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Hand Grasschnitt in Beet legt
BEITRAGSAUTORIN: Tamara | KATEGORIE: Garten & Balkon | 27.02.2018 | aktualisiert: 12.01.2022

Dünger selber machen: Bio-Futter für deine Pflanzen!

In manchem sind sich Pflanzen und Menschen ziemlich ähnlich. Zum Beispiel: Nur wenn wir gut mit Nährstoffen versorgt sind, können wir richtig zur Höchstform auflaufen. Deshalb freuen sich auch Kürbis, Tomaten und Co., wenn du sie mit nahrhaftem Dünger fütterst. Zum Glück geht das supereinfach, denn viele der Zutaten für Bio-Dünger hast du sicher schon zu Hause. Ob Kaffeesatz, Kompost oder Brennnesseln: Wir zeigen dir 7 Wege, wie du Dünger selber machen kannst!

Inhalt
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Bio-Dünger selber machen – wie kann man natürlich düngen?
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Gut zu wissen: Welche Nährstoffe brauchen Pflanzen?
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Kompost: organischen Dünger selber machen
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Brennnesseljauche: Flüssigdünger selber machen
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Mulchen: eine gemütliche Düngedecke für das Beet
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Mist: Was Huhn, Pferd und Ziege alles fallenlassen!
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Gruß aus der Küche: Düngen mit Kaffeesatz & Co.
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Checkliste: Woran erkenne ich Nährstoffmangel?
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Bio-Dünger selber machen – nichts einfacher als das!
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Pflanzendünger selber machen – häufige Fragen

Bio-Dünger selber machen – wie kann man natürlich düngen?

Vielleicht hast du’s schon erraten, aber: Kunstdünger kommt uns Löwenzähnen absolut nicht auf die Blüte. Zum einen ist die Herstellung äußerst umweltschädlich, zum anderen kann Kunstdünger die Bodenqualität stark beeinträchtigen. Im Gegensatz dazu helfen organische Düngemittel, den Boden aufzubauen.

Zum Glück lässt sich Bio-Dünger selber machen – und das ohne großen Aufwand und mit denkbar günstigen Zutaten. Wenn du natürliche Dünger selbst herstellen möchtest, hast du z.B. folgende Möglichkeiten:

Na, hast du schon Lust bekommen, loszumixen? Perfekt – im Folgenden stellen wir dir die einzelnen Methoden vor und zeigen dir, wie du die Dünger selber machen und wofür du sie verwenden kannst. Los geht’s!

Frau wirft Gras in Kompost, um selber Dünger herzustellen.
Bio-Dünger lässt sich relativ einfach selber machen. Foto: © Janis Jean Stoye

Gut zu wissen: Welche Nährstoffe brauchen Pflanzen?

Pflanzen brauchen Licht, Wasser und Nährstoffe, um zu gedeihen – so viel ist klar. Aber um welche Stoffe geht’s denn dabei überhaupt? Und welche liefern die nötige Power für deine Pflanzen?

Lass uns zuerst einen Blick auf die 3 Hauptnährstoffe werfen:

  • Stickstoff: sorgt für den Aufbau von Blattmasse und Pflanzenwachstum
  • Phosphor: kurbelt die Bildung von Blüten und Früchten an
  • Kalium: reguliert den Wasserhaushalt, stärkt den Zellwandaufbau und macht widerstandsfähig gegen Schädlinge

Dünger, der alle drei Stoffe enthält, heißt auch Volldünger oder NPK-Dünger – nach den chemischen Symbolen der Elemente Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K).

Darüber hinaus spielen als Nährstoffe auch Magnesium, Kalzium, Schwefel und Spurenelemente wie Eisen, Mangan, Kupfer und Zink eine wichtige Rolle.

Frau schüttet mit Schubkarree Essensreste in Kompost.
Aus Kompost entsteht mit etwas Geduld organischer Dünger. Foto: © Janis Jean Stoye

Kompost: organischen Dünger selber machen

Starten wir mit einem wahren Düngeklassiker – dem Komposthaufen im eigenen Garten. Kompostierung ist eine altbewährte und nachhaltige Methode, um organischen Dünger selber zu machen.

