permakultur-garten planen und anlegen

Starte deine Öko-Revolution: Permakultur-Garten planen und anlegen

Permakultur? Irgendwo hast du diesen Begriff doch bestimmt schon einmal gehört, stimmt’s? Freu dich, denn hier kannst du in die fantastische Welt der Permakultur eintauchen. Wir stellen dir in diesem Beitrag das Konzept Permakultur vor, das auf einem fairen und achtsamen Umgang mit allen Lebewesen, Lebensräumen und Ressourcen basiert. Außerdem erfährst du, wie du dir selbst einen Permakultur-Garten anlegst.

Garten mit Permakultur: Was ist das überhaupt?

Der Begriff „Permakultur“ kommt vom Englischen „perma(nent) (agri)culture“ – es geht also ganz grundsätzlich um dauerhafte Landwirtschaft, um eine nachhaltige Lebensweise und Landnutzung.

The rest is history - wie alles begann!

Bill Mollison und David Holmgren waren es, die die Permakultur Mitte der 1970er Jahre begründeten. Beide stammen aus Australien und haben intensiv daran gearbeitet, möglichst robuste, sich selbst regulierende landwirtschaftliche Systeme zu entwickeln.

Das Ziel: Eine Vielzahl an für den Menschen nützliche Pflanzen und Tiere zu beherbergen.

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Gemeinsam macht Permakultur noch viel mehr Spaß! Foto: © Nadja Hudovernik

Faires Miteinander: die Permakultur-Ethik

Dem Gestaltungsprinzip Permakultur liegt die Permakultur-Ethik zugrunde, die das faire Miteinander und die gemeinsame Verantwortung unserem Planeten gegenüber beschreibt. Diese drei Punkte sind dabei wichtig:

  • Für die Erde sorgen

Den Artenreichtum an Pflanzen, Tieren, Mikroorganismen und ihre Lebensräume erhalten sowie Ressourcen wie Wasser, Boden und Energie achtsam nutzen.

  • Für die Menschen sorgen

Gerechter und bewusster Umgang miteinander und mit unseren (Grund-)Bedürfnissen; dieser beginnt in der eigenen Familie und reicht durch unsere Konsum- und Gestaltungsentscheidungen bis ans andere Ende der Welt.

  • Überschüsse an Zeit, Geld, Energie und anderen Ressourcen gerecht teilen:

Das ist die Lösung!

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Willkommene Besucher! Foto: © Sigrid Drage
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Süße Früchtchen für zwischendurch. Foto: © Nadja Hudovernik
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Ernten wie die Großen! Foto: © Nadja Hudovernik

Das Einmaleins: Grundprinzipien im Permakultur-Garten

Mit diesen ethischen Grundsätzen im Hinterkopf heißt es jetzt, das alles in deinem Garten umsetzen! Folge dazu diesen zwölf Prinzipien:

  1. Beobachte die Natur in deinem Garten und handle
  2. Sammle und speichere Energie – in Form von Wasser, Humus, Saatgut, Bäumen usw.
  3. Ernte, bis dein Vorratsschrank platzt, und teile deinen Ertrag.
  4. Lass deinen Garten einfach machen! Greif möglichst wenig in das System Permakultur-Garten ein und lass ihn sich selbst regulieren.
  5. Erneuerbare Energien sind unsere Zukunft! Nutze Sonne, Wind, Wasser und Biomasse.
  6. Produzier keinen Müll.
  7. Beobachte die Muster in der Natur und gestalte dann die Details in deinem Garten.
  8. Zusammen ist es gleich viel schöner! Grenze keine Elemente aus. Vielleicht wird das Unkraut von gestern zum Salat von morgen?
  9. Nur keine Eile – setz lieber auf kleine, langsame Lösungen.
  10. Feiere die Vielfalt und nutze sie! Monokulturen tun deinem Garten nicht gut.
  11. Nutze Übergangs- und Randzonen, zum Beispiel zwischen Hecke Teich und Wiese, denn dort ist die Artenvielfalt besonders groß.
  12. Veränderung hält deinen Permakultur-Garten lebendig! Die Natur ist ständig im Wandel, reagiere darauf kreativ. Der Regen hat einen kleinen Teich auf deinem Grundstück gebildet? Dein neuer Wasserspeicher!

Jetzt geht’s los: Permakultur-Garten anlegen für Anfänger und Fortgeschrittene

Hast du schon einen Garten und möchtest ihn verändern? Oder bist du auf der Suche nach einem Gartengrundstück, um dich gärtnerisch richtig auszutoben? Hast du vielleicht nur einen Balkon oder eine Terrasse zur Verfügung? Eigentlich ganz egal, denn einen Permakultur-Garten, der den oben genannten Prinzipien folgt, kannst du überall anlegen.

