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Bunte Schüsseln mit Saatgut für Saatgutvermehrung
BEITRAGSAUTORIN: Marina | KATEGORIE: Garten & Balkon | 05.10.2021

Saatgutvermehrung: Starte deine eigene Samengärtnerei!

Jedes Jahr knackfrische Paprika anbauen, die unvergleichlich schmecken und immer noch besser werden? Wie geht denn das? Na, mit Saatgutvermehrung! Du erntest die Samen deines Gemüses und baust es Jahr für Jahr an. Schau dir hier die Vorteile der Saatgutvermehrung an, tauch ein in das kleine Saatgut-ABC und erfahre Schritt für Schritt, wie du zum Saatgut deiner Lieblingspflanzen kommst.

Inhalt:
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Warum Saatgutvermehrung im eigenen Garten?
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Hintergrundwissen: die Basics der Saatgutvermehrung
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Starte deine Samengärtnerei: das musst du wissen
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Saatgutvermehrung – 8 Schritte zum großen Samenglück
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Lass uns rebellieren: Saatgutvermehrung für unsere Zukunft

Warum Saatgutvermehrung im eigenen Garten?

Klar könntest du jedes Jahr neue Samen kaufen – aber gib dir mal diese unschlagbaren Argumente für die eigene Saatgutvermehrung:

  • Nice to meet you, buddy: Du lernst deine Pflanze nicht nur in ausgewachsenem Zustand mit Blüte oder Frucht kennen, sondern auch wenn sie verblüht ist und Samen trägt. Die Samen werden zu Keimlingen, zu Jungpflanzen und wieder zu blühenden Pflanzen.
  • Old is gold: Mit Saatgutvermehrung kannst du alte Sorten erhalten. Bau diese an und achte darauf, ob die beschriebenen Eigenschaften der Sorte auch tatsächlich auftreten. Wenn ja, nimmst du von diesen Pflanzen das Saatgut ab.
  • Das Streben nach Perfektion: Wachsen Pflanzen jedes Jahr am gleichen Standort, passen sie sich immer besser den Gegebenheiten ihrer Umgebung an. So werden sie z. B. resistenter und weniger anfällig für Krankheiten.
  • Saatgut macht unabhängig: Alle Menschen könnten ein gutes Leben führen, wenn sie Zugang zu freiem Saatgut hätten. Was aber schiefläuft, kannst du im Beitrag „The future is: samenfest“ nachlesen.
Frau riecht an geernteten Pflanze
Bei der Saatgutvermehrung kannst du dein Gemüse haut- äh, pflanzennah kennenlernen! Foto: © Fabian Weiss

Hintergrundwissen: die Basics der Saatgutvermehrung

Bevor wir uns aber der Saatgutvermehrung widmen, gibt’s noch allerhand Wissenswertes: Was ist der Unterschied zwischen samenfesten und hybriden Sorten? Was hat es mit ein- und zweijährigen Arten auf sich? Und: Wie pflanzen sich Pflanzen überhaupt fort?

Frau schaut Gurke an
So unglaublich schön können nur samenfeste Sorten wachsen. Hybridsorten dagegen sind richtig eintönig. Foto: © Fabian Weiss

Freunde fürs Leben: samenfeste Sorten

Was samenfeste oder samenechte Sorten sind, ist schnell erklärt:

Erntest du diese Samen und baust sie wieder an, wachsen in der kommenden Generation Pflanzen mit den gleichen Eigenschaften. Es passiert aber noch was richtig Cooles: Jedes Jahr passt sich die Pflanze ein Stückchen besser an die Umgebung und die Umweltbedingungen an. In Zeiten der Klimakrise ist das unfassbar wichtig.

Machen nur kurz happy: Hybridsorten

Hybridsaatgut wird aus zwei perfekt gezüchteten Pflanzen gekreuzt. Das bedeutet, die Hybridpflanze enthält nur die besten Eigenschaften. Sie sind außerdem extrem leistungsfähig und ertragreich. Aber eine Saatgutvermehrung ist nicht möglich.

Will man die Samen von Hybridsorten, auch F1-Hybride genannt, im nächsten Jahr wieder anbauen, wachsen Pflanzen mit wenig nützlichen Eigenschaften. Oft sind sie auch gar nicht keimfähig.

Hybridsorten sind vor allem für die Lebensmittelindustrie und die globalen Märkte interessant. Denn: Alle Pflanzen schauen gleich aus, reifen zum gleichen Zeitpunkt und sind gut lager- sowie transportfähig.