Der große Vorteil von Kompost liegt darin, dass er die Pflanze nicht nur einmalig mit Nährstoffen versorgt, sondern langfristig den Boden aufbaut und das Bodenleben in Schwung bringt. Allerdings musst du dich dafür ein wenig gedulden: Es dauert 7–12 Monate, bis der Kompost reif genug ist, um als Dünger verwendet zu werden.

Wie kann ich einen Kompost starten?

Das brauchst du: einen Garten mit Platz (mind. 2–3 Quadratmeter), regelmäßig Laub, Grün- und Strauchschnitt, 2–3 Kompostbehälter (z.B. aus Drahtgitter)

Das darf in den Kompost: Gemüse- und Obstreste, Kaffeesatz, Eierschalen, Äste und Strauchschnitt, trockenes Laub, Sägemehl, Grasschnitt, Gartenabfälle, Stroh und Heu, Federn

Das darf nicht in den Kompost: Fleisch, Milchprodukte, Unkraut, das Samen gebildet hat, Katzenstreu, Katzen- und Hundekot

Kompost anlegen – so geht’s

  1. Standort wählen: Suche für deinen Komposthaufen ein halbschattiges Plätzchen, idealerweise unter einem Strauch oder kleinen Baum. Der Kompost muss unbedingt Kontakt zur Erde haben, damit Bodenlebewesen wie Regenwürmer und Co. hineingelangen können.
  2. Kompostbehälter aufstellen: Im Handel gibt es verschiedene Kompostbehälter, z.B. aus Drahtgitter, Holz oder Aluminium. Empfehlenswert sind 2–3 Kompostbehälter, damit man den Kompost leichter umschichten kann.
  3. Kompost befüllen: Hinein darf sowohl Grünzeug (Grasschnitt oder Gemüsereste), das sehr stickstoffreich ist, als auch Holziges (kleingeschnittene Äste), das stickstoffarm ist. Wichtig: Die Mischung macht’s! Idealerweise schichtest du also nicht mehr als 20 cm auf einmal von der gleichen Abfallart ein.
  4. Kompost anreichern: Du kannst deinen Kompost boosten, indem du dir z.B. 1–2 Eimer bereits kompostierte Erde von Freund*innen besorgst. Damit besiedelst du ihn mit tausenden Mikroorganismen, die sich gleich dranmachen, deine Bio-Abfälle zu zersetzen. Gesteins- und Tonmehle wie Bentonit oder Biolit kannst du ebenfalls hinzufügen, um die Aktivität der Mikroorganismen und somit die Humusqualität zu steigern.
  5. Kompost durchmischen: Rund alle drei Monate solltest du den Kompost umsetzen. Schichte ihn dazu am besten in einen zweiten Kompostbehälter. Im ersten Kompostbehälter kannst du wieder neuen Kompost ansetzen.
  6. Kompost ernten: Nach 7–12 Monaten ist der Kompost fertig. „Reifer“ Kompost hat eine braun-schwarze Farbe, riecht nach Walderde und weist eine krümelige Struktur auf.
  7. Kompost zum Düngen nutzen: Im Freien solltest du den Kompost ausbringen, sobald sich der Boden im Frühling leicht erwärmt hat. Er hat die beste Wirkung, wenn man ihn leicht in den Boden einarbeitet, z.B. mit einem Rechen. Im Blumentopf oder Balkonkasten sollte der Kompost niemals pur verwendet werden, sondern mit Gartenerde vermischt – sonst ist die Konzentration zu stark.

Wie viel Kompost soll ich ausbringen?

Das hängt wesentlich davon ab, wie hungrig die Pflanzen sind. Sprich: Ob es sich um Stark-, Mittel- oder Schwachzehrer handelt. Biogarten-Expertin Andrea Heistinger empfiehlt Folgendes:

Kulturart kg Kompost pro m²
Schwachzehrer 1–2
Mittelzehrer 2–3
Starkzehrer 3–5
Obstbäume 2–3
Blumenbeete 1–2
Rasen 1–2

Das Fact-Sheet für den Kompost:

Welche Stoffe liefert dieser Dünger? Stickstoff, Phosphor, Kalium und Magnesium
Es handelt sich also um einen Volldünger.
Wozu eignet sich dieser Dünger? Humusaufbau für Gemüsegärten, Blumenbeete, Rasen, Obstgehölze
Als Beigabe in Blumentöpfen
Welche Pflanzen mögen diesen Dünger? Im Prinzip fast alle, die ideale Menge kann jedoch variieren: Starkzehrer wie Tomaten oder Zucchini benötigen mehr als Schwachzehrer wie Bohnen und Kräuter.
Welche Pflanzen mögen diesen Dünger nicht? All jene, die nährstoffarme Böden bevorzugen, z.B. Erdbeeren, Heidelbeeren, Primeln, Lavendel, Rhododendron. Schwachzehrer wie Kräuter, Radieschen und Feldsalat sollten nicht überdüngt werden.

