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verschiedenes Gemüse am Tisch
BEITRAGSAUTORIN: Marina | KATEGORIE: Natürlich & nachhaltig leben | 10.11.2021

Lebensmittelverschwendung vermeiden: 16 supereinfache Tipps

Gut ein Drittel aller Lebensmittel landet im Müll: nach der Ernte, vom Supermarkt oder bei uns zu Hause entsorgt. In deutschen Privathaushalten beläuft sich die Menge an weggeworfenen Lebensmitteln pro Kopf und Jahr auf 75 Kilogramm. Erschreckend, oder? Aber: Mit ein paar einfachen Tricks können wir dazu beitragen, die immense Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. Erfahre hier, wie du beim Einkaufen, Lagern und Verwerten zum Müllvermeidungsprofi wirst. Zum Schluss stellen wir dir noch ein paar richtig coole Apps und Initiativen vor.

Inhalt:
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Beim Einkauf: Lebensmittelverschwendung vermeiden
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Zu Hause: Was tun gegen Lebensmittelverschwendung?
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Verwertung: Schick Gemüse, Obst und Co. in die Vorratskammer und deinen Bauch
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Apps, Initiativen und vieles mehr: Weitere Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung
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Keinen Müllimeter weiter: Lebensmittelverschwendung vermeiden

Beim Einkauf: Lebensmittelverschwendung vermeiden

Ob Sonderangebote oder Heißhunger, bereits im Supermarkt tappen wir oft in die Falle und kaufen einfach zu viel ein. Darum zeigen wir dir zuerst, woran du bereits bei deinen Besorgungen denken kannst, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden.

1. Deine Vorräte? Kennst du wie deine Hosentasche

Klingt logisch: Wenn du weißt, was du bereits alles zu Hause hast, kann es dir seltener passieren, dass du zu viel einkaufst. Mach also vor dem Einkaufen den Check:

  • Was gibt der Kühlschrank her?
  • Welche Lebensmittel habe ich im Vorratsschrank?
  • Was davon sollte ich in nächster Zeit verbrauchen?

Plane dann dementsprechend, was du einkaufen möchtest:

  • Das Joghurt nähert sich der Genießbarkeitsgrenze und im Kühlschrank dümpelt ein Schrumpelpaprika? Kauf doch noch ein paar Kartoffeln dazu und mach daraus Grillgemüse mit Dip!
  • Dein Brot sieht schon etwas angetrocknet aus? Schau zu Punkt 11: „Gar nicht altbacken: Brot“.
Frau holt Vorräte aus dem Schrank
So easy kannst du Lebensmittelverschwendung vermeiden: vor dem Einkaufen schauen, welche Vorräte du noch eingelagert hast. Foto: © Sonja Priller

2. Von wegen oldschool: Einkaufslisten schreiben

Diesen Tipp hast du sicher schon oft gelesen, aber genau den sollten wir uns alle sehr zu Herzen nehmen: Einkaufslisten schreiben! Damit saust du schnurstracks durch den Supermarkt und schnappst dir, nur (!) genau das, was du brauchst. So verhinderst du Spontankäufe und sparst noch dazu richtig viel Zeit ein – und kannst Lebensmittelverschwendung vermeiden. Überleg dir am besten also:

  • Was will ich diese Woche essen?
  • Wann werde ich wahrscheinlich auswärts essen?
  • Erwarte ich Gäste?

3. Ein krummes Ding: unperfektes Gemüse mitnehmen

Zuerst mal: Hast du gewusst, dass auch im Handel und in den Lieferketten massenweise Lebensmittel im Müll landen? Wie kann das sein?

  • Es gibt strenge Vorgaben, wie Obst und Gemüse aussehen muss – ist die Karotte zu krumm, wird sie entweder erst gar nicht geerntet, oder dann im Zwischenhandel oder direkt im Supermarkt aussortiert.
  • Die Folge: Es wird viel mehr produziert und angebaut, als jemals bei den Konsument*innen ankommt – und als wir insgesamt essen können. Überleg mal: Mit den jährlich in der EU weggeworfenen Lebensmitteln könnte die halbe Weltbevölkerung für ein Jahr ernährt werden.

Bereits bei der Produktion muss ein Umdenken stattfinden: Die Überproduktion muss gestoppt und die absurden Auflagen müssen abgeschafft werden! Es kann nicht sein, dass wir Essen wegwerfen, während woanders Menschen verhungern.

Was kannst du tun? Schnapp dir ganz bewusst die unperfekten Obst- und Gemüseexemplare im Supermarkt – so kannst du Lebensmittelverschwendung vermeiden und verhinderst, dass sie später im Müll landen.

interessant geformte Tomaten
All fruits and veggies are beautiful! Nimm auch die Gemüse mit, die auf den ersten Blick nicht so schön aussehen. Foto: © Fabian Weiss

4. Eins plus eins? Nimm nur, was du brauchst

Der Supermarkt ist oft ein Dschungel an vermeintlichen Schnäppchen: Da gibt’s zwei plus eins und hier drei zum halben Preis. Solche Angebote können zwar sehr hilfreich sein, aber auch nur, wenn du von diesen Produkten auch wirklich so viel brauchst.

Denk dran: Lass dich nicht unüberlegt zu Schnäppchenangeboten hinreißen – oft landen viele dieser Produkte schlussendlich im Müll.

5. Knurrender Bauch? Nicht beim Einkaufen!

Und, ebenfalls total einleuchtend, aber dennoch wichtig: Geh niemals hungrig einkaufen. Denn genau dann sieht einfach alles viel zu verlockend aus … Schnapp dir also am besten noch die halbe Banane, die von gestern übrig ist, und mach dich, in vollem Besitz deiner Urteilskräfte, auf zu deinem Shopping-Trip.

Zu Hause: Was tun gegen Lebensmittelverschwendung?

Einkauf: check! Zu Hause angekommen ploppt schon die nächste Frage auf: Was tun gegen Lebensmittelverschwendung in den eigenen vier Wänden? Hier haben wir ein paar Tipps für die Aufbewahrung für dich gesammelt:

6. Knusperfrisch wie am ersten Tag: Brot

Gerade das allerbeste Brot gebacken oder es beim Bäcker ums Eck geholt? Köstlich! So kannst du dein Brot richtig aufbewahren:

  • Gib es in eine luftdurchlässige Verpackung.
  • Verstau es in einem unglasierter Tontopf oder einer Holzbox.

7. Ein knackiger Apfel im Winter: Obst und Gemüse einlagern

Beachte folgende Tipps und du hast lange Freude an deiner knackfrischen Gartenausbeute:

  • Trenne Früchte und Gemüse, die Ethylen produzieren (z. B. Tomaten oder Aprikosen) von solchen, die darauf empfindlich reagieren (z. B. Salat, Zucchini, Brokkoli oder Gurken).
  • So kannst du Champignons richtig lagern: im Kühlschrank und in einem luftdurchlässigen Tuch.
  • Willst du Wurzelgemüse lagern, musst du vor allem zwei Dinge beachten: Das Gemüse mag’s kühl und feucht.
bunte Karotten mit Grünzeug
Entferne das Grünzeug von Karotten vor der Lagerung – so wird dem Gemüse kein Wasser mehr entzogen und es bleibt länger frisch. Das Grün musst du aber nicht wegwerfen – gib es lieber in Suppen und Soßen! Foto: © Sonja Priller

8. Frostige Zeiten brechen an: Einfrieren

Eine coole Location für deine Lebensmittel ist das Gefrierfach. Neben den oft verwendeten Plastikgefrierbeuteln und Zip-Lock-Bags gibt’s umweltfreundliche und wiederverwendbare Alternativen:

  • In luftversiegelten Lunchboxen kannst du alles Mögliche einfrieren: von der vorgekochten Suppe bis hin zur braunen Banane (einfach in Scheiben schneiden und ab in die kühlen Gefilde).
  • Gib deine Essensreste in Schraubgläser, stelle sie noch offen für ein paar Stunden in den Gefrierschrank und verschließe sie erst dann mit dem Deckel – so kann das Glas nicht springen.

Schon gewusst? Du kannst auch Pilze einfrieren! Bei Bedarf einfach wieder aus dem Eisfach holen und genießen – wunderbar!

Verwertung: Schick Gemüse, Obst und Co. in die Vorratskammer und deinen Bauch

Jetzt schwingen wir den Kochlöffel und alles, was wir sonst noch in der Küche finden. Hier gibt’s clevere Tricks, wie du Lebensmittel haltbar machen kannst, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden:

9. Jetzt wird’s heiß: Einkochen

Zu viel Obst und Gemüse zu Hause? Dann ist Einkochen eine tolle Möglichkeit, Früchte und Co. ratzfatz zu verarbeiten und deinen Vorratsschrank aufzufüllen:

So geht Einkochen: Füll deine vorbereiteten Lebensmittel in Gläser oder Flaschen und erhitze alles bei 75–120 °C im Einkochtopf oder bei 160–195 °C Ober- und Unterhitze in einer mit Wasser gefüllten Auflaufform im Backrohr.

Das kannst du einkochen:

  • Steinobst wie Aprikosen oder Kirschen
  • Beeren: Preiselbeeren, Heidelbeeren und Co.
  • Kernobst: Äpfel, Birnen, Quitten …
  • Gemüse wie Kürbis, Rote Bete, Zucchini, Spargel …
  • Pilze
Aprikosenmarmelade im Glas
Was für ein Traum – frisch gekochte Aprikosenmarmelade! Foto: © Rita Newman

10. Lass dein Gemüse abtauchen: Fermentieren

Auch mit Fermentieren kannst du deine Früchte und Co. haltbar machen. So kannst du nicht nur Lebensmittelverschwendung vermeiden, sondern holst geschmacklich noch jede Menge aus ihnen heraus.

So geht Fermentieren:

  • Sauerkrauttechnik: Zerkleinere das Gemüse fein und verknete es sorgfältig mit Salz. Das Gemüse gibt dadurch Flüssigkeit ab und die Lake entsteht von selbst.
  • Laketechnik: Verarbeite das Gemüse ganz oder in großen Stücken und fülle die vorbereitete Salzlake ein.
  • Kimchi-Technik: Mmmh, Lust auf Kimchi? Chinakohl, Chili, Rettich und Karotten versprechen bombastische Geschmackserlebnisse – und mit dem richtigen Kimchi-Rezept ist die Zubereitung gar nicht so schwer.

Das kannst du fermentieren:

  • Gemüse wie Karotten, Rote Rüben, Kürbisse …
  • Obst wie Äpfel, Zitronen oder Birnen
  • Beeren wie Brombeeren, Preiselbeeren uvm.
Hand drückt Kraut in Glas
Fest ins Glas drücken, Deckel drauf, warten und: in neue Geschmackswelten abtauchen! Foto: © Sonja Priller

Mal was Neues ausprobieren? Wir hätten da eine Idee: Du kannst nämlich auch Blumenkohl fermentieren!

Gläser mit Fermentiertem

Mit Fermentiertem schmeißt du nämlich eine ordentlich spritzige Geschmacksfeier, versprochen. Denn das ist die wohl geschmacksintensivste Methode, Früchte und Gemüse haltbar zu machen. Kann’s losgären? Dann melde dich einfach für unseren Newsletter an und gönn dir unsere Fermentier-Anleitung:

  • haufenweise Fermentier-Facts
  • 3 superfrische Rezepte (Golden Kraut, Salzzitronen, Aprikosen-Chutney)

11. In der Hülle liegt die Fülle: Gemüseschalen & Grünzeug

In Gemüse steckt so viel mehr – oft kannst du Grünzeug und Schalen mit- bzw. weiterverwerten:

  • Die Karotte musst du weder schälen noch das Grün wegwerfen – das kannst du wunderbar in Suppen, Pestos und Soßen geben.
  • Auch Zwiebelschalen müssen nicht in den Müll! Koch sie in einer Suppe mit und hol noch mehr Geschmack raus!

12. Gar nicht altbacken: Brot

Hin und wieder kann es doch passieren: Das Brot, das gerade noch superfrisch war, hat seine Knusprigkeit verloren. Wir haben ein paar Tipps, was du mit altem Brot noch machen kannst:

  • Schneide es in Würfel, röste es und gib es als Topping über Suppe oder Salat.
  • Röste das Brot mit Ei und reiche es zu grünem Salat.
  • Verarbeite das Brot zu Bröseln und serviere es zu Quarkknödeln.

13. Das Mindesthaltbarkeitsdatum? Ist kein Wegwerfdatum!

Laut Gesetz muss das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) auf Lebensmitteln aufgedruckt sein – und die Hersteller*innen müssen garantieren, dass es bis zu diesem Zeitpunkt bei ordnungsgemäßer Lagerung auf jeden Fall noch genießbar ist.

Die meisten Lebensmittel kannst du aber meist mehrere Tage bis Monate nach dem MHD bedenkenlos verzehren. Mach den Test, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden:

  • Wie riecht es?
  • Wie schmeckt es?
  • Wie sieht es aus?

Riecht dein Lebensmittel seltsam, schmeckt es nicht wie gewohnt oder ist es verschimmelt, muss es in den Müll. Weist es aber in allen Kategorien keine Mängel auf, kannst du es mit ziemlicher Sicherheit noch essen.

Aufgepasst: Das Verbrauchsdatum solltest du unbedingt einhalten – es ist bei leicht verderblichen Waren wie Fleisch angegeben.

Frau riecht an Joghurt
Geruch, Geschmack und Aussehen prüfen – meist sind Lebensmittel noch lange nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum genießbar. Foto: © Sonja Priller

Apps, Initiativen und vieles mehr: Weitere Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung

Weil gemeinsam alles besser geht und noch mehr Spaß macht: Es gibt viele Projekte, die dem Überfluss aktiv Einhalt gebieten wollen. Sie zeigen dir, welche Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung es gibt und bieten Vernetzungsmöglichkeiten für alle, die gerne teilen, verschenken oder verwerten möchten.

14. Rette gutes Essen: Too Good To Go

In der App „Too Good To Go“ findest du täglich eine Liste von Restaurants, Bäckereien & Co. in deiner Nähe, die Lebensmittel zu reduzierten Preisen anbieten. Das sind Lebensmittel und Mahlzeiten, die sonst entsorgt werden müssen. Über die App kannst du dir besorgen, worauf du gerade Lust hast, und es in einem bestimmten Zeitfenster abholen.

Die App kannst du hier runterladen.

15. Teilen ist alles: foodsharing.de

Auf dieser Plattform können anmeldete User*innen eigene überschüssige Lebensmittel an andere User*innen weitergeben, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. Zudem können Unternehmen und Betriebe aussortierte und unverkäufliche Lebensmittel abgeben. Es gilt: „Nichts an andere weitergeben, was man selber nicht essen würde.“

Es gibt schon einige Kooperationen mit Supermärkten in Deutschland, Österreich, der Schweiz und weiteren europäischen Ländern.

Anmeldung und Infos findest du hier.

Korb voller frischem Gemüse
Zu viel frisches Gemüse zu Hause? Kein Problem! Es gibt viele Initiativen, über die du es weitergeben kannst! Foto: © Sonja Priller

16. Für alle da: Gemeinschaftskühlschrank

In immer mehr größeren und kleineren Städten gibt es Kühlschränke an öffentlichen Orten, zu denen alle Menschen Zugang haben. Dort kannst du einerseits überschüssige Lebensmittel abgegeben und andererseits rausnehmen, worauf du gerade Lust hast.

Also, halt die Augen offen – vielleicht gibt’s ein solchen Kühlschrank auch in deiner Nähe?

Keinen Müllimeter weiter: Lebensmittelverschwendung vermeiden

Bewusst einkaufen gehen, auch mal krummes Gemüse mitnehmen, Obst richtig aufbewahren und statt auf das Mindesthaltbarkeitsdatum zu schauen, mit den eigenen Sinnen testen – das sind nur ein paar einfache Tipps, wie wir Lebensmittelverschwendung vermeiden können. Denn eines ist klar: Unser Essen ist viel zu wertvoll für die Mülltonne!

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