One-year-stand: einjährige Arten

Einjährige Pflanzen bilden das Gemüse bzw. die Früchte, die du verspeisen kannst, in dem Jahr, in dem du sie pflanzt. Auch die Samen werden im Anbaujahr gebildet. Beispiele dafür sind:

  • Basilikum
  • Bohnen
  • Gurke
  • Kürbis
  • Paprika
  • Salat
  • Tomaten

Gib mir ein bisschen Zeit: zweijährige Arten

Diese Gemüse bilden im Anbaujahr das Gemüse bzw. die Früchte. Die Samen entwickeln sich erst im zweiten Jahr. Beispiele dafür:

  • Gemüsefenchel
  • Karotte
  • Kohlrabi
  • Lauch
  • Mangold
  • Pastinake
  • Rote Bete
rot leuchtender Mangold
Mangold ist zweijährig – er bildet erst im zweiten Jahr Samen für die Saatgutvermehrung. Foto: © Fabian Weiss

Denk daran: Du musst die Pflanzen an einem vor Kälte geschützten Plätzchen überwintern. Suche dir dafür nur schöne und gesunde Pflanzen aus, lagere sie in einer frostsicheren, dunklen und kühlen Umgebung. Für das Aussetzen aus dem Winterquartier ist ein bewölkter, milder Tag ideal. Nicht vergessen: Alle gesetzten Pflanzen gut wässern.

Frau bläst Samen weg
Auch mit ein bisschen Puste kannst du Samen verteilen. Foto: © Fabian Weiss

Ganz schön sexy: generative Fortpflanzung

Bei der generativen Fortpflanzung tauschen zwei Pflanzen über Bestäubung ihr Erbgut miteinander aus. Es entsteht ein völlig neues Wesen: eine Tochterpflanze, die die Eigenschaft von Mutter und Vater in einzigartiger Weise vereint.

Der Vorteil:

  • Langfristig kann es passieren, dass sich die Pflanzen selbst an die Umwelt anpassen.
  • Durch den genetischen Austausch bleibt die Art vital und offen für Neues.

Bei dieser Art der Vermehrung gibt es zwei Möglichkeiten, wie die Bestäubung über die Blüte und damit die Fortpflanzung stattfinden kann: Die Fremd- oder Selbstbestäubung.

Komm, flieg mit mir: Fremdbestäubung

  • Hier wird eine Pflanze durch den Pollen einer anderen Pflanze bestäubt.
  • Beispiele sind: Kürbis, Pastinake, Karotte, Artischocke
  • Über geflügelte Boten wie Bienen und andere Insekten und Flugtiere, über den Wind oder in seltenen Fällen sogar über das Wasser gelangt der Pollen von einer zur anderen Pflanze.

Hier kannst du nachlesen, warum wir Bienen retten müssen: Die Brummer nehmen einen wichtigen Platz in der Pflanzenvermehrung ein und tragen so bei, Vielfalt zu erhalten.

Allein klappt es manchmal doch besser: Selbstbefruchtung

  • Pflanzen bestäuben und befruchten sich selbst.
  • Beispiele sind: Tomaten, Gartenbohnen, Melanzani, Linsen
  • Der Wind bewegt den Pollen von den sogenannten Staubblättern zur Narbe, wo er für die Befruchtung hinsoll.

Simpel, schnell, samenlos: vegetative Fortpflanzung

Diese Art der Fortpflanzung ist im Grunde nichts anderes als Klonen. Dabei teilt sich eine Einzelpflanze in eine oder mehrere identische Klone auf – oft indem sich einfach Pflanzenteile abspalten. Hier gibt’s keinen genetischen Austausch, es ist: more of the same. Diese Form der Pflanzenvermehrung lässt sich ganz einfach durch Stecklinge umsetzen, z. B. bei Kräutern.

Die Vorteile:

  • Es kann sehr schnell gehen, wenn nötig.
  • Der ganze Bestäubungs- und Befruchtungsaufwand fällt weg.
  • Ist die Pflanze „perfekt“ so, wie sie ist, werden es auch ihre Nachkommen.

Starte deine Samengärtnerei: das musst du wissen

Bevor wir uns Blüte über Stängel in die Saatgutvermehrung stürzen, gibt’s hier noch ein paar wichtige Infos:

Planung ist die halbe Saatguternte

Um hochwertige Samen ernten zu können, solltest du dir am Anfang überlegen:

  • Welche Pflanzen willst du anbauen und vermehren?
  • Wie viel Platz benötigen sie?
  • Welche Bedürfnisse haben sie?