Ene, mene, miste, es rappelt in der Kiste – der Wurmkompost

Du hast leider keinen Garten? Keine Sorge, auch in der Stadt musst du nicht auf das Kompostglück verzichten. Die Lösung ist der sogenannte „Wurmkompost“: eine Kiste, die gezielt mit verschiedenen Wurmarten bevölkert wird und in der du Küchenabfälle kompostieren kannst. Du kannst sie fix und fertig bei verschiedenen Anbietern bestellen oder auch ganz einfach selbst zusammenzimmern.

Brennnesseljauche: Flüssigdünger selber machen

Ab und zu haben auch deine Pflänzchen Lust auf ein bisschen Flüssignahrung. Bevor du ihnen jetzt einen Proteinshake mixt: Die Rede ist natürlich von Brennnesseljauche. Diese ist weniger nährstoffhaltig als Kompost, eignet sich aber gut zum schnellen Nachdüngen. Und so kannst du diesen Flüssigdünger selber machen:

  1. Sammle 1 Kilogramm frische Brennnesselblätter (vor der Blüte). Alternativ kannst du auch 200 Gramm getrocknete Brennnesseln verwenden.
  2. Gib sie in einen großen Eimer und fülle ihn mit 10 Litern Wasser (idealerweise Regenwasser) auf.
  3. Rühre eine Handvoll Gesteinsmehl oder Bentonit unter. Das verhindert übermäßigen Gestank.
  4. Decke den Eimer ab und stelle ihn an einen warmen Platz.
  5. Lass die Jauche gären und rühre sie einmal täglich um.
  6. Das Gären dauert je nach Einsatzzweck (siehe unten) 4–20 Tage, dann kannst du die Pflanzenreste absieben – und die Jauche ist einsatzbereit.
Eimer mit Brennnesseljauch und Stock zum umrühren
Mit Brennnesseln und Wasser kannst du im Handumdrehen Flüssigdünger selber machen. Foto: © Rupert Pessl

Junge Brennnesseljauche (4–7 Tage alt) kannst du verwenden, um deine Jungpflanzen zu stärken. Stelle sie dazu vor dem Auspflanzen kurz in die Jauche. Reife Brennnesseljauche (10–20 Tage alt) ist dunkelbraun und sollte niemals direkt auf Pflanzen gesprüht werden. Verdünne sie im Verhältnis 1:20 mit Wasser und nutze sie als Dünger für Gemüse (Stark- und Mittelzehrer), Zierpflanzen und Ziergehölze, indem du sie direkt auf den Wurzelbereich gießt.

Das Fact-Sheet für die Brennnesseljauche:

Welche Stoffe liefert dieser Dünger? Stickstoff, Kalium, Spurenelemente
Wozu eignet sich dieser Dünger? Zum Nachdüngen bei schwachem Pflanzenwachstum oder ungünstiger Witterung (Hagel, Trockenheit, Kälte)
Welche Pflanzen mögen diesen Dünger? Starkzehrer, aber auch Mittelzehrer, die etwas schwächeln
Zierpflanzen (Rosen, Dahlien, Sonnenblumen) und Ziergehölze
Welche Pflanzen mögen diesen Dünger nicht? Bohnen, Erbsen, Zwiebeln, Knoblauch

Zauberkünstler Brennnesseljauche: Mit dem Sud kannst du auch Schädlinge wie Spinnmilben und Blattläuse bekämpfen: Schnapp dir eine Sprühflasche, fülle sie zu ca. 1/10 mit der Jauche, gieße mit Wasser auf und besprüh damit die Blätter der befallenen Pflanzen – und schon bald verziehen sich die lästigen Krabbler.

