Kornelkirsche Rezepte

Kornelkirsche – giftig oder essbar? Alle Facts zu den roten Früchtchen

Was leuchtet denn da in sattem Rot am Wegesrand? Ach, es ist ein Strauch mit reifen Kornelkirschen! Na, dann nichts wie hin und die saftigen Früchte vom Baum schütteln. Die Kornelkirschen sind nämlich essbar und dabei sogar noch sehr gesund! In diesem Beitrag räumen wir mit dem Mythos der giftigen Kornelkirsche auf und zeigen euch zwei köstliche Rezepte mit dem blutroten Wildobst.

Auf die Schnelle: 6 Fragen zur Kornelle

Bevor wir loslegen mit Kornelkirschen-Likör und -Marmelade, klären wir ein paar grundlegende Fragen. Schließlich ist immer ein wenig Vorsicht angebracht, wenn es um das Sammeln von Wildpflanzen geht. 

Ist die Kornelkirsche giftig?

Vielleicht ist es die Ähnlichkeit zur Vogelbeere, die die Kornelkirsche in Verruf gebracht hat? Wir wollen deshalb ein für alle Mal klarstellen: Die Kornelkirsche ist nicht giftig, sondern eignet sich bestens für den menschlichen Verzehr. Allerdings sitzen auf Blättern und Früchten kleine Härchen, die bei Hautkontakt manchmal allergische Reaktionen auslösen können.

Ist die Kornelkirsche auch roh essbar?

Meist trifft man die Kornelkirsche in ihrer eingekochten Form an, zum Beispiel als Marmelade oder Saft. Aber sie ist sogar roh essbar. Ihr Geschmack ist jedoch säuerlich-herb, deshalb schmeckt sie am allerfeinsten, wenn sie sich in ein bisschen Zucker hüllen darf.

Reife Kornelkirschen erkennen
Äußerlich sind sie der Vogelbeere sehr ähnlich, trotzdem gilt: Kornelkirschen dürfen ohne Bedenken verzehrt werden. Foto: © Aki Schwarzenberger

Dürfen Kinder die Kornelkirsche essen?

Einen Kornelkirschen-Strauch kannst du völlig unbesorgt in den Familiengarten pflanzen. Denn auch für Kinder ist die Kornelkirsche nicht giftig, weder Blätter noch Früchte können dem Nachwuchs schaden. Und unter uns: Die Kids werden die Früchte vermutlich sowieso bald wieder ausspucken, weil sie in rohem Zustand ziemlich sauer schmecken.

Ist die Kornelkirsche für Hunde, Katzen oder Pferde giftig?

Auch um deine vierbeinigen Mitbewohner musst du dir keine Sorgen machen: Für Hunde, Katzen, Pferde oder andere Haustiere sind die roten Früchte gänzlich harmlos. Fun Fact am Rande: In der Antike wurden Kornelkirschen sogar als Schweinefutter verwendet, so berichtet es jedenfalls Homer im griechischen Epos der Ilias.

Wann sind die Früchte der Kornelkirsche reif?

Abhängig vom Klima und der Lage werden die Kornelkirschen von Ende August bis Anfang Oktober reif. Bei diesen Früchten ist es ganz besonders wichtig, dass sie vollständig ausreifen, da sie grundsätzlich nur sehr wenig Fruchtzucker enthalten, der Zuckergehalt im reifen Zustand aber am höchsten ist.

So erkennst du, ob die Kornellen reif sind: Die Frucht sollte dunkelrot und glänzend aussehen. Wenn du leicht darauf drückst, tritt sofort Fruchtsaft aus.

Welche sonstige Verwendung für die Kornelkirsche gibt es?

Neben der Verarbeitung der Früchte zu Speisen und Getränken finden auch andere Bestandteile der Kornelkirsche Verwendung: Ihr Holz ist besonders hart, daher benutzte man es in früheren Zeiten sehr gern zur Herstellung von Spazierstöcken und Werkzeugen. Aus den Blättern lässt sich ein heilsamer Tee aufbrühen, die Kerne kannst du zu einem Wärmekissen verarbeiten.

Kornelkirsche vor den Vorhang!

Die Kornelkirsche wurde früher als Nutzpflanze hoch geschätzt – ist aber mittlerweile eher in Vergessenheit geraten. Zeit, dass wir sie einmal selbst zu Wort kommen lassen und ein bisschen mehr über sie erfahren:

Eigenschaften Kornelkirschen
Cornus mas - so lautet der botanische Name der Kornelkirsche. Foto: © Alice Hönigschmid
  • Name: Kornelkirsche (mein förmlicher botanischer Name ist Cornus mas)
  • Spitznamen: Herlitze, Dürlitze, gelber Hartriegel, Elschkirsche, Dirndlstrauch (Österreich), Tierlistrauch (Schweiz)
  • Meine Früchte: Sie heißen manchmal auch Kornellen oder Dirndln, sind dunkelrot und stecken voller Vitamin C.
  • Meine Familie: Ich gehöre zur Familie der Hartriegelgewächse (Cornaceae). Die Früchte meiner Verwandten solltest du nicht essen, sie können Verdauungsbeschwerden verursachen!
  • Mein ungenießbarer Bruder: Der Rote Hartriegel hat ähnliche Blätter wie ich, blüht aber in Weiß und hat blauschwarze, ungenießbare Früchte.
  • Mein Aussehen quer durch alle Jahreszeiten: Im März und April trage ich kleine gelbe Blüten, im Sommer dann ein Kleid aus länglich-ovalen Blättern, welche sich im Herbst gelb und orange färben. Von August bis Oktober locke ich mit kirschförmigen, länglichen Früchten.
  • Hier wachse ich gern: Besonders wohl fühle ich mich an sonnigen bis halbschattigen Standorten mit kalkhaltigem Boden.
  • So pflückst du mich: Lege ein altes Leintuch unter meine Zweige und warte ein paar Stunden, bis die reifen Früchte zu Boden fallen.
  • Das sagen andere über mich: „Wer aber diese Frucht isst, den verletzt sie nicht, denn sie reinigt den kranken und schwachen Magen. Sie ist der Gesundheit dienlich.“ (Hildegard von Bingen)

