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Was ist Ökofeminismus?
BEITRAGSAUTORIN: Marina | KATEGORIE: Natürlich & nachhaltig leben | 04.05.2022

Ökofeminismus: Was steckt hinter dem Begriff?

Ein ganz schön sperriges Wort: Ökofeminismus. Es beschreibt grundsätzlich die Kombi aus ökologischen und feministischen Überlegungen – wie der Namen bereits verrät. Aber was bedeutet der Begriff denn nun konkret und welche Bereiche umfasst er genau? Darauf, wie sich der Ökofeminismus in den letzten Jahren entwickelt hat und welche weiteren Bestrebungen es im Moment gibt, wollen wir in diesem Beitrag etwas näher eingehen. Ja, es wird ein bisschen theoretischer diesmal als sonst, aber nicht weniger interessant. Versprochen!

Inhalt:
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Ökofeminismus: eine erste Begriffsdefinition
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Back to the roots: Wie hat sich die Bewegung entwickelt?
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Ökologie und Feminismus: Wo gibt es Überschneidungen?
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Kein Einheitsbrei: Welche Strömungen gibt es im Ökofeminismus?
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Einspruch! Kritik am Ökofeminismus
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Blick über den Tellerrand: Globale Bewegungen und Initiativen
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Klimakrise und Care-Arbeit: aktuelle Themen im Ökofeminismus
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Mit Ökofeminismus gegen jede Form der Unterdrückung

Ökofeminismus: eine erste Begriffsdefinition

Der Ökofeminismus verknüpft ökologische und feministische Fragen miteinander und fordert als Bewegung einen umfassenden Systemwandel.

Im Ökofeminismus wird untersucht, wie die Ausbeutung von Frauen, BIPoC und marginalisierten Personen mit der Zerstörung der Natur zusammenhängen. Dem liegt der Gedanke zugrunde, dass Kapitalismus und Patriarchat ineinander verschränkt sind, wodurch Herrschaftsverhältnisse erhalten bleiben. Diese können nur durch einen weitreichenden Strukturwandel überwunden werden.

Das Ziel: Es sollen nicht nur Frauen, sondern alle Menschen aus diesen Herrschaftsverhältnissen befreit werden.

Back to the roots: Wie hat sich die Bewegung entwickelt?

Überlegungen, die feministische und ökologische Fragen miteinander verbinden, sind nicht neu. Hier geben wir dir einen kleinen Überblick, wo die Anfänge des Ökofeminismus liegen.

Der Sache auf den Grund gehen: die Anfänge

In den 1970er-Jahren wurde der Begriff „Ökofeminismus“ (Écoféminisme bzw. Ecofeminism) von der französischen Frauenrechtlerin Françoise d’Eaubonne in ihrem Buch „Le Féminisme ou la Mort“ (dt. „Feminismus oder Tod“) geprägt. Sie macht dabei auf Gemeinsamkeiten zwischen der patriarchalen Unterdrückung von Frauen und der Natur aufmerksam, die schlussendlich in der Zerstörung der Umwelt mündet. Gleichzeitig erstarkte auch in den USA das Interesse, ökologische und feministische Theorien zusammenzudenken.

Ab den 1980er-Jahren rückte auch das Thema der ungleichen Arbeitsverteilung in den Fokus, wobei sich die bezahlte Erwerbsarbeit und die unbezahlter Reproduktionsarbeit (Care-Arbeit) gegenüberstehen. Auch heute noch ist die oftmals ungleiche Verteilung von Care-Arbeit wichtiger Bestandteil ökofeministischer Überlegungen.

Let’s talk about Ökofeminismus: Konferenzen

In den 1980er-Jahren fand die ökofeministische Bewegung immer mehr Anhänger*innen und Gehör und so wurden sowohl in den USA als auch in Deutschland Konferenzen zum Thema abgehalten.

In Massachusetts (USA) organisierten Grace Paley und Ynestra King 1980 die Konferenz „Women and Life on Earth“. Ausgehend von dieser Zusammenkunft organisierten sich Frauen für „Women’s Pentagon Action“, wobei 2.000 Frauen im November 1980 einen Kreis um das Pentagon bildeten, um gegen Atomkraft und für mehr Umweltschutz zu demonstrieren.