Zwei Hände decken Gemüsepflanzen mit Grasschnitt zu
Beim Mulchen verwöhnst du deine Pflanzen mit einer Decke aus Grasschnitt oder Laub. Foto: © Janis Jean Stoye

Mulchen: eine gemütliche Düngedecke für das Beet

Ja, auch dein Gemüse und deine Blumen mögen es kuschlig. Ganz besonders gern schmiegen sie sich unter eine Decke aus Grasschnitt oder Laub. Die bietet nämlich Schutz vor Sonnenhitze und zersetzt sich mit der Zeit zu nahrhaftem Flächenkompost.

Unter Gartenfreund*innen ist diese Methode auch als Mulchen bekannt. Strenggenommen fällt das Mulchen nicht wirklich unter das Thema „Dünger selber machen“. Denn zu tun gibt’s hier nur wenig. Einfach das Mulchmaterial gleichmäßig auf dem Beet verteilen – fertig.

Noch ein paar Tipps:

  • Geeignet sind organische Materialien, insbesondere Grasschnitt, Stroh, Holzhackschnitzel, Laub, Strauchschnitt (aber: kein Laub von Nussbäumen).
  • Die erste Mulchschicht kommt von Ende April bis Ende Mai auf die Beete.
  • Los geht’s, wenn deine Pflanzen 10 cm groß sind.
  • Kleine, schnellwachsende Gemüsesorten (Salat, Radieschen, Karotten) bekommen eine 5–10 cm hohe Mulchschicht.
  • Bei großen Gemüsepflanzen (Kürbis, Kohlkopf, Tomaten) dürfen es – nach und nach – bis zu 20 cm Mulch sein.

Das Fact-Sheet fürs Mulchen:

Welche Stoffe liefert dieser Dünger? Abhängig vom Material der Mulchschicht
Wozu eignet sich dieser Dünger? Humusaufbau, Steigerung der Bodenfruchtbarkeit, Erosionsschutz
Welche Pflanzen mögen diesen Dünger? Gemüsebeete, Blumenbeete, Sträucher und Stauden
Welche Pflanzen mögen diesen Dünger nicht? Vorsicht ist geboten bei Rosen, Tulpen und Zwiebelblumen

Dünger selber machen – oder ganz einfach anpflanzen!

Dünger selber machen, schön und gut, aber man kann ja auch mal andere machen lassen! Zum Beispiel Ackerbohne, Lupine, Klee und Co. Diese Pflanzen säst du zwischendurch auf brachliegenden Flächen an, mähst sie nach einiger Zeit ab und arbeitest das Schnittgut ein. Wie das im Detail funktioniert, erfährst du in unserem Ratgeber zur Gründüngung.

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Mist: Was Huhn, Pferd und Ziege alles fallenlassen!

Wer auf dem Land wohnt, kann ein Lied davon singen: Der Mist von Nutztieren ist wohl der am meisten verbreitete Dünger weltweit. Nun hast du wahrscheinlich keine Kuhherde daheim – aber vielleicht hältst du Hühner im Garten? Oder du kennst eine Landwirtschaft in der Nähe? Vielleicht kannst du dort ein paar Pferdeäpfel abstauben, um deinen Tiermist-Dünger selber zu machen?

Düngen mit Hühnermist: Stickstoff-Dünger selber machen

Zicke, zacke, Hühnerkacke! Hast du schon gewusst, dass du damit auch das Gemüsebeet düngen kannst? Denn Hühnermist enthält sehr viel Stickstoff, aber auch der Phosphorgehalt ist beträchtlich.

Wegen des hohen Stickstoffgehalts solltest du ihn aber nie frisch und nie direkt auf das Beet ausbringen. Die Wurzeln könnten sonst Schaden nehmen.

Auf einer dicken Mulchschicht ist es jedoch kein Problem. Selbstversorgungs-Expertin Marie Diederich macht es zum Beispiel so: Sie streut im Früh- und Hochsommer wenig Hühnermist auf die mulchbedeckten Gemüsebeete (nur Starkzehrer!). Der Mist wird dann nach und nach durch Regen verdünnt und in die Erde gespült.

Frau hält Huhn in den Armen
Hühnermist ist ein idealer Stickstoff-Dünger. Foto: © Janis Jean Stoye

Düngen mit Pferde- oder Kuhmist: Volldünger selber machen

Selbstverständlich kannst du im eigenen Garten auch mit klassischem Stallmist (von Pferd oder Kuh) düngen. Aber: Du solltest den Bauern bzw. die Bäuerin gut kennen und wissen, wie diese die Tiere füttern. Ansonsten können sich hier unerwünschte Stoffe verbergen.

