Alles über die Lagerung von Wintergemüse
BEITRAGSAUTORIN: Sandra Gründhammer | KATEGORIE: Backen & Kochen | 06.12.2016 | aktualisiert: 17.11.2020

Wurzelgemüse lagern: So bleiben Karotte, Sellerie & Co. knackfrisch!

Du siehst deinen Garten vor lauter Gemüse nicht mehr? Das ist doch genial. Aber leider kannst du die bunten und schmackhaften Möhrchen & Co. nicht alle auf einmal verkochen und wegschnabulieren? Dann haben wir hier genau das Richtige für dich: ein paar clevere Tipps, wie du dein Wurzelgemüse lagern kannst, dass es schön lange knackfrisch und genießbar bleibt. Denn was bitte gibt es Schöneres, als sich an kalten Tagen mit einer selbstgekochten Gemüsebrühe zu wärmen? Das findest du auch? Dann los, lies gleich weiter!

Inhalt
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Damit du selbst keine Wurzeln schlägst: 9 Ratschläge für eilige Leser*innen
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Von Anfang an: Bereite das Wurzelgemüse für die Lagerung vor
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Griffbereit in der Küche: Wurzelgemüse lagern im Kühlschrank
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Ab in die Tiefe: Wurzelgemüse lagern im Keller
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Zurück ins Erdreich: Wurzelgemüse lagern im Sand
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Wurzelgemüse aus Selbstanbau? Richtig ernten und Lagerfähigkeit steigern
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Wurzelgemüse lagern und zubereiten: 5 Mal kluge Tipps
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Wurzelgemüse richtig lagern – und den ganzen Winter regionale Köstlichkeiten mampfen!

Damit du selbst keine Wurzeln schlägst: 9 Ratschläge für eilige Leser*innen

Für die schnellen Leser*innen unter euch und damit das Gemüse nicht den Kopf hängen lässt, fackeln wir gar nicht lange rum. Kurz und knackig haben wir dir hier die 9 wichtigsten Tipps zusammengefasst, damit du gleich losstarten und dein Wurzelgemüse lagern kannst.

  1. Ernten solltest du dein Wurzelgemüse an einem trockenen Tag, wenn der Morgentau abgetrocknet ist.
  2. Die Ernte, die du einlagern möchtest, solltest du auf keinen Fall waschen.
  3. Überreife Gemüse darfst du nicht einlagern, verbrauch sie einfach gleich, indem du dir ein zauberhaftes Menü kochst.
  4. Nur schöne, gesunde und unverletzte Gemüse einwintern.
  5. Wenn du ein Glückspilz bist und einen Erdkeller hast, bedenke: Dieser ist erst dann ein guter Lagerort, wenn er bereits abgekühlt ist. Im Herbst ist er vermutlich noch zu warm, um dein Gemüse dort zu beherbergen.
  6. Lagere nur große Exemplare von Karotte, Pastinake und Co. ein. Die kleineren solltest du am besten gleich verbrauchen.
  7. Dein Wurzelgemüse mag es gerne dunkel – also: mach die Schotten dicht und lagere es in völliger Dunkelheit.
  8. Lass Karotte und Co. bibbern: Am besten lagerst du dein Gemüse bei wenigen Graden unter Null bis max. 15 °C.
  9. Und zum Schluss: Dein Gemüse hält sich am besten bei hoher Luftfeuchtigkeit (zwischen 90 und 98 %).