Beim internationalen Kongress „Feminismus & Ökologie“ nahmen 1986 in Köln u. a. Feminist*innen der Grünen, der autonomen Frauenbewegungen, Ökolog*innen und Frauen aus Indien und den Philippinen teil. Hier ging es beispielsweise darum, die Ausbeutung des Globalen Südens stärker in feministische Debatten einzubeziehen. Zudem wurde thematisiert, ob die Lebens- und Widerstandsformen der Frauen aus dem Globalen Süden Modellcharakter haben könnten.

Und heute? Friday’s for Future

Heute macht vor allem die weltweite Fridays for Future-Bewegung, ausgehend von der Schwedin Greta Thunberg, mit Streiks auf die immer dringender werdende Klimakrise aufmerksam. Von den Demonstrierenden sind zwei Drittel weiblich.

Aber: Hier wird nicht für ökofeministische Themen an sich eingestanden, sondern es sind hauptsächlich weibliche Demonstrantinnen, die auf die weitreichenden Folgen der Klimakrise aufmerksam machen. Das Problem: Frauen setzen sich für Veränderungen ein, während es eigentlich die politischen Entscheidungsträger*innen sind, die handeln müssten.

Weiterentwicklung des Ökofeminismus: MAPA

Heute ist besonders wichtig, den Fokus darauf zu legen, dass nicht alle Menschen in der gleichen Weise von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen sind.

Umweltaktivist*innen haben dafür den Begriff MAPA („most affected people and areas“) geprägt, unter dem Menschen, Bevölkerungsgruppen und Gemeinschaften gefasst werden, die am meisten unter den Auswirkungen des Klimawandels leiden, aber am wenigsten dazu beitragen – weil sie weniger Privilegien genießen als die Hauptverursacher*innen, weitaus weniger konsumieren, generell: eine viel geringere Emission verursachen.

Mit dem Begriff soll auch denjenigen eine Stimme geben werden, die bisher ungehört geblieben sind oder nicht die Chance hatten, ihre Stimme zu erheben.

MAPA umfasst Gebiete, die oft folgende Kennzeichen aufweisen:

  • Durch wirtschaftliche, politische, soziale Bedingungen herrscht ein allgemein niedrigerer Lebensstandard.
  • Die Nahrungs- und medizinische Versorgung sind unzureichend.
  • Der Zugang zu Bildung ist erschwert.
  • Die Sicherheit ist gefährdet.

Bei vielen dieser Regionen handelt es sich um ehemals kolonialisierte Länder.

Doch nicht nur das: MAPA ist nicht geografisch verwurzelt, es schließt alle Menschen ein, die neben ihrer erhöhten Exponiertheit gegenüber des Klimawandels noch andere Formen der Benachteiligung erfahren. Es handelt sich um marginalisierte Gemeinschaften, BIPOC, Frauen, alte Menschen, LGBTQIA+ …

Ökologie und Feminismus: Wo gibt es Überschneidungen?

Ökofeminist*innen gehen davon aus, dass es einen Zusammenhang zwischen der Unterdrückung von Frauen bzw. marginalisierten Gruppen und der Zerstörung der Umwelt gibt. Doch wo genau liegen die Zusammenhänge?

Auswirkungen der Klimakrise – nicht für alle gleich

Wie bereits weiter oben unter MAPA ausgeführt, sind nicht alle Menschen auf die gleiche Art von der Klimakrise betroffen. Denn die Klimakrise verstärkt soziale Ungerechtigkeit und Geschlechterungleichheit. Frauen leiden unverhältnismäßig mehr an den Folgen der Klimakrise als Männer.

Ein Beispiel: Frauen und Kinder sterben bei Naturkatastrophen 14-mal häufiger als Männer. Die Gründe: Oft werden sie später gewarnt oder kümmern sich auf der Flucht um Angehörige.

Wem gehört Land – und wem nicht?

Im Globalen Süden liegt der Frauenanteil im landwirtschaftlichen Sektor ca. 43 Prozent aus. Und: Frauen sind zuständig für 60–80 Prozent der Produktion von Nahrungsmitteln. Obwohl die Verantwortung in der Produktion also zu einem Großteil auf den Schultern der Frauen lastet, stehen die wenigsten landwirtschaftlichen Flächen im Besitz von Frauen. Oft verhindern gesellschaftliche Strukturen, dass sie überhaupt Land besitzen können.

Gleichzeitig sind sie häufig keine Entscheidungsträger*innen, wenn es um Fragen rund um Klimapolitik und -schutz geht.

Schau mal, hier findest du weitere Infos dazu, wie Geschlecht und Klimakrise zusammenhängen.