Stallmist-Dünger selber machen: So geht’s

  • Frischer Stallmist enthält ätzendes Ammoniak und kann Pflanzenwurzeln schädigen. Kompostiere den Mist deshalb 6–12 Monate, bevor du ihn zum Düngen einsetzt.
  • Arbeite den kompostierten Mist im Frühjahr oberflächlich in die Erde ein.
  • Verwende nicht zu viel davon – in der Regel reichen 1–2 Liter Mist pro Quadratmeter.
Welche Stoffe liefert der Dünger? Stickstoff, ungewöhnlich viel Phosphor, Kalium, Magnesium (Verhältnis abhängig von der Tierart)
Wozu eignet sich der Dünger? Kompostierter Stallmist: Bodenverbesserung
Hühnermist: Stickstofflieferant für Starkzehrer-Beete
Welche Pflanzen mögen den Dünger? Starkzehrer-Gemüse (Kohl, Tomaten, Gurken und Co.), zum Teil auch Mittelzehrer
Wegen des hohen Phosphorgehalts auch Blumen (z.B. Rosen, Orchideen)
Welche Pflanzen mögen diesen Dünger nicht? Schwachzehrer-Gemüse, Kräuter, Steingartenpflanzen

Gruß aus der Küche: Düngen mit Kaffeesatz & Co.

Du möchtest Dünger selbst herstellen – hast aber weder Garten noch Komposthaufen zur Verfügung? Dann stellen wir dir hier noch drei supereinfache Wege vor, wie du aus Küchenabfällen Dünger selber machen kannst!

Zwei Hände breiten Kaffeesatz auf Erde aus.
Mit Kaffeesatz kannst du ebenfalls schnell einen Stickstoff-Dünger selber machen. Foto: © Janis Jean Stoye

Kaffeesatz-Dünger selber machen

Kaffeesatz in den Müll werfen? Nicht doch! Auch deine Pflanzen genießen hin und wieder ihren Morgenkaffee. Im Kaffeepulver findet sich nämlich – für ein rein pflanzliches Produkt – erstaunlich viel Stickstoff, darüber hinaus enthält es auch Phosphor, Kalium, Gerbsäure und Antioxidantien.

Zimmerpflanzen mit Kaffeesatz düngen

  • Topfe die Pflanze 1- bis 2-mal pro Jahr um und vermische dabei die Erde mit einem Teelöffel Kaffeesatz.
  • Alternativ: Gieße den Kaffeesatz noch einmal mit heißem Wasser auf, lass ihn abkühlen, verdünne ihn im Verhältnis 1:1 und verwende die Mischung zum Gießen.

Achtung: Kaffeesatz hat einen leicht sauren pH-Wert, setze ihn deshalb bei Topfpflanzen nur sparsam ein – ansonsten versauert die Erde.

Gartenpflanzen mit Kaffeesatz düngen

  • Besonders geeignet für Pflanzen, die sauren Boden bevorzugen, wie Heidelbeeren, Preiselbeeren, Chicoree, Orchideen, aber auch Rosen.
  • Sammle Kaffeesatz in einem luftigen, trockenen Behälter, sodass er nicht schimmelt.
  • Arbeite ein paar Handvoll des trockenen Pulvers flach in den Boden ein und decke es mit Mulch ab.
  • Alternativ: Vermische ca. 30 g Kaffeesatz mit 10 Liter Blumenerde.
  • Achtung bei Setzlingen: Diese vertragen das Koffein nicht gut.