Tipp: Beginne mit einfachen Sorten wie Tomate oder Paprika und wage dich dann an die schwierigeren wie Kürbis und Karotte. Haufenweise Pflanzenportraits und Anleitungen findest du in „Wie du dein eigenes Saatgut gewinnst – und so ein kleines Stück Welt rettest“ – damit wird die Saatgutvermehrung zum Klacks.

Mal ganz ehrlich: reife Samen erkennen

Klingt fast zu offensichtlich, aber für die Saatgutvermehrung musst du erkennen können, wann die Samen ready für die Ernte sind. Merke dir also:

  • Die ideale Zeit ist der Spätsommer, Herbst und frühe Winter.
  • Die Samen müssen vollständig ausgereift, prall und hart sein.
  • Für das Ausreifen ist es gut, die Samen so lange wie möglich auf der Pflanze zu lassen.
rote Cherry-Tomaten in Hand
Beginne mit deiner eigenen Saatgutvermehrung: Sämchen von Tomaten kannst du ganz leicht gewinnen. Foto: © Fabian Weiss

Fast in Stein gemeißelt: Saatgut beschriften

Denke immer daran, deine geernteten Samen genau zu beschriften. Halte vor allem folgende Infos fest:

  • die Pflanzensorte
  • das Erntejahr
  • warum du die Samen dieser Pflanze geerntet hast: Hat dir das Gemüse unheimlich gut geschmeckt? War die Pflanze sehr robust?

Saatgutvermehrung – 8 Schritte zum großen Samenglück

Genug Hintergrundwissen aufgesogen und bereit für die Saatgutvermehrung? Na dann, gehen wir es an. Hier erfährst du, wie du Schritt für Schritt dein eigenes Saatgut gewinnen kannst. Obendrauf gibt’s noch ein paar peppige Tipps für die Saatgutvermehrung von Paprika.

viele bunte Paprikasorten
Wer kann sich bei dieser riesigen Auswahl an unglaublich leckeren Paprikasorten schon entscheiden? Foto: © Fabian Weiss

1. Her mit dem Stoff: Samen kaufen

First things first: Willst du deine Pflanzen vermehren, musst du sicherstellen, dass sich die erste Generation für die Saatgutvermehrung eignet. Du brauchst also samenfestes Saatgut als Ausgangsmaterial.

Bei diesen Anbietern kannst du dir sicher sein, dass du samenfestes Saatgut bekommst:

Deutschland:

Österreich:

Südtirol:

Schweiz:

Peppiger Paprika-Tipp

Diese Sorten solltest du dir nicht entgehen lassen:

  • die freilandtaugliche, dunkelrote Spitzpaprika ‚Korosko‘ mit ihrem saftigen und süß-aromatischen Fleisch
  • die schwarzlaubige ‚Piment de Neyde‘ mit ihren violetten Blüten und ihren schwarz-violetten, höllisch scharfen Früchten

2. Ab ins Dunkle: Samen aussäen

Die Samen? Check! Dann schaff ihnen jetzt ein gemütliches Plätzchen in der Erde und beginne mit der Aussaat.

Das brauchst du:

  • samenfestes Saatgut
  • Aussaaterde (2 Teile feinsandige Erde aus dem Gartenboden, 1 Teil Sand, 1 Teil Kompost)
  • Aussaatschalen oder -töpfe
  • Kärtchen und Stifte zum Beschriften
  • einen warmen Ort
  • eine kleine Gießkanne oder Sprühflasche mit feinem Zerstäuber

So geht’s:

  1. Befülle die Aussaatschalen mit der Aussaaterde.
  2. Säe die Samen in die Erde und beschrifte die Schalen.
  3. Sprühe sie gut an und stelle sie in Kistchen, damit sie gut transportierbar sind, falls sie mal umziehen müssen.

Peppiger Paprika-Tipp: Paprika ziehst du am besten ab Februar auf einem sonnigen Fensterbrett vor. Denk daran: Paprika sind Dunkelkeimer. Die Samen keimen also nur dann, wenn sie tief in der Erde sind und kein Licht abbekommen.

3. Sie werden so schnell groß: Jungpflanzen pikieren

Deine Samen beginnen sich langsam zu entwickeln. Was musst du dann tun? Pikieren! Das ist meist nach zwei, drei Wochen nach der Keimung der Fall, wenn die Pflanze bereits mehrere Blattpaare gebildet hat.