Intersektional denken

Feminismus muss intersektional sein und es müssen mehr Identitätskategorien mitgedacht werden als Geschlecht. Dazu gehören: race, Klasse oder Alter. Nur so können Zusammenhänge richtig erkannt werden: Frauen im Globalen Norden leiden z. B. weniger unter den Folgen der Klimakrise als Frauen im Globalen Süden.

Frau geht durch Feld
Die Personengruppen, die hauptsächlich in der Landwirtschaft arbeiten, sind selten jene, die Entscheidungen treffen. Foto: © Paige Green.

Auch Menschen mit Behinderung sind stärker von der Klimakrise betroffen – werden bei Maßnahmen für den Klimaschutz jedoch häufig nicht mitgedacht. Diese strukturelle Benachteiligung nennt sich „Ökoableisumus“. Im nachhaltig.kritisch-Podcast spricht Raul Krauthausen über dieses Thema. Infos dazu findest du auch auf Instagram.

Kein Einheitsbrei: Welche Strömungen gibt es im Ökofeminismus?

Wie bereits am Anfang erwähnt, erkennt der Ökofeminismus Ähnlichkeiten in der kapitalistischen Ausbeutung der Natur und der Beherrschung der Frauen. Es haben sich verschiedene Strömungen entwickelt, die sich darin unterscheiden, wie sie das Verhältnis zwischen Frauen und Natur sehen.

Kultureller Ökofeminismus

Beim kulturellen Ökofeminismus wird eine Nähe zwischen Frauen und Natur als positiv gewertet. Als Grundlage wird dafür die scheinbar natürliche Fähigkeit von Frauen gesehen, Kinder gebären zu können. Aber: Nicht alle Frauen können und wollen Kinder bekommen. Diese Form von Ökofeminismus hebt auch Menstruation und Schwangerschaft hervor. Der Gedanke dahinter: Durch diese Tatsachen hätten Frauen einen privilegierten Zugang zu Vorgängen in der Natur. Eine Nähe der Frau zur Natur wird biologisch begründet.

Sozialer Ökofeminismus

Vertreter*innen des sozialen Ökofeminismus sehen diese beschriebene Nähe zwischen Frauen und Natur kritisch. Sie gehen davon aus, dass es sich dabei um gesellschaftliche und kulturelle Zuschreibungen handelt, die nur darauf basieren, dass Frauen potentiell gebärfähig sind.

Für sie entsteht die Verbundenheit von Frauen zur Natur nur durch die geschlechtshierarchische Arbeitsteilung. Bei dieser müssen sich Männer – im Gegensatz zu Frauen – eben nicht um scheinbar „natürliche“ Arbeiten wie das Versorgen von Kindern kümmern. Sie verrichten hauptsächlich bezahlte Lohnarbeit.

Feministische Umweltforschung

Die feministische Umweltforschung verneint eine als natürlich gesehene Nähe zwischen Frauen und der Natur, die durch das Geschlecht bestimmt ist. „Geschlecht“ wird als konstruiert verstanden.

Der Fokus dieser Forschung richtet sich auf Erfahrungen von Frauen, die sie aufgrund der Klimakrise machen. Gleichzeitig fordern die Vertreter*innen von der Politik, Verantwortung für die Umweltprobleme zu übernehmen und diese nicht auf die private Ebene – also implizit an Frauen – abzuwälzen. In der Kritik steht damit die Feminisierung der Umweltverantwortung.

Queer Ecologies

Die Queer Ecologies fragen hingegen danach, ob die Reproduktionsfähigkeit bei Frauen überhaupt „natürlich“ ist. Diese Natürlichkeit stellen Vertreter*innen in Frage. Gleichzeitig kritisieren sie, dass Heterosexualität als Norm dargestellt wird.

Quelle: Christine Bauhardt, Feministische Ökonomie und Queer Ecologies – feministisch-materialistische Perspektive auf gesellschaftliche Naturverhältnisse, 2012, hier verfügbar.

Einspruch! Kritik am Ökofeminismus

Aber nicht alle teilen die Ansichten des Ökofeminismus und üben teils Kritik an unterschiedlichen Themen. Hier haben wir ein paar der Kritikpunkte zusammengefasst:

Das Denken in zwei Kategorien

Ein Vorwurf, der öfter geäußert wird: Der Ökofeminismus reproduziere die Vorstellung, dass Männer und Frauen zwei klar voneinander zu unterscheidenden Positionen sind. Das Problem: Es wird nicht mitgedacht, dass es mehr als zwei Geschlechter gibt.