Das Fact-Sheet für den Kaffeesatz:

Welche Stoffe liefert dieser Dünger? Stickstoff, Phosphor, Kalium (jedoch alles in weniger hoher Konzentration als z.B. Stallmist)
Wozu eignet sich dieser Dünger? Blumenerde aufwerten, Topfpflanzen düngen, ergänzende Düngung für Sträucher und Beete
Welche Pflanzen mögen diesen Dünger? Vor allem jene, die saure Böden mögen: z.B. Heidelbeeren, Preiselbeeren, Chicoree, Hortensien, Geranien, Orchideen, Rosen
Welche Pflanzen mögen diesen Dünger nicht? Jene, die kalkhaltige Böden bevorzugen: z.B. Karotten, Zwiebeln, Lauch, Obstbäume, Tulpen, Glockenblumen

Eierschalen-Dünger selber machen

Eierschalen enthalten vor allem Kalziumcarbonat (auch: kohlensaurer Kalk) sowie kleine Mengen von Kalium, Phosphor und Magnesium. Sie eignen sich deshalb nicht als Volldünger, sondern nur für ganz spezielle Zwecke:

  • Zur Anhebung des pH-Werts in sauren Böden
  • Zur Behebung von Kalziummängeln in torfhaltiger Erde
  • Zur Versorgung von kalkliebenden Topfpflanzen ohne Verbindung zum natürlichen Boden

Außerdem bilden sich bei der Reaktion mit Kohlensäure im Boden Kalzium-Ionen. Diese sind für die Verkittung der Bodenteilchen notwendig und helfen somit beim Humusaufbau. Deshalb sind Eierschalen auch eine wertvolle Beigabe für den Kompost.

Frau sammelt Eier in Korb ein.
Dünger aus Eierschalen eignet sich nur in ganz bestimmten Fällen. Foto: © Janis Jean Stoye

So kannst du Eierschalen-Dünger selber machen:

  1. Zermahle die Eierschalen im Mörser (oder gib sie in ein Geschirrtuch und zerkleinere sie mit einem Nudelholz)
  2. Gib die zerkleinerten Schalen in eine Kanne mit Wasser und lass sie 1 Tag lang stehen.
  3. Fertig: Jetzt kannst du die Flüssigkeit zum Gießen verwenden.

Hinweise: Wenn das Leitungswasser in deiner Region sowieso schon sehr kalkhaltig ist, musst du vermutlich nicht zusätzlich mit Eierschalenwasser düngen. Es empfiehlt sich, vor dem Düngen mit Eierschalen immer den pH-Wert des Bodens zu bestimmen. Zudem solltest du Eierschalen nie gleichzeitig mit Phosphaten und Ammonium verteilen.

Das Fact-Sheet für die Eierschalen:

Welche Stoffe liefert dieser Dünger? Vor allem Kalk (bzw. Kalziumcarbonat, was im Boden zu Kalk gelöst wird)
Wozu eignet sich dieser Dünger? pH-Wert von sauren Böden steigern, Kalziummangel beheben, Kalkgehalt in der Erde steigern
Welche Pflanzen mögen diesen Dünger? All jene, die kalkhaltige Böden mögen (z.B. Kohlgemüse, Möhren, Obstbäume, Glockenblumen, Astern)
Welche Pflanzen mögen diesen Dünger nicht? All jene, die keine kalkhaltigen Böden mögen (z.B. Heidelbeeren, Preiselbeeren, Wacholder, Magnolien, Rhododendron)

Bokashi: fermentierten Dünger selbst herstellen

Bokashi ist eine japanische Methode, um Dünger selbst herzustellen – und zwar durch das Fermentieren von Küchenresten. Es handelt sich also quasi um Kimchi für Pflanzen! Die Vorteile gegenüber Kompost: Du brauchst dazu viel weniger Platz, keinen Garten – und das Bokashi ist schon in zwei Wochen fertig.

So funktioniert es:

  • Du brauchst dazu einen luftdicht verschließbaren Eimer. Es empfiehlt sich, einen speziellen Bokashi-Eimer mit Sieb und Ablaufhahn zu kaufen. Damit kannst du die entstehende Flüssigkeit ablassen.
  • Du gibst zerkleinerten Biomüll (Obst- und Gemüsereste, Brot, verdorrte Pflanzen, Kaffeesatz) in den Eimer.
  • Du besprühst das Ganze mit sogenannten Effektiven Mikroorganismen (diese musst du dir im Fachhandel oder in einem Online-Shop besorgen).
  • Du gibst einen mit Sand oder Wasser gefüllten Beutel auf die Mischung, sodass keine Luft dazukommen kann, und verschließt den Eimer.
  • Du lässt alle zwei Tage die entstehende Flüssigkeit ab.
  • Nach zwei bis vier Wochen ist der Bokashi-Dünger fertig.
  • Um mit Bokashi zu düngen, vergräbst du das fertige Ferment in einer Rinne zwischen den Pflanzreihen (ca. 10 cm tief, genug Abstand zu den Wurzeln).
  • Nach wenigen Wochen hat sich das Bokashi im Boden zersetzt.