Das brauchst du:

  • Pikierstab oder Bleistift
  • Jungpflanzentöpfe
  • Jungpflanzenerde (sie ist nährstoffreicher als die Aussaaterde, damit die Pflänzchen richtig schnell loslegen)
  • kleine Gießkanne
  • einen hellen Ort, der je nach Pflanzenart warm oder auch etwas kühler sein darf

So geht’s:

  1. Nimm Pikierstab oder Bleistift, hebe die Keimlinge einzeln aus der Aussaaterde heraus.
  2. Drücke mit dem Pikierstab oder Bleistift ein kleines Loch in die Jungpflanzenerde im vorbereiteten Topf, setze den Keimling hinein und drücke danach das Loch vorsichtig zu.
  3. Gieß deine Jungpflanzen und stell sie an den für sie perfekten Platz, damit sie schön weiterwachsen können.
Schritt-für-Schritt-Anleitung Pikieren
1) Utensilien schnappen, 2) ein Loch vorbereiten, 3) Jungpflanze einsetzen und wichtig: 4) gut gießen. Fotos: © Fabian Weiss

4. Immer der Sonne hinterher: Jungpflanzen aussetzen

In ihren Töpfen halten es die Pflänzchen dann die nächsten Wochen gut aus und sie werden kräftig wachsen. Bevor du wärmeliebende Pflanzen wie Paprika und Tomaten nach draußen stellst, musst du deine Kleinen abhärten.

So geht’s:

  1. Stelle die Pflanzen an sonnigen Tagen immer wieder für kürzere Zeit nach draußen. So gewöhnen sie sich langsam an Sonne, Wind und Temperaturschwankungen.
  2. Der fixe Umzug nach draußen erfolgt nach den letzten Frösten Mitte Mai.
  3. Sichere den künftigen Samenträgern von Anfang an genügend Platz in deinem Beet. Denk daran, dass dieser Beetbereich für die Saatgutvermehrung längere Zeit besetzt ist.

Peppiger Paprika-Tipp: Der neue Standort deiner Paprika sollte sonnig, warm und windgeschützt sein. Gönn deinen Paprika-Pflanzen eine ausreichende Wasserversorgung und einen guten Gartenboden.

Tomatenstrauch umgeben von Mulch
Umgeben von einer kuscheligen Schicht Mulch geht’s deinem Tomatenstrauch blendend – und schon bald kannst du supersaftige Tomaten ernten! Foto: Fabian Weiss

5. Happy place: Pflanzen hegen und pflegen

Und dann können deine Pflanzen so richtig draufloswachsen. Mit diesen Tipps sorgst du für die ultimative Wohlfühlumgebung:

  • In den Trank gefallen? Um die Gesundheit deiner Pflänzchen zu fördern, kannst du sie immer wieder mit Pflanzenstärkungsmitteln gießen, z. B. selbst hergestellten Jauchen aus Brennnesseln, Schachtelhalm oder Beinwell.
  • Eine kuschelige Decke: Bedecke den Boden der Gartenbeete mit Mulch, das schützt vor starker Sonneneinstrahlung, Wind und Austrocknung. Mulch kann sein: Heu, Grasschnitt, Laub, Stroh oder andere Pflanzenreste – schau einfach, was du gerade zur Verfügung hast.
  • Begrüße Nützlinge im Garten: Igel, Schmetterlinge, Hummeln und Co. sind fleißige Mitarbeiter, die den Boden lockern, Blüten bestäuben, Nacktschnecken und Blattläuse fressen und noch vieles mehr tun.

6. Pack die Lupe aus: Samen erkennen

Ist die Zeit, äh, der Samen reif? Jetzt musst du ihn nur noch finden – es gibt nämlich zwei Arten, wie der Samen verpackt sein kann:

Saatgut in Früchten (Gemüse oder Obst):

Die Samen befinden sich innerhalb der Früchte. Für die Saatgutvermehrung müssen die Früchte vollständig ausgewachsen sein und sich umgefärbt haben. Sie müssen sich leicht ernten/abpflücken lassen. Beispiele sind:

  • Andenbeeren (Physalis)
  • Auberginen
  • Gurken
  • Kürbisse
  • Paprika
  • Tomaten
  • Zucchini

Peppiger Paprika-Tipp: Die Samen sind rundlich und flach. Je nach Sorte haben sie einen Durchmesser von 1–6 mm. Pro Frucht können 10–200 (!) Samen vorhanden sein.