Verbindung zwischen Frauen und Natur?

Ein Kritikpunkt, der vor allem den kulturellen Ökofeminismus betrifft: eine biologisch begründete Nähe zwischen Frauen und Natur. Dahinter steckt ein vereinfachtes Verständnis von Geschlechtern und die Vorstellung, Frausein sei biologisch begründbar.

Frau zwischen Tomatensträuchern
Zwischen Frauen und der Natur soll es eine natürliche Verbindung geben? Dieser Ansicht stehen der soziale Ökofeminismus und die feministische Umweltforschung kritisch gegenüber. Foto: © Stefanie Kösling

Nicht alle Frauen menstruieren, können (und wollen) gebären, genauso gibt es beispielsweise auch Männer und inter* Personen, die Kinder bekommen können.

Verantwortung abwälzen

Eine Kritik, die in Form der feministischen Umweltforschung geäußert wird: Die Verantwortung, sich um die Umweltprobleme zu kümmern, darf nicht auf die Frauen geschoben werden. Vielmehr muss die Politik Verantwortung übernehmen und Schritte zur Veränderung in die Wege leiten.

Blick über den Tellerrand: Globale Bewegungen und Initiativen

Die Überlegungen, die hinter dem Ökofeminismus stecken, sind nicht nur in Europa oder Amerika vertreten, sondern auf der ganzen Welt. Schau mal, diese Bewegungen haben sich rund um ökofeministische Ideen entwickelt.

Ein Blick in die Vergangenheit: Chipko-Bewegung

Ab den 1970er-Jahren setzte sich die „Women’s Welfare Association“ der Chipko-Bewegung, angeführt von der aus Indien stammenden Aktivistin Gaura Devi, für den Schutz der Bäume und Wälder in der heutigen Region Uttarakhand, Indien, ein. Die Wälder litten massiv unter der starken kommerziellen Abholzung. Die Bevölkerung hatte dadurch keine Möglichkeit, die Ressourcen des Waldes zu nutzen, obwohl sie von diesen abhängig war.

Gaura Devi gelang es, 2000 Bäume vor der Rodung zu bewahren – sie und andere Frauen weigerten sich, den Wald zu verlassen. Damit sorgten sie für so großes Aufsehen, dass schlussendlich ein Komitee beschloss, die Rodung zu verbieten.

Lebensgrundlagen pflanzen: The Green Belt Movement

„The Green Belt Movement “ wurde 1977 von der Professorin, Umweltaktivistin und Friedensnobelpreisträgerin Wangari Muta Maathai in Kenia gegründet. Ihr Ziel: Die Wiederaufforstung der Wälder. Bis heute haben die Aktivist*innen fast 30 Millionen Bäume gepflanzt. Für zehntausende Menschen konnte dadurch die Lebensgrundlage verbessert werden. Zudem setzen sie sich gegen Korruption und Landgrabbing ein.

Der Fokus der Bewegung liegt auf Umweltschutz und darauf, wie dieser umgesetzt werden kann. Gemeinden sollen gestärkt und das Leben von Frauen verbessert werden.

Ökofeminismus rückerobern: #reclaimökofeminismus

Unter dem Hashtag #reclaimökofeminismus will die NGO „Women in Europe for a Common Future“ (WECF) den Ökofeminismus von der ihm lange anhaftenden Vorstellung lösen, dass Frauen – im Gegensatz zu Männern – eine besondere (und natürliche) Verbindung zur Natur hätten.

Denn: Das drängt nicht nur Frauen, sondern auch Männer in alte Geschlechterrollen.  Und es forciert eine binäre Denkweise von Menschen, die nur die Kategorie Mann und Frau zulässt.

Die NGO besteht als internationales Netzwerk aus 15 Frauen-, Umwelt- und Gesundheitsorganisationen, das in ca. 50 Ländern an Projekten arbeitet. Ihr Ziel: Eine gesunde Umwelt schaffen, bei der niemand zurückgelassen wird.

Klimakrise und Care-Arbeit: aktuelle Themen im Ökofeminismus

Mit Ökofeminismus kann die Klimakrise als ganzheitliches Problem gesehen werden, das sich auf unterschiedlichen Ebenen zeigt. Gleichzeitig beinhaltet Ökofeminismus auch, Care-Arbeit als Form von Arbeit zu betrachten.