Das Fact-Sheet für Bokashi:

Welche Stoffe liefert dieser Dünger? Stickstoff, Kalium, Phosphor sowie Mikroorganismen zur Bodenbelebung
Wozu eignet sich dieser Dünger? Humusaufbau für Gemüsegärten, Blumenbeete, Rasen
Welche Pflanzen mögen diesen Dünger? Im Prinzip fast alle, die ideale Menge kann jedoch variieren (Starkzehrer mehr als Schwachzehrer)
Welche Pflanzen mögen diesen Dünger nicht? All jene, die nährstoffarme Böden bevorzugen, z.B. Erdbeeren und Heidelbeeren. Schwachzehrer wie Kräuter, Radieschen und Feldsalat sollten nicht überdüngt werden.
Korb mit Gemüse und Obst.
Nährstoffmangel erkennst du an den unterschiedlichsten Warnzeichen. Foto: © Janis Jean Stoye

Checkliste: Woran erkenne ich Nährstoffmangel?

Ob Gemüse, Blumen und Co. satt und zufrieden sind oder im Gegenteil unter einem Mangel leiden, das erkennst du unter anderem an ihrem Aussehen. Damit du im Fall der Fälle gleich zur Tat schreiten und nahrhaften Bio-Dünger selbst herstellen kannst, haben wir eine Liste der häufigsten Warnzeichen zusammengestellt:

  • Hellgrüne, blasse Blattfarbe, wenig Wachstum: Stickstoffmangel
  • Braune Blattränder: Kaliummangel
  • Grüne Blattadern, ansonsten vergilbte Blätter: Magnesiummangel
  • Rötlich verfärbte Blätter: Phosphormangel
  • Kleine Blüten oder wenig Blüten: Phosphormangel

Allerdings solltest du im Hinterkopf behalten: Auch eine Überversorgung mit Nährstoffen kann zu Problemen führen.

Bio-Dünger selber machen – nichts einfacher als das!

Wuchernder Kürbis und knallvoller Tomatenstrauch: Wenn auch du von einem solch paradiesischen Garten träumst, musst du dir ein paar Gedanken zum Thema Nährstoffe und Düngen machen. Aber keine Sorge: Die Chemiekeule kann ruhig im Schrank bleiben. Denn du kannst Bio-Dünger selber machen – komplett kostenlos und nachhaltig. Ob Power-Kompost, Brennnessel-Shake oder Hühnermist-Streusel: Deine Pflanzen werden es lieben!

Frau am Hochbeet füllt Erde um
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Pflanzendünger selber machen – häufige Fragen

Du hast noch offene Fragen? Hier findest du Antworten auf die häufigsten Fragen rund um Pflanzendünger.

Welche Pflanzen kann ich mit Kaffeesatz düngen?

Pflanzen, die saure Böden bevorzugen, kannst du hervorragend mit Kaffeesatz düngen, da das Kaffeepulver ebenfalls einen leicht sauren pH-Wert hat. Dazu gehören z.B. Heidelbeeren, Preiselbeeren, Hortensien und Geranien.

Kann ich Rosen mit Kaffeesatz düngen?

Ja, denn Rosen mögen einen neutralen bis leicht sauren Boden. Der Kaffeesatz mit seinem leicht sauren pH-Wert passt da gut dazu. Er liefert die wichtigen Nährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium.

Wie kann ich Dünger für Rosen selber machen?

Die einfachste Variante, um Rosendünger selbst herzustellen, ist Kaffeesatz. Diesen kannst du einfach in die oberste Erdschicht einarbeiten. Sehr gern mögen die Rosen auch Pferdemist, den du aber vorher kompostieren solltest.

Ist Kaffeesatz gut als Dünger für Tomaten?

Ja, du kannst Kaffeesatz als Dünger für Tomaten verwenden. Allerdings benötigen Tomaten als Starkzehrer sehr viele Nährstoffe, Kaffeesatz allein reicht in der Regel als Dünger nicht aus. Setze am besten zusätzlich auf Kompost und/oder Mulch.

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