt kühlt Insektenstiche.

Lies hier, wie du Giersch erkennen kannst!

So baust du ihn an:

Der Giersch ist, wenn er im Garten wächst, ein hartnäckiger Gast. Er wächst an verschiedensten halbschattigen Standorten. Wenn du Giersch in deinem Garten anpflanzen möchtest, säst du zeitig im Frühjahr Samen aus und bedeckst sie nur mit wenig Erde. Ab August des Vorjahres kannst du die reifen Samen ernten. Giersch findest du in Wäldern, an Waldrändern, an Ufern, in Gärten und Parks.

7. Schwarzer Holunder

Der Holunderstrauch ist Hausapotheke und Nahrungsspender in einem. Tatsächlich ist jeder einzelne Teil dieser Pflanze heilkräftig. Holunderblättertee ist blutreinigend, harnfördernd und leicht schweißtreibend. Die Blüten, ebenfalls schweißtreibend, unterstützen sehr gut in der Erkältungszeit, wenn Grippe, Husten oder Schnupfen die Runde machen. Und die Beeren sind ein wahrer Gesundheitsboost und im Winter als Mus oder Saft eine natürliche Vitaminbombe.

So baust du ihn an:

Der Schwarze Holunder gedeiht besonders gut an nährstoffreichen und hellen Standorten. Am einfachsten kann er durch Stecklinge vermehrt werden. Dazu schneidest du im Sommer 10 cm lange Stücke von frischen, teilverholzten Ästen, auf denen mindestens 3 Blattknospen sitzen. Die Blätter am unteren Teil des Hölzchens entfernst du und steckst den Ast ca. 6 cm tief in einen mit Erde gefüllten Topf. Im nächsten Jahr kannst du ihn an der gewünschten Stelle aussetzen.

8. Löwenzahn

Löwenzahn ist ein rundum gesundes Wildgemüse. Löwenzahnblätter übertreffen den Eisengehalt von Spinat um ein Vielfaches. Außerdem sind sie reich an Provitamin A und schneiden dabei besser ab als die Karotte. Löwenzahn verbessert zudem den Stoffwechsel und hilft dem Körper, sich von Giftstoffen zu reinigen.

So baust du ihn an:

Der Löwenzahn gehört zu den Heilkräutern, die sich super einfach anbauen lassen: Denn er  wächst im Grunde überall. Seine Vermehrung erfolgt über Samen oder die Wurzeln. Die Wurzelteilung ist allerdings effektiver. Dafür gräbst du die Wurzeln im Frühling oder Herbst aus, schneidest sie in 2 cm große Stücke und pflanzt sie in ein Beet.

Der Löwenzahn ist ein wahres Wunderkraut! Warum? Er bringt Pepp in jede Küche und Hausapotheke! 

9. Schafgarbe

Die Schafgarbe gehört in der Volksheilkunde zu den Frauenheilkräutern. Sie reguliert die Periodeist krampflindernd und stärkt die inneren Schleimhäute. Sie ist aber auch ein Bauchweh- und Hustenkraut, zum Beispiel, wenn du sie als Tee mit Honig trinkst. Als Salbe findet sie Verwendung bei Hautunreinheiten und Flechten.

So baust du sie an:

Die Schafgarbe wächst am liebsten an nährstoffreichen, gut entwässerten, sonnigen Standorten. Wenn du diese weiß blühenden Heilkräuter bei dir anbauen möchtest, erntest du ab Oktober die reifen Samen und säst sie im darauffolgenden Frühjahr an einer passenden Stelle aus und drückst sie nur leicht in die Erde. Da die Schafgarbe nicht sehr tief wurzelt, kannst du sie auch im Topf anbauen.

10. Spitzwegerich

Spitzwegerich ist sozusagen dein grünes Pflaster. Bei Insektenstichen, kleinen Schnitt- und Schürfwunden oder Sonnenbrand verschafft er schnell Linderung. Dazu pflückst du ein sauberes Blatt, zerquetschst es und legst es auf die Wunde.

Als Energiespender und Halsschmeichler wirkt ein Tee aus frischen oder getrockneten Blättern. Bei Halsentzündungen kannst du den Tee auch gurgeln.

Du kannst aus Spitzwegerich aber auch wohltuende Salben mixen.

Die Blätter des Spitzwegerichs haben deutliche Längsnerven. Foto: © Gerda Holzmann

So baust du ihn an:

Am besten vermehrst du Spitzwegerich über Samen, die ab August reif sind, und darauf warten, gesammelt zu werden. Die Samen streust du dann zeitig im Frühjahr auf offenen Boden und drückst sie leicht in die Erde.

Natürliche Pflanzenmedizin aus dem Garten: Heilkräuter anbauen lohnt sich!

Wie du siehst, sind die Heilkräuter aus der Natur wahre Wunderwuzzis. Sie helfen dir in allen Lebensbereichen, locken nebenbei viele Insekten an, duften, blühen und machen deinen Garten zu einer natürlichen Apotheke. Wenn du noch mehr darüber wissen willst, wie sich Heilkräuter anbauen lassen und wie du sie am besten einsetzt, dann schau doch in Gesunde Wildkräuter aus meinem Garten und Kräuter richtig anbauen für haufenweise Infos und Tipps.

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