Medizin vom Strauch: die Kornelkirsche & ihre Heilwirkung

Die Kornelkirsche ist nicht nur völlig ungiftig, sie kann in puncto Gesundheit sogar mit zahlreichen positiven Effekten aufwarten. Zum Beispiel ist sie prall gefüllt mit Vitamin C, außerdem enthält sie die Vitamine B und E und zellschützende Flavonoide.

In der Volksheilkunde ist die Heilwirkung der Kornelkirsche schon lange bekannt. Hildegard von Bingen empfiehlt ein Bad aus Rinde, Holz und Blättern gegen Gicht. Die rohen Früchte haben einen hohen Gehalt an Gerbstoffen und Pektinen und stabilisieren Magen und Verdauung. Wegen ihrer leicht stopfenden Wirkung setzt man sie auch gegen Durchfallerkrankungen ein.

Tipp: Aus den Kernen der Kornelle kannst du ein wohltuendes Wärmekissen herstellen, das bei Zahn-, Gelenk- oder sonstigen Schmerzen ganz hervorragende Dienste tut. Dazu die reifen Früchte durch ein Sieb reiben, die Kerne waschen und in der Sonne trocknen lassen. Anschließend in einen kleinen Kissenbezug aus Baumwolle füllen.

Der Heckensnack: 2 fabelhafte Kornelkirschen-Rezepte

Übertriebenes Süßholzgeraspel kann man der Kornelkirsche wahrlich nicht vorwerfen. Ihre Früchte überzeugen eher durch einen herb-säuerlichen Charme. Als Marmelade, Mus oder Likör schmecken sie aber ausgezeichnet!

Kornellen-Marmelade

DAS BRAUCHST DU:

  • 500 g Kornelkirschen
  • 50 ml Rotwein, alternativ roter Traubensaft
  • 1/4 Zimtstange
  • 1/2 Päckchen Bourbonvanillezucker
  • Gelierzucker

SO GEHTS:

Alle Zutaten bis auf den Gelierzucker in einen Topf geben. Kornelkirschen weich kochen, die Zimtstange entfernen und die Masse durch ein Sieb passieren. Fruchtmark wiegen und mit der entsprechenden Menge Gelierzucker nach Packungsanleitung kochen und heiß in sterilisierte Gläser abfüllen.

Mit frischem Schwarzbrot schmeckt die Kornellen-Marmelade noch besser. Foto: © Alice Hönigschmid
Kornellen Likör selber machen
Der Likör muss im Gefäß für mindestens 6 Wochen ziehen. Foto: © Alice Hönigschmid

Kornelkirschen-Likör mit Chili

DAS BRAUCHST DU:

  • 500 g gewaschene, reife Kornelkirschen
  • 200 ml kalter Kaffee
  • 1 Vanilleschote, angeritzt
  • 100–150 g Honig, je nach Vorliebe
  • 1 l Doppelkorn
  • 1 Gefäß mit großer Einfüllöffnung und einem Fassungsvermögen von 2–3 l
  • 1 Chilischote, gewaschen, mittelscharf nach persönlicher Feuerlust

SO GEHTS:

Die Kornelkirschen mit allen Zutaten außer der Chilischote in das Gefäß geben. An einem zimmerwarmen Ort stehen lassen, den Inhalt ab und zu leicht bewegen. Nach 5 Wochen die Chilischote zugeben und 7–10 Tage ziehen lassen. Mit Honig abschmecken und nach Belieben die Chilischote entfernen oder noch länger drin lassen. In dekorative Flaschen abseihen und noch mindestens 4 Wochen reifen lassen.

Aus den Kornelkirschen lassen sich noch viele andere Köstlichkeiten zaubern: Wie wäre es zum Beispiel mit eingelegten Kornellen als Oliven-Ersatz oder feinem Kornelkirschen-Sorbet? Diese und andere Rezepte findest du im Buch „Zwölf ungezähmte Pflanzen fürs Leben“. So bereitest du dich auf die kalte Jahreszeit bestens vor: Auch ein köstlicher Früchtetee lässt sich mit Kornelkirschen selber machen

Kornelkirsche: essbares Vitaminpaket – nicht nur für Vögel!

Mit einer Kornelkirschenhecke im Garten schaffst du einen natürlichen Lebensraum für allerhand Getier. Denn Bienen schätzen den frühblühenden Strauch als Nektarlieferanten und Vögel naschen mit Begeisterung die Früchte.

Doch auch für uns Zweibeiner liefert die Hecke schmackhafte Nahrung: Die Kornelkirsche ist nämlich nicht giftig, sondern im Gegenteil sogar äußerst bekömmlich! Probiere sie doch einmal als Marmelade, Likör oder Grütze aus oder kreiere deine eigenen Rezepte. Aber aufgepasst: Wenn du nicht schnell genug bist, haben die gefiederten Schleckmäuler schon den ganzen Strauch leergefressen. 

Blüten der Kornelkirsche
Vor allem im Frühling lassen sich auch Bienen auf den Blüten der Kornelkirsche entdecken. Foto: © Angela Mair

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