Von Anfang an: Bereite das Wurzelgemüse für die Lagerung vor

Aber jetzt beginnen wir doch einfach mal ganz von vorne. Aus deinen Beeten lugen dir überall orange, weiße oder rote Köpfchen mit wildem Grünwuchs entgegen? Dann hast du vermutlich so viele wurzelige Gemüseschätze in der Erde vergraben, dass du sie gar nicht alle auf einmal verputzen kannst? Lagere doch dein Wurzelgemüse und leg dir einen Vorrat für später (also die kommenden Monate) an. Für die ideale Lagerung deiner Wurzelgemüse musst du nur ein paar wenige Tipps beherzigen:

  • Ernte dein Wurzelgemüse immer vollreif, unverletzt und möglichst trocken. Solltest du es dennoch nass oder feucht ernten müssen, dann lass dein Gemüse unbedingt unter Dach oder in deiner Garage trocknen.
  • Wurzelgemüse, wie etwa junge Karotten oder Radieschen, bleibt länger frisch und knackig, wenn du vor dem Einlagern das Blattgrün entfernst. Denn die Wurzel dient als Wasserspeicher für die oberen grünen Pflanzenteile. Entfernst du das Grün nicht, entziehen sie der Wurzel weiterhin Wasser und Nährstoffe und lassen sie so rascher verderben.
  • Gut aussortiert ist halb gewonnen: Sortiere dein geerntetes Wurzelgemüse gut aus und lagere nur schönes, gesundes und unverletztes Gemüse ein. Sonst besteht die Gefahr, dass auch deine restliche Ernte angesteckt wird.
Schwarzwurzel im Korb
Ist zwar schön anzusehen, aber die Frisur muss weg: Lagere dein Gemüse immer ohne Blattgrün ein, sonst verdirbt es schneller. Foto: © Andrea Heistinger

Griffbereit in der Küche: Wurzelgemüse lagern im Kühlschrank

Du hast dein Gemüse erfolgreich geerntet und was nun? Wenn du nur kleinere Mengen hast, die du nur kurzfristig aufbewahren möchtest, dann solltest du dein Wurzelgemüse im Kühlschrank lagern.

Am besten wickelst du das trockene Wurzelgemüse in ein feuchtes Baumwoll- oder Küchentuch und legst es in das Gemüsefach, das unterste Fach deines Kühlschrankes. Sollte noch ein bisschen Erde an deinem Gemüse haften, lass sie ruhig drauf – das erhöht die Haltbarkeit, ohne die Schimmelbildung zu fördern.

Alternativ kann das Gemüse auch in luftdicht verschlossenen Boxen oder Behältern im Kühlschrank gelagert werden. So können deine Gemüse etwa bis zu 2 Wochen schön knackig und frisch bleiben.

Und sollte die ein oder andere Karotte (oder auch das eine oder andere Radieschen) doch mal etwas länger im Kühlfach verweilen müssen, dann leg sie für ein paar Minuten in kaltes Wasser – und voilà: schon sind sie wieder knackig.

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Ab in die Tiefe: Wurzelgemüse lagern im Keller

Hast du allerdings größere Mengen an Wurzelgemüse geerntet, kann dein Kühlschrank schnell aus allen Nähten platzen. Generell gilt: Wurzelgemüse sollte möglichst kühl und feucht gelagert werden.

Denn: je niedriger die Temperatur, desto geringer ist der Stoffwechsel der Pflanzen und ihr Substanzverlust. Und: je höher die Luftfeuchtigkeit, desto geringer der Wasserverlust.

Solltest du also über einen Keller verfügen, in dem …

  • eine Temperatur zwischen 0 und 5 °C,
  • eine Luftfeuchtigkeit von 90–98 %,
  • eine niedrige Luftwechselrate und
  • absolute Dunkelheit herrscht

… dann: go for it!

Das sind nämlich optimale Bedingungen, um dein Wurzelgemüse zu lagern. Am besten verstaust du es aufgeschüttet oder in Kisten. So hält es sich über mehrere Monate frisch.

