Hochbeet im Garten
BEITRAGSAUTORIN: Tamara Greif | KATEGORIE: Garten & Balkon | 09.03.2020 | aktualisiert: 20.08.2020

Üppiges Grün aus der Kiste: Hochbeet richtig befüllen

Früher, länger, höher: Das Hochbeet ist so etwas wie ein olympischer Rekordhalter unter den Beeten. Denn die nährstoffreiche Unterlage lässt das Gemüse hier nur so sprießen – sogar in den kalten Monaten! Das weißt du schon alles und du möchtest endlich loslegen? Verstehen wir! Vorher liefern wir dir noch schnell alle notwendigen Infos rund ums Befüllen des Hochbeets: Was kommt in die einzelnen Hochbeet-Schichten? Wie gehst du beim Füllen vor? Und wann ist der richtige Zeitpunkt dafür?

Inhalt
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Los geht’s mit der Schichtarbeit: Welche Schichten braucht mein Hochbeet?
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Frühling, Sommer, Herbst oder Winter: Wann soll ich mein Hochbeet befüllen?
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Hochbeet befüllen: Einfache Anleitung in 12 Schritten
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Kein Ding für die Ewigkeit: Wie lange hält mein Hochbeet?
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5 Dinge, die du dem Hochbeet ersparen solltest
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Kein Laub oder kein Kompost? Mit diesen alternativen Füllungen geht’s auch!
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Spezielle Füllung je nach Bepflanzung?
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Achtung vor Schwergewichten: Hochbeet am Balkon
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Dein Hochbeet: Nährstoffparadies für Gemüse & Co.

Los geht’s mit der Schichtarbeit: Welche Schichten braucht mein Hochbeet?

Das Hochbeet ähnelt im Prinzip einer leckeren Torte: Es besteht aus mehreren nährstoffreichen Schichten. Ganz unten ist das Material eher grob und nach oben hin wird es immer feiner. Von unten aufwärts sollten sich darin folgende Schichten finden:

  • Strauch- und Baumschnitt
  •  Grasschnitt und Gartenabfälle
  • Kompost
  •  Laub
  •  Grasschnitt und Gartenabfälle
  • Kompost
  • Hochwertige Bio-Erde
Füllung eines Hochbeets
Dieses Hochbeet besteht aus 6 verschiedenen Füllungen. © Elisabeth Doppelhofer

Frühling, Sommer, Herbst oder Winter: Wann soll ich mein Hochbeet befüllen?

Der beste Zeitpunkt, um dein Hochbett zu befüllen, ist der Herbst. Denn zu dieser Jahreszeit fällt für gewöhnlich der meiste Gartenabfall an und auch Laub ist in Hülle und Fülle vorhanden.

Ein weiterer Vorteil: Die Füllung kann über den Winter schon mal arbeiten und sackt ein bisschen zusammen. Im Frühling fügst du dann noch ein paar frische Schichten dazu – und das Pflanzen kann beginnen!

Tipp: Fange schon im Sommer mit dem Sammeln von Material an. Behalte dir Grasschnitt, Gartenabfälle, Strauchschnitt und Kompost auf, dann hast du auf jeden Fall genügend Füllstoffe zur Hand, wenn du sie brauchst.

Hochbeet befüllen: Einfache Anleitung in 12 Schritten

Nun aber zur Sache: Füllen wir das Beet mit Inhalt! Die folgende Anleitung eignet sich für Beete mit einer Höhe von 85 cm. Bio-Gärtnerin und Hochbeet-Spezialistin Doris Kampas empfiehlt dabei diese 12 Schritte:

  1. Schritt: Bereite dem Beet eine solide Unterlage. Besonders Holzbeete sollten nicht direkt auf der Erde stehen. Ideal ist dafür ein Bett aus Pflastersteinen oder eine Kiesdrainage.
  2. Schritt: Ein Wühlmäusegitter dient als Grundlage. Die Maschenweite sollte maximal 6,5 x 6,5 mm betragen und der Draht stark genug sein, dass ihn die Mäuse nicht durchnagen können.
  1. Schritt: Du hast ein Beet aus Holz? Dann solltest du die Wände mit Noppenfolie auskleiden, damit diese nicht so schnell morsch werden. Bringe die Folie mit den Noppen ZUM Holz an, so ist eine gute Luftzirkulation gewährleistet.
  2. Schritt: Jetzt kommt die erste Füllschicht: Gib Äste und Zweige in das Beet, bis es etwa zur Hälfte gefüllt ist. Am besten eignet sich dazu übriger Strauch- und Baumschnitt.
Hochbeet befüllen

5. Schritt: Als nächste Schicht kommen etwa 15–20 cm Grasschnitt und Gartenabfälle darauf.

Tipp: Mische die Grasschicht mit etwas alter Erde, dann entsteht kein Schimmel.

  1. Schritt: Nun folgt der Kompost, und zwar rund 10 cm. Achte darauf, dass der Kompost nur aus pflanzlichen Resten besteht – Fleisch oder Fisch sollte nicht dabei sein!
  2. Schritt: Jetzt noch eine Runde Laub (20 cm) darauf verteilen und das Hochbeet ist bereit für den Winterschlaf.
  3. Schritt: Lasse dein halbfertiges Beet über den Winter arbeiten. Die Befüllung sackt dabei um ca. ein Drittel zusammen.
  4. Schritt: Im Frühling wird das Hochbeet komplettiert: Fülle noch einmal 5–8 cm Laub ein.
  5. Schritt: Darauf folgen weitere 5–8 cm Grasschnitt und Gartenabfälle.
  6. Schritt: Noch einmal Kompost (5–8 cm) darauf verteilen.
  7. Schritt: Ganz oben folgt eine Schicht mit guter Bio-Erde, bis das Beet an den Rand gefüllt ist.

Kann ich mir die teure Bio-Erde sparen und stattdessen Erde aus dem Garten nehmen?

Im Namen deiner Gemüsepflanzen würden wir dir davon abraten! Denn die Aushuberde ist oft voll von Schneckeneiern, Unkrautsamen und ähnlichen unerwünschten Inhaltsstoffen.

Ein paar Euro mehr für hochwertige Erde sind wirklich gut investiertes Geld!

Hochwertige Erde enthält keine unerwünschten Inhaltsstoffe.

Kein Ding für die Ewigkeit: Wie lange hält mein Hochbeet?

Das Hochbeet sichert deine Gemüseversorgung für ein paar Jährchen – aber leider nicht für immer. Die Nährstoffe aus der Füllung sind nach ca. 5–7 Jahren aufgebraucht und danach wird es Zeit, das Beet-Innenleben zu erneuern. Außerdem sinkt das Beet jedes Jahr zusammen und muss oben mit frischer Erde aufgefüllt werden.

Und: Nicht alle Pflanzen sind gleich „nährstoffhungrig“. In den ersten zwei Jahren eignen sich sogenannte „Starkzehrer“ besser (wie Tomaten oder Zucchini), in den nächsten die „Mittelzehrer“ (z. B. Erdbeeren und Karotten) und am Schluss die „Schwachzehrer“ (Salate, Bohnen, Kräuter).

 

5 Dinge, die du dem Hochbeet ersparen solltest

Aus Fehlern kann man lernen – aber am besten ist es doch, man vermeidet sie von Anfang an! Bio-Gärtnerin Doris Kampas verrät uns daher 5 Hochbeet-Klippen, die es zu umschiffen gilt:

  • Teichfolie zum Auskleiden verwenden: Sie schadet dem Holz mehr, als sie nutzt. Denn die Folie wird an das Holz gepresst, sodass sich darunter leicht Fäulnis entwickeln kann.
  • Wühlmausgitter weglassen: Du weißt gar nicht, wie diese Tiere aussehen, und bist dir sicher, dass du das Gitter nicht brauchst? Wir versichern dir: Du benötigst eines! Das Hochbeet lockt die Wühlmäuse nämlich erst an!
  • Thujen, Nadelholz oder Efeu einfüllen: Diese Gartenabfälle versauern das Beet bzw. wuchern durch die gesamte Erde.
  • Keine Schnecken-Hindernisse einbauen: Mit einer Schneckenkante oder einem Kupferband hältst du die schleimigen Gesellen draußen und hast dein Gemüse für dich allein.
  • Das Gewicht unterschätzen: Ein Hochbeet kann ziemlich schwer werden. Auf Terrassen, Balkonen oder auf Tiefgaragendächern heißt es deshalb: Auf das Gewicht achten!
Fehler vermeiden
Das hohe Gewicht des Hochbeets sollte bei der Platzauswahl unbedingt beachtet werden.

Kein Laub oder kein Kompost? Mit diesen alternativen Füllungen geht’s auch!

Nicht immer hat man Strauchschnitt, Grasschnitt oder Kompost zur Hand. In diesen Fällen kannst du auf ein paar Ersatzstoffe zurückgreifen:

Hochbeet mit Holzhäckseln oder Stroh befüllen

Falls du keinen Strauchschnitt übrig hast, dann eignen sich stattdessen auch Holzhäcksel. Die lassen sich im Baumarkt jederzeit kaufen. Eine andere Variante ist das sogenannte Waldhackgut. Dein Beet-Projekt droht am mangelnden Grasschnitt oder Laub zu scheitern? Dann können wir dich beruhigen: Alternativ kannst du Stroh bzw. Hanfstroh verwenden.

Kann man ein Hochbeet nur mit Erde befüllen?

Ja, man kann auch nur Erde in das Hochbeet füllen, allerdings fallen dann einige Vorteile weg, denn die unteren Schichten sorgen für Verrottungswärme und zusätzliche Nährstoffe. Wenn du nur eine kleine Kiste zur Verfügung hast oder Pflanzen setzt, die weniger Nahrung benötigen, dann kann die Füllung nur mit Erde aber eine gute Alternative sein.

Sorry, but no: Hochbeet mit Rindenmulch befüllen

Immer wieder findet man den Tipp, den Strauchschnitt durch Rindenmulch zu ersetzen. Aber: Dem Rindenmulch solltest du in puncto Hochbeet die kalte Schulter zeigen. Denn er versauert den Boden und eignet sich nicht für ein Gemüsebeet.

 

Spezielle Füllung je nach Bepflanzung?

Jetzt stellt sich noch die Frage: Eignet sich die gleiche Beet-Füllung für alle oder haben manche Pflanzen Sonderwünsche? Allgemein gesprochen ist es eher so, dass die zeitliche Phase innerhalb eines Beet-Lebens entscheidend ist. Also: Manche Pflanzen (Starkzehrer) mögen eher die nährstoffreichen ersten Jahre, andere (Schwachzehrer) lieben eher die späteren Jahre. Außerdem spielt auch die Pflanzen-Zusammensetzung im Beet eine große Rolle.

Ein Gemüse-Hochbeet befüllen

Die oben beschriebene Füllung ist ideal für ein Hochbeet mit leckerem Gemüse! Denn die meisten Gemüsesorten freuen sich über einen gehaltvollen Boden. Besonders wichtig im Gemüsebeet ist eine ausgewogene Mischkultur: Nicht alle Pflanzen eignen sich als Beetgenossen!

Übrigens: Wer mit wem kann, das erfährst du im Löwenzahn-Buch „Das unglaubliche Hochbeet“ – inklusive ausgeklügelter Pflanzpläne für jeden Geschmack. Wie wäre es zum Beispiel mit einem bunten Pizza-Pasta-Hochbeet?

Bepflanzung
Ein Hochbeet kann mit Gemüse, aber auch mit Blumen befüllt werden.