Kleidung – ein Problem auf vielen Ebenen

Am Bespiel unserer Kleidung und unseres Kleidungskonsums zeigt sich, wie ökologische und feministische Themen zusammenhängen.

Der Umgang mit Kleidung im Globalen Norden hat erschreckende Ausmaße angenommen:

  • Wir kaufen immer mehr Kleidung: Einer 2015 veröffentlichten Greenpeace-Analyse zufolge kauft der Durchschnittsmensch heute 60 Prozent mehr Kleidungsstücke als noch im Jahr 2000.
  • Kleider sind Wegwerfprodukte: Der Wert des weggeworfenen Materials wird auf 460 Milliarden Dollar pro Jahr geschätzt (Quelle: Ellen MacArthur Foundation, A New Textiles Economy, 73) – vieles davon könnte wieder getragen, wiederverwendet oder recycelt werden. Verschiedenste Slow-Fashion-Initiativen setzen sich schon genau dafür ein.

Die Menschen, die im Globalen Süden diese Kleidung herstellen, arbeiten oft in ausbeuterischen Textilfabriken unter prekären Arbeitsbedingungen.

In den meisten Fällen ist das Einkommen so gering, dass es kaum Möglichkeiten für soziale Mobilität bietet, wie wir es in den westlichen Ländern gewohnt sind.

Frau in weißem Overall
Die Modeindustrie wirkt sich enorm auf unsere Umwelt aus – es geht auch anders. Dieser Jumpsuit wurde von Geana Sieburger von GDS Cloth entworfen und aus der klimafreundlichen Rambouillet-Wolle von Lani’s Lana, einem Feinwolle-Unternehmen, hergestellt. Foto: © Paige Green

Auch die Fasern in unserer Kleidung haben besorgniserregende Hintergründe: Polyester, eine ölbasierte, synthetische Faser, wird heute in 60 Prozent unserer Kleidung verwendet. Das Problem:

  • Polyester verbraucht jedes Jahr fast 350 Millionen Barrel Öl.
  • Zudem verursacht Polyester 282 Milliarden Kilogramm CO2-Emissionen, also 3-mal so viel wie Baumwolle.
  • Dadurch wird es immer schwieriger, die im Pariser Abkommen festgelegten Klimaziele von 2 °C zu erreichen.

Hier wird deutlich, wie alles zusammenhängt: Unser Kleidungskonsum wirkt sich nicht nur schlecht auf das Klima aus, sondern auch auf die Arbeitsbedingungen der Menschen, die unsere Kleidung herstellen.

Care-Arbeit: unbezahlte Arbeit

Ebenfalls im Fokus des Ökofeminismus steht die Care-Arbeit: Seit den 1980er-Jahren interessiert sich der Ökofeminismus auch verstärkt für die Arbeitsverteilung im kapitalistischen System, wobei der Fokus auf der ungleichen Verteilung liegt:

  • Die bezahlte Erwerbsarbeit wird zu einem großen Teil von Männern ausgeführt, Frauen arbeiten noch immer oft in Teilzeitstellen.
  • Die unbezahlte Reproduktions- und Sorgearbeit liegt hingegen immer noch hauptsächlich bei Frauen. Diese Arbeit umfasst Tätigkeiten im Haushalt, Kindererziehung, Pflege von kranken oder älteren Menschen.

Das Problem: Das schließt Frauen entweder von der bezahlten Erwerbsarbeit aus oder bedeutet für sie eine enorme Doppelbelastung.

Buchtipp: In „Mutter, schafft“ (erscheint im Juli 2022) erzählt Linda Biallas von den Verstränkungen von Patriarchat und Kapitalismus, die dafür sorgen, dass Care-Arbeit und Beziehungsarbeit noch immer häufig bei Frauen liegt. Gleichzeitig zeigt sie neue Perspektiven für das Muttersein auf.

Ökofeminismus
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Mit Ökofeminismus gegen jede Form der Unterdrückung

Ökofeminismus bedeutet, dass ökologische und feministische Belange zusammengedacht werden. Eine scheinbar natürliche Verbindung zwischen Frauen und Natur muss jedoch kritisch hinterfragt werden. Der Ökofeminismus richtet den Blick darauf, dass nicht alle Menschen im gleichen Ausmaß von der Klimakrise betroffen sind. Die Verantwortung, diese Krise zu bekämpfen, darf nicht auf dem Rücken von Frauen lasten, sondern es muss einen Wandel im System geben.

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