Ein kühler Keller für dein Wurzelgemüse
Bei Dunkelheit und kühlen Temperaturen fühlt sich dein Wurzelgemüse wohl, so wie in diesem Keller. Foto: © Andrea Heistinger

Zurück ins Erdreich: Wurzelgemüse lagern im Sand

Einfach mal den Kopf in den Sand stecken? Würden wir auch manchmal gern, aber das lassen wir mal besser dem Wurzelgemüse über. Das ist nämlich eine geniale Methode, um dein Gemüse länger frisch und knackig zu halten. Wenn du einen Lagerkeller hast, der aber leider zu trocken ist, dann empfehlen wir dir, dein Wurzelgemüse im Sand zu lagern.

Wahlweise kannst du es auch in der Garage lagern, sofern diese die richtigen Temperaturen hat. Dazu gibst du feuchten Sand in eine Holzkiste oder Kunststoffbox und schichtest dann abwechselnd Gemüse und Sand. Alternativ kannst du auch am Kellerboden ein Eck mit einem Holzbalken abtrennen und diesen mit Sand und Gemüse auffüllen. Der Sand täuscht deinem Wurzelgemüse vor, dass es noch in der feuchten Erde steckt.

In Sand lagern: Rüben und Karotten
Einmal Sand zwischen den Wurzeln spüren, bitte: Wenn du dein Wurzelgemüse im kühlen, feuchten Sand lagerst, hält es sich bis zu einigen Monaten. Foto: © Rupert Pessl

Wichtig: Kontrolliere immer mal wieder die Feuchtigkeit im Sand. Es kann sein, dass du ihn hin und wieder befeuchten musst. Aber Vorsicht: der Sand darf nicht nass sein.

Wurzelgemüse aus Selbstanbau? Richtig ernten und Lagerfähigkeit steigern

Wenn du dein selbstangebautes Wurzelgemüse so lange wie möglich knallfrisch halten möchtest, solltest du ein paar wichtige Tipps für die richtige Ernte bedenken. Wir haben hier ein paar beliebte Wurzelgemüse-Sorten für dich rausgesucht:

  • Karotte: Lagerkarotten solltest du erst ernten, wenn sich die Blattspitzen gelb oder rot verfärben. Ein guter Zeitpunkt zur Einlagerung ist kurz vor der Vollreife, überreife Karotten bilden feine Haarwurzeln aus und/oder neigen zum Aufplatzen.
    • Ernte: Mai bis Oktober (abhängig von Sorte und Aussaatzeitpunkt)
  • Pastinake: Solange das Erdreich nicht gefroren ist, können die Wurzeln geerntet werden. Die Wurzeln sind frosthart, durch Frosteinwirkung werden sie milder und geschmackvoller.
    • Ernte: ab Anfang September oder ab Ende Oktober
  • Sellerie: Knollensellerie kann ab Oktober geerntet werden und sollte bei möglichst hoher Luftfeuchtigkeit (95–98 %) gelagert werden.
    • Ernte: Anfang Juli bis Oktober
  • Schwarzwurzel: Die Schwarzwurzel lässt sich optimal im Keller lagern, am besten eingeschlagen in Sand oder einer Kokosfaser-Sägespäne-Mischung. Solange beim Zerbrechen noch Milchsaft herausfließt, sind sie zart und brauchbar – sogar, wenn sie schon ausgetrieben haben.
    • Ernte: ab Ende Oktober bis April
  • Rote Rübe: Zum Einlagern eigenen sich nur vollreife und unverletzte Rüben. Sie sind erntereif, wenn die Blätter leicht fleckig werden und sich braun verfärben. Ab besten mit einer Grabegabel vorsichtig aus dem Boden heben, um die Pflanze nicht zu beschädigen. Die Blätter vorsichtig abdrehen oder abschneiden. Idealerweise kann die Rote Rübe im feuchten Erdkeller oder in Sand gelagert werden. So bleibt sie bis zu 5 Monate frisch.
    • Ernte: für Einlagerung im November

Bei dir zuhause sprießen nicht nur Wurzelgemüse? Wir haben noch haufenweise weitere Tipps für dich, wie du deine Ernte am besten einlagerst: zum Beispiel, wie du Champignons aufbewahren und Äpfel richtig lagern kannst. Für ganzjährigen Genuss aus dem eigenen Garten – einfach fantastisch!