Ein Blumen-Hochbeet befüllen

Zierpflanzen haben weniger hohe Ansprüche an den Boden: Deshalb gestaltet sich der Schichten-Aufbau beim Blumen-Hochbeet viel unkomplizierter. Das Beet einfach zu einem Drittel mit Kies füllen, ein Pflanzvlies darüberlegen und den Rest mit guter Blumenerde auffüllen.

 

Achtung vor Schwergewichten: Hochbeet am Balkon

Frisches Gemüse vom Balkon – das klingt verlockend! Aber Vorsicht: Das Hochbeet bringt ganz schön viel auf die Waage. In der klassischen Größe (100 x 200 cm und 85 cm Höhe) wiegt es zwischen 700–900 kg. Auf Balkonen oder Terrassen gilt deshalb: Taschenrechner raus und kühl kalkulieren.

Erkundige dich bei der Hausverwaltung, wie es um die Belastbarkeit deines Balkons steht. Bei den meisten Bauträgern sind es etwa 250–300 kg/m². Aus diesem Grund eignet sich hier nur eine „abgespeckte“ Version.

Mit den folgenden Tricks lässt du die Beet-Kilos purzeln:

  • Tiefstapeln: Eine Höhe von 40 cm ist für die meisten Pflanzen vollkommen ausreichend.
  • Fliegengewichte als Unterlage: Befülle die untere Hälfte des Behälters mit leichtem Material wie Perlit, Elefantengras oder Blähton.
  • Let it flow: Im Gegensatz zum Garten braucht das Balkon-Hochbeet einen Boden – ansonsten wäre bald alles voll mit ausgeschwemmter Erde. Achte aber unbedingt darauf, dass es genügend Abflusslöcher gibt, sodass keine Staunässe entsteht.

Hinweis: Die klassische Befüllung mit Gras, Zweigen und Kompost macht am Balkon keinen Sinn. Es fehlen die vielen hilfreichen Tierchen, die das ganze Material zu Humus zersetzen. Deshalb solltest du hier auf gute Bio-Erde setzen, evtl. in Kombination mit einer leichteren Unterlage.

 

Dein Hochbeet: Nährstoffparadies für Gemüse & Co.

Satte Ernten – fast das ganze Jahr über: So ein Hochbeet ist wirklich eine feine Sache! Und nicht zuletzt lassen sich hier Gartenabfälle sinnvoll verwerten. Aus Gras, Baumschnitt und Kompost entsteht ein nährstoffreicher Untergrund, den deine Gemüsepflanzen lieben werden! Schichte die Materialien einfach Schritt für Schritt in einen passenden Behälter – und dem fröhlichen Sprießen steht bald nichts mehr im Wege.

Übrigens: Noch mehr gemüsestarkes Hochbeetwissen findest du in unserem Buch „Das unglaubliche Hochbeet“ von Doris Kampas. Mit Erklärungen von A bis Z, umfangreichen Pflanzplänen und kreativen Themenbeet-Ideen.

Bilder: © Doris Kampas

2 Kommentare zu “Üppiges Grün aus der Kiste: Hochbeet richtig befüllen

  1. Guter Artikel!!
    Eine Sache verwirrt mich aber: Oben steht kein Nadelholz benutzen und als Ersatz für Gartenabschnitte wird Waldhäcksel empfohlen. Der besteht aber aus Nadelholz. Wäre schön hier eine klare Aussage zu bekommen. Ich habe mir gerade ei Hochbeet gebaut und werde es Morgen auffüllen.

    1. Lieber Josef, danke für deinen Kommentar! Genau, nur die Nadeln und Zweige von Nadelgehölzen solltest du nicht als Füllung verwenden, da sie dein Hochbeet versauern. Die Äste und Zweige von Bäumen und Sträuchern kannst du hingegen schon verwenden. Gutes Gelingen und viel Freude mit deinem Hochbeet!

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