Samen aus trockenen Samenständen:

Die Samen sind entweder auf der Pflanze oder innerhalb von Schoten, Kapseln oder Hülsen. Sie sind reif, wenn die Samenstände trocken sind, und die Samen eine feste, harte Schale haben. Beispiele sind:

  • Artischocke
  • Basilikum
  • Gartensalat
  • Karotte/Möhre
  • Mangold
  • Pastinake
  • Schnittlauch
  • Stangenbohnen
geöffnete Bohnen
Da steckt was drin – Bohnen in Hülle und Fülle! Foto: © Fabian Weiss

7. Wenn die Blütezeit vorbei ist: Samen ernten

Je nachdem, wo sich die Samen an der Pflanze befinden, erntest du sie anders. Hier findest du einen Überblick:

Schritt-für-Schritt-Anleitung Saatgutvermehrung Paprika
1) Paprika aufschneiden, 2) Samen lösen und schon hast du 3) viele wertvolle Samen für die Saatgutvermehrung! Fotos: © Fabian Weiss

Samenernte aus Früchten

So geht’s:

  1. Schneide die Früchte vorsichtig auseinander, sodass nicht allzu viele Samen verletzt werden.
  2. Hol die Samen mit einem Löffel oder der Spitze eines umgedrehten Löffels heraus.
  3. Befreie sie möglichst vom Fruchtfleisch.
  4. Lass sie auf einem Pappteller gut trocknen. Tupf die Samen vorher mit einem Küchentuch ab, so vermeidest du, dass sie auskeimen.
  5. Füll sie in kleine Saatguttütchen und beschrifte sie.

Tipp: Willst du Saatgut von Tomaten gewinnen, empfiehlt sich die Nassgärung. Diese Samen sind nämlich von einer keimungshemmenden Schicht umgeben, bei der Nassgärung wird diese Schicht mithilfe von Mikroorganismen abgebaut. Zudem werden krankmachende Keime abgetötet.

Samenernte von Samenständen

So geht’s:

  1. Wähle einen trockenen Tag.
  2. Schneide die ganzen Samenstände ab.
  3. Steck sie kopfüber locker in eine große Papiertüte.
  4. Beschrifte sie und nimm sie mit nachhause.
  5. Hänge sie in den Papiertüten an einem warmen Ort auf und lass sie nachreifen.

Sind sie nachgereift, musst du die Samen aus den Samenständen befreien:

  • Oft kannst du sie ganz einfach herausnehmen (Petersilie, Bohnen).
  • Bei Schnittlauch, Basilikum und Asiasalaten gibst du die Samenstände in eine verschlossene Stofftüte, fährst mit einem Nudelholz drüber und siebst anschließend den Inhalt.
geerntetes Saatgut auf Hand
Einmal kräftig schütteln und schon hast du einen Haufen Samen! Foto: © Fabian Weiss

Übrigens: Die Samen müssen nicht perfekt gereinigt sein. Sie keimen genau so gut, wenn hin und wieder Reste des Samenstandes dabei sind.

Samen in Gläsern aufbewahren
Du kannst dein geerntetes Saatgut auch in gut verschlossenen Gläsern aufbewahren. Foto: © Fabian Weiss

8. See you soon: Samen aufbewahren und lagern

Deine Samen sind gut eingetütet und beschriftet hast du sie auch? Wunderbar! Aber wohin damit? So sieht das ideale Plätzchen aus:

  • trocken und kühl (im normalen Wohnraum klappt es meist auch gut)
  • frei von Mäusen, Motten und Samenkäfern
  • Gib die Samentütchen am besten in dicht verschließbare Kisten oder Gläser und lagere diese im Schrank.

Lass uns rebellieren: Saatgutvermehrung für unsere Zukunft

Willst du auch ganz in den wunderbaren Kreislauf der Saatgutvermehrung einsteigen? Samen aussäen, Pflanzen hegen und pflegen, reife Samen ernten und im nächsten Jahr wieder von vorne loslegen – so sicherst du dir nicht nur Jahr für Jahr eine beeindruckende Ernte an unglaublich guten Paprikas, schimmernden Tomaten oder bunten Kürbissen, sondern machst dich auch unabhängig von gentechnisch veränderten Hybridsorten. Pack es an und starte deine eigene Saatgutvermehrung!

Ein Kommentar zu “Saatgutvermehrung: Starte deine eigene Samengärtnerei!

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