Wurzelgemüse in all seinen Facetten
Supergesundes und megaknackiges Wurzelgemüse aus deinem Garten bleibt richtig gelagert schön lange frisch. So musst du nicht in die Erde, sondern einfach in die Kiste greifen. Fotos: © Daniel Zangerl (l.), Andrea Heistinger (m., r.)

Wurzelgemüse lagern und zubereiten: 5 Mal kluge Tipps

Lagert dein Wurzelgemüse jetzt bereits im dunklen Keller oder im Sand? Dann fehlen nur noch Tipps für die richtige Zubereitung. Damit du auch wirklich das Beste an Aromen und Nährstoffen aus deinem Wurzelgemüse rausholen kannst.

  1. Ab in den Kühlschrank!

Lagere das Wurzelgemüse möglichst kühl – im Sand, in deinem Keller, oder: im Kühlschrank bei 1 bis 3 °C. Wickle das Wurzelgemüse außerdem in zwei, drei Lagen feuchtes Küchenpapier und bewahre es in einer verschließbaren Box auf – so bleibt es am längsten frisch.

  1. Schnipp, schnapp Grün ab!

Entferne von jungen Karotten oder Radieschen vor dem Einlagern das Blattgrün, so bleiben sie länger frisch und knackig. Da die Wurzel als Wasserspeicher für oberen grünen Pflanzenteile dient, solltest du diese entfernen. Machst du das nicht, entzieht sie der Wurzel weiterhin Wasser und Nährstoffe, was sie schneller verderben lässt.

  1. In der Hülle liegt die Fülle

Wirf die Schale von Petersilwurzel, Sellerieknollen oder Zwiebeln nicht weg – verarbeite sie lieber zu feinen Gemüsefonds! Dafür einfach kaltes Wasser aufsetzen und die Schalen darin ca. 30 Minuten leicht köcheln lassen. Du kannst die Schalen auch verwenden, um Saucen anzusetzen.

  1. Super sweet, die Karotte

Auch die Karotte darf als Geschmacksgeberin in Suppen und Soßen nicht fehlen – wusstest du, dass du sie mit Schale verwenden kannst? Nicht nur das: Sogar das Karottengrün schmeckt hervorragend in Suppen und Soßen! Aber: Die Karotte ist sehr süß – setze sie daher nur sparsam ein!

Frische Karotten im Korb
Diese knackigen Möhrchen solltest du am besten rasch verputzen, die sind nämlich zu klein, um sie noch lange einzulagern. Foto: © Andrea Heistinger
  1. Farbige Hände? Nein, danke!

Wenn du schon mal Rote Rüben oder Schwarzwurzeln verarbeitest hast, weißt du, wovon wir sprechen: Diese Gemüse färben alles, was ihnen in den Weg kommt, und zwar nachhaltig dunkelrot oder braun. Meist lässt sich diese Farbe dann nur schwer entfernen. Unser Tipp: Verwende Handschuhe, wenn du diese Wurzelgemüse verarbeitest.

Wurzelgemüse richtig lagern – und den ganzen Winter regionale Köstlichkeiten mampfen!

Ein gutes Winterquartier für dein Wurzelgemüse beschert dir über Monate hinweg knallfrischen Genuss. Vom richtigen Erntezeitpunkt über die ideale Vorbereitung zur Einlagerung bis hin zum perfekten Lagerplatz: ob in Kühlschrank, Keller oder Sand, Hauptsache dein Wurzelgemüse lagert kühl und feucht. Dann ist sein Überleben gesichert. So ist dein Kochtopf immer vollgefüllt mit den köstlichsten, frischen Gemüsen aus deinem Garten. Und du musst dir nicht mal die Hände schmutzig machen!

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