Und einen bestehenden Garten in einen Permakultur-Garten verwandeln ist ebenso möglich! Bleib einfach flexibel und reagiere auf die Bedürfnisse der Natur um dich herum.

die größe spielt beim permakultur-garten keine rolle
Wenig Platz? Kein Problem - Permakultur geht überall. Foto: © Nadja Hudovernik

Bei einem Permakultur-Garten kommt es nicht auf die Größe an!

Einen Mini-Permakultur-Garten kannst du dir sogar in einem Topf anlegen! Wenn du den grundsätzlichen Prinzipien und Ideen der Permakultur folgst, ist es ganz egal, welche Größe dein Garten hat.

So kannst du deinen Permakultur-Garten am besten planen

Planung ist alles – auch wenn du deine Pläne natürlich wieder verwerfen und abändern darfst. Folge zu Beginn am besten dieser Permakultur-Garten-Anleitung:

1. Garten-Brainstorming

Zuallererst darfst du dir mal etwas wünschen. Das geht doch schon gut los! Sammle alle Ideen und Wünsche, die dir für deinen Permakultur-Garten einfallen. Deine liebsten Co-Permakulturisten dürfen natürlich mitmachen!

Pflanzen einsetzen
Anpflanzen und zusehen, wie die Kleinen vor sich hin wachsen. Schön. Foto: © Nadja Hudovernik
hühner im garten
Eine schöne Abwechslung: mit Hühnern kuscheln. Foto: © Nadja Hudovernik
bunte tomaten
Tomaten in allen Größen und Farben. Das ist Permakultur. Foto: © Nadja Hudovernik

2. Ortsanalyse

Nun mach dir einen Plan über den Bereich, den du in einen Permakultur-Garten verwandeln möchtest.

Grundstückplan: Bevor du eine Skizze deines Grundstücks, Balkons etc. anlegst, stell dir diese Fragen:

  • Wie viel Platz hast du zur Verfügung?
  • Welche anderen Gebäude, überdachte Bereiche, Türen oder Fenster findest du? Wo ist es wann schattig?
  • Welche Pflanzen wachsen hier bereits?
  • Wie sieht es mit Wasser aus?

Jetzt kannst du zur Grundstückanalyse übergehen:

  • Wie ist der Boden beschaffen?
  • Welches Mikroklima herrscht hier, wie viel Sonne sieht dein Garten, wie viel Wind kriegt er ab?
  • Welche Pflanzen- und Tierarten haben hier schon ein Zuhause gefunden? Welche ihrer Lebensräume musst du unbedingt erhalten?
  • Gibt es vorhandene Ressourcen, wie Steine, Holz etc.?
  • Wie ist die Infrastruktur, die Anbindung an deinen zukünftigen Permakultur-Garten?
  • Sprich mit anderen Menschen, die den Ort schon lange kennen – gibt es Risiken für Naturgefahren o.ä.?

3. Bedürfnisanalyse

Schreib dir eine Liste mit allen Bedürfnissen für deinen perfekten Permakultur-Garten auf.

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Einfach mal Seele und Füße baumeln lassen? Foto: © Nadja Hudovernik

Stell dir dann folgende Fragen:

  • Welche finanziellen Mittel hast du zur Verfügung?
  • Hast du das nötige Wissen, um deinen Garten anzulegen?
  • Was möchtest du in deinem Permakultur-Garten machen und anbauen?
  • Wie lange hast du Zeit, alles umzusetzen und dich zu kümmern?
  • Was brauchst du noch an Geräten und Materialien?

Auf Basis deiner Antworten kannst du dir jetzt einen Plan für deinen persönlichen Traumgarten machen, der auf deinem Grundstück logistisch umsetzbar ist, deinem Geschmack und deinen Fähigkeiten entspricht und mit der Natur in Einklang steht.

tomaten ernten und permakultur genießen
Permakultur bedeutet auch, die Schätze seines Gartens auszukosten. Foto: © Nadja Hudovernik
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Fruchtige Ausbeute aus deinem Permakultur-Garten! Foto: © Nadja Hudovernik
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Permakultur heißt zusammen leben. Auch mit Enten. Foto: © Nadja Hudovernik

Diese Pflanzen eignen sich für deinen Permakultur-Garten

Vielfalt ist hier das Schlüsselwort. In deinem Permakultur-Garten darf alles wachsen, aber dräng ihm kein strenges Muster auf.

Bei der Planung deines Gartens ist dir sicher schon viel aufgefallen:

  • Welche Pflanzen scheinen sich besonders wohl in deinem Garten zu fühlen?
  • Ist der Boden eher lehmig oder sandig?
  • Brennt die Sonne auf einen Bereich deines Gartens?
  • Stehen da vielleicht schon Obstbäume in deinem Garten oder träumst du von deinem persönlichen Früchteparadies?
  • Ist da eine kleine Blumenwiese, in der es freudig summt und brummt?
  • Oder könntest du vielleicht mehr der wichtigen Nützlinge anziehen?

Inspiration, wie dein Naturgarten-Idyll aussehen könnte, findest du bestimmt genug! Und wenn der Frühling kommt, kannst du sogar deine eigene Jungpflanzenzucht starten.

Leg dir ein Gemüsebeet an, in dem sich alle wohlfühlen

Schau und hör also genau hin, was dir dein Garten zu sagen hat. Und bau dementsprechend Pflanzen an! Liegt ein großer Teil deines Grundstücks im Schatten, so werden Tomaten hier wahrscheinlich nicht glücklich werden.

Am besten du informierst dich über Eigenschaften und Vorlieben verschiedenster Gemüsesorten und suchst dir dann deine Lieblinge aus, die zu dir passen und bei dir einziehen dürfen. Und am allerbesten geht es deinem Permakultur-Garten, wenn du dir auch überlegst, wer neben wem wachsen darf und wer im nächsten Jahr vielleicht mal den Platz mit seinem Gemüsefreund tauscht.

anleitung für gemüse in deinem permakultur-garten
Wohlfühlen und wachsen. Foto: © Nadja Hudovernik

Diese Zonen brauchst du in deinem grünen Paradies

Teilst du dein Grundstück in 5 Zonen ein, die unterschiedlich stark genutzt und bewirtschaftet werden, sparst du viel Zeit, Energie und Ressourcen.

Zuerst mal Zone 1: Rund ums Haus! Elemente, die täglich Pflege brauchen oder sehr oft besucht werden möchten

Und weiter in Zone 2: Elemente, die ein bisschen selbstständiger sind, wie zum Bespiel Gemüsebeete

Dann kommt Zone 3: wenig genutzte Bereiche, denen du nur ab und zu einen Besuch abstatten musst (Blumenwiesen, Obstbäume ,…)

Wilder wir es in Zone 4: Hier sind Wildtiere und -pflanzen zuhause, du schaust vielleicht einmal im Jahr vorbei (Hecken, Teiche, …).

Und zuletzt Zone 5: Wildnis … eine enorm wichtige Zone für die Permakultur, denn hier hat die Natur das Sagen.

Mach’s dir leicht: 3 Tipps von Permakultur-Profi Sigrid Drage

Ein paar kleine Kniffe können einem das Garten-Leben oft schon richtig viel erleichtern. Probier’s doch zum Beispiel mal mit diesen Tipps von Super-Gärtnerin Sigrid Drage:

Plane jetzt deinen Permakultur Garten
Lieber Garten! Schön, dich kennenzulernen. Foto: © Nadja Hudovernik
  1. Jäte nichts aus, das du nicht kennst, denn wer weiß, was dir dein Garten damit erzählen will!
  2. Fertige Pläne für jedes Element in deinem Garten an! Zum Beispiel: Nächstes Projekt – Zucchinibeet. Wo fühlen sich die Zucchini am wohlsten? Wann musst du aussäen, gießen, ernten, einkochen?
  3. Leg dir ein Garten-(E-)Book für deine Aufzeichnungen an! So kannst du deine Ideen und Wünsche festhalten, übersichtlich planen und alles Nützliche notieren. Und außerdem helfen dir deine Notizen, aus Fehlern zu lernen! Denn die passieren jedem. Beim nächsten Mal kannst du es einfach besser machen.

Sigrid Drage kennt sich unglaublich gut mit Permakultur aus – und ist mit ihrem permakulturell bewirtschafteten Hof ein wahres Vorbild. Ihr Praxiswissen und ihre Begeisterung teilt sie im Buch „Permakultur – Dein Garten. Deine Revolution“.

Rein ins wilde Leben – mit deinem kreativen Permakultur-Garten!

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Foto: © Nadja Hudovernik

Dein Permakultur-Garten ist deine Revolution. Denn hier hat jeder und alles Platz, weil nichts ausgegrenzt wird. Es summt und zirpt, quakt, brummt, fleucht und tiriliert, kräht und schnattert. Wenn du die Augen schließt, nimmst du den betörenden Duft von Blüten, Bäumen, Gemüsepflanzen und Kräutern wahr. Dein Garten sprüht jetzt nur so vor Leben. Er ist frei.

Und ökologisch zukunftsfähig bewirtschaftete Gärten, Grünräume und landwirtschaftliche Flächen ermöglichen das faire Zusammenleben auf unserem